Wie lange bleibt Dehnbarkeit erhalten?

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Ich muss für den Hürdenlauf praktisch auch täglich dehnen. Bei 2 Wochen Dehnpause merke ich schon Defizite, die ich aber im Laufe der folgenden 4-5 Wochen wettmachen kann. 1 Monat kostet mich 2-3 Monate Aufholjagd. Also ich rechne ungefähr das 3-4fache der Pause zum aufholen, vorausgesetzt man dehnt dann auch wieder täglich etwa 20min.

Die „Fachleute“ unterscheiden zwischen „Dehnfähigkeit“ und „Beweglichkeit“. Letzteres ist der übergeordnete Begriff und umfasst die Teil-Faktoren „Gelenkigkeit“ und „Dehnfähigkeit“ (sowie u.U. „Koordinationsvermögen“), wobei man sich bei dem Faktor „Dehnfähigkeit“ auf die Muskeldehnfähigkeit“ beschränkt. Die Gelenkigkeit gilt als angeboren und durch Training nicht beeinflussbar. Die Dehnfähigkeit ist trainingsabhängig.

Nun zu deinen Fragen: Regelmäßiges Dehntraining hat zwei Effekte, einen kurzfristigen und einen langfristigen. Den kurzfristigen Effekt spürt man in jeder Trainingseinheit, indem man von Wiederholung zu Wiederholung eine größere Gelenkreichweite erreicht. Dies wird bedingt durch eine zunehmende Toleranz gegenüber Dehnungsschmerzen im Muskel. (Eine Erklärung über die Funktion der Schmerzrezeptoren oder die Schmerzweiterleitung ist reine Spekulation) Die durch eine Trainingseinheit gewonnene Verbesserung der Dehnfähigkeit (= kurzfristiger Effekt) klingt nach wenigen Stunden wieder ab und zwar anfangs schneller, dann langsamer, so dass ein oder zwei Tage nach der Trainingseinheit noch ein Rest vorhanden sein kann (aber nicht muss). Ein regelmäßig mehrmals in der Woche durchgeführtes Dehnungstraining verbessert die Dehnfähigkeit deutlich. Diese Verbesserung ist auch nach mehreren Tagen nach der letzten TE noch nachzuweisen, wenn die kurzfristigen Effekte normalerweise abgeklungen sein sollten, und kann Wochen und Monate (im Extremfall z.B. bei Leistungsturnern jahrelang) erhalten bleiben (= langfristiger Effekt). Möglicherweise spielen hier Wachstumsprozesse eine Rolle.
Ob deine erreichte Dehnfähigkeit nach einer Trainingspause verschwunden ist, hängt von vielen Faktoren ab, die sich nicht voraussagen lassen (Trainingszustand, Länge der Pause….). Da Dehnungstraining im Allgemeinen den Kreislauf nicht beansprucht, ist nicht einzusehen, aus welchem Grunde man zur Schonung des Kreislaufes auf tägliches Dehnen verzichten soll.

Die Effekte bilden sich nach einer Stunde zurück, das Dehnen bringt leider überhaupt nicht das, was viele Laien und auch Fachleute glauben....

Die Beweglichkeit ist vorrangig genetisch bestimmt und hängt noch von ganz anderen Faktoren ab.

Das Einzige, was Dehnen bzw. Stretchen bewirkt ist ein Herabsetzen der Schmerzempfindlichkeit. Die Schmerzreptoren melden bei regelmäßigem Dehntraining zunehmend später Dehnschmerzen, somit lässt sich weiter dehnen. Wie lange dieser Effekt vorhält weiss ich leider nicht.

Ist aber auch zweitrangig. Wenn Du nach der Pause gut aufwärmst und dann wieder dehnst, dann wirst Du keine großen Veränderungen feststellen.

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