Katabolen Zustand vermeiden oder verzögern

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi,

es kommt doch nicht darauf an, wie lange jemand trainieren KANN, sondern wie Krafttraining effektiv gestaltet wird. Die Dauer einer Krafttrainingseinheit haengt von mehreren Faktoren ab, z.B. wie lange man die Pausen gestaltet, wie der jeweilige Trainingsstand ist, in welchem Umfang und mit welcher Intensitaet man trainiert.

Sportler, die konsequent ihr Training optimal durchziehen, sollten aus verschiedenen Gruenden die Marke von 60 Minuten nicht ueberschreiten:

  1. Nach ca. 60 Minuten haben sich die Glycogenspeicher geleert, und der Körper holt sich die jetzt fehlende Energie unter anderem aus dem Muskeleiweiß – was ja kontraproduktiv zur eigentlichen Zielsetzung (Muskelaufbau) ist.

  2. Intensiv durchgeführtes Krafttraining ermüdet die gesamte Muskulatur, und der Körper kann trotz der Pausen zwischen den Sätzen nicht mehr die optimale Leistung erbringen. Somit wird das Training uneffektiv.

  3. Und was von vielen vergessen wird: Krafttraining beansprucht auch das Zentrale Nervensystem. Bei einer Überbelastung kommt es zum Stillstand des Muskelwachstums, und unser Immunsystem wird geschwächt. Weitere Symptome können sich in Konzentrationsproblemen, Zittern, Appetitlosikeit, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Kreislaufproblemen und mehr äußern. Streikt das ZNS sind erst einmal mehrere Tage Pause angesagt!

  4. Hinzu kommt, dass tatsächlich der Körper vom anabolen in den katabolen Stoffwechsel wechselt und statt Testosteron und anderen muskelaufbauenden Hormonen nun verstärkt das muskelabbauende Hormon Cortisol ausschüttet. Folge: Das Muskelaufbautraining wird uneffektiv.

Zwar braucht man nicht nach 60 Minuten direkt seine Hanteln in die Ecke feuern, aber doch bestrebt sein, die Trainingszeit in Hypertrophie-Bereich nicht öfter zu überschreiten. Und falls doch, sollte man sein Training splitten.

Quellen für meine Behauptungen gibt es natürlich auch: scrollen zur "Hormonausschüttung" und danach "Die Intensität beim Muskelaufbau-Training" lesen.

http://www.bleibfit.at/muskelaufbau_muskeln_training.phtml

Gruß Blue

Das nach 60 min die Glycogenspeicher leer sind wage ich zu bezweifeln. Ein untrainierter hat 300-400g Glycogen, 100g Glycogen round about 400kcal , also reicht das dann mindestens für 90 Minuten. Trainierte Sportler die regelmäßig ihre Speicher leeren bekommen durch Überkompensation bis zu 600g zustande. Das sieht man ja auch sehr schön bei Marathonläufern. Wenn sie schnell genug sind, schaffen sie es ins Ziel bevor die Speicher leer sind, in 2 Stunden und ein paar Minuten

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@wollsocke

Marathonläufer ernähren sich vor ihrem Wettkampf extrem kohlenhydratreich. Während des Laufs sind zalreiche Stationen mit reifen Bananen aufgebaut, die als schnelle Energielieferanten zur Verfügung gestellt werden. Gut - auch Kraftsportler könnte während des Trainings eine Banane o.ä. zu sich nehmen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ein Krafttraining, das 60 Min. (ohne Aufwärmphase) übersteigt, aus o.a Gründen uneffektiv wird.

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Würde mich interessieren. ;)

Der „katabole Zustand“ nach einer körperlichen Belastung ist eine völlig natürliche und sogar notwendige Situation; denn in dieser Phase werden sowohl die während der Belastung angesammelten Stoffwechselendprodukte abgebaut und die durch die mechanische Beanspruchung „zerschlissenen“ Zellstrukturen beseitigt als auch die leergeschöpften Energiedepots durch Abbau hochmolekularer Energieträger wieder aufgefüllt. Somit ist der Katabolismus eine notwendige Voraussetzung zum anschließenden Anabolismus. Die katabolen Prozesse setzen sich durch enzymatische Wirkungen automatisch in Gang und lassen sich nicht willkürlich „verzögern“. Die sorglose Benutzung der Begriffskombination „muskelabbauendes Cortisol“ im Zusammenhang mit dem Katabolismus führt unberechtigter Weise zu der Horrorvorstellung, in der katabolen Phase nach einer körperlichen Beanspruchung würde gesundes, funktionsfähiges Muskelgewebe abgebaut.

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