Wie lange kann ein Profischwimmer die Luft anhalten?

9 Antworten

Eine 50m Bahn und mehr zu tauchen ist kein Problem. Da man damit sogar schneller ist als über Wasser musste der Weltschwimmverband seine Regeln ändern, weil die Schwimmer die erste Bahn sonst komplett getaucht wären. Deshalb bringt das Streckentauchen jetzt nichts mehr, weil man nun direkt nach dem Start wieder auftauchen muss.

Wie alles im Leben ist das Luftanhalten resp. Bewegung unter Sauerstoffmangel eine Frage des Trainings.

ich kann dir deine Fragen leider nicht beantworten, mich aber der Warnung von riesenwildschaf nur anschließen, keinesfalls Streckentauchen alleine zu üben, auch nicht im Schwimmbad, erst recht nicht im See. Es wäre zu weit ausgeholt, den dahinter stehenden Mechanismus zu erklären, aber besonders gefährlich ist es, wenn vorher viel ein - und ausgeatmet wird, um den Körper schon vorab mit Sauerstoff zu "laden". Das auf jeden Fall nicht machen, du kannst bei dieser Methode beim Tauchschwimmen ohne Vorwarnung bewusstlos werden und dann im Wasser ertrinken. Wenn du das überhaupt machst, dann atme fürs Streckentauchen vorher normal, atme einmal tief aus und dann füllst du die Lunge in einem letzten, tiefen Atemzug mit Luft. (Beim Tieftauchen darfst du natürlich nicht viel einatmen.)

Besonders nicht hyperventilieren. Stichwort Schwimmbad-Blackout.

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Danke für die tollen Antworten !

Naja ich denke ja mal, dass das Streckentauchen auch bei den ,,großen" gut ankommt im Training, denn auch die werden sich ja über Abwechslung freuen. Auch ist mir klar, dass man so etwas besser nicht allein trainert. Aber die werden, ja sicher so ziemlich jeden normalen in dem Wettbewerb ,, Wer länger Unterwasser bleiben kann " versägen. Das denke ich jetzt mal so.

Gibt es denn keine konkreten Zahlen, wie weit die tauchen können und wie lange die Unterwasser bleiben können ? Habt ihr denn keine Erfahrungsberichte von euch oder euren Kumpels, welche Leistungsschwimmer sind oder waren ?

Das ist als würdest du fragen wie schnell Dirk Nowitzky auf 100m sprintet oder wie hoch Thomas Müller aus dem Stand springt ;) Du kannst schon damit rechnen dass die Profis durchaus 50m durchtauchen können. Es macht aber keinen Sinn längere Distanzen zu tauchen. Vielleicht hat es der eine oder andere mal probiert, aber das wird nirgends großartig notiert. Der Weltrekord bei den Apnoetauchern liegt bei 244m bei den Herren und 191m bei den Frauen.

Wie lange man unter Wasser bleiben kann kommt stark darauf an ob du dich dabei bewegst und wie viel du dich bewegst. Kein Profischwimmer wird sich wie Apnoetaucher regungslos ins Wasser legen, bzw groß mit der Zahl an die Öffentlichkeit gehen. Und wenn wirst du darüber höchstens vereinzelt mal ne Zahl finden. Beim Zeittauchen liegt der Weltrekord bei den Herren bei 11:35 und bei den Frauen bei 9:02

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Nunja vielleicht gibt es ja welche, die hier Auskunft aus ihrem Alltag geben kann ;).

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Das sind ja super Antworten !!

Vielen Dank !!

Also können Leistungsschwimmer mindestens 50m durchtauchen oder eher noch mehr ?

Ist Streckentauchen denn Bestandteil des Trainings ?

Können Leistungsschwimmer 2 min oder länger die Luft Unterwasser anhalten ? So dass Sie einen im Schwimmbad bei dem Wettbewerb ,,Wer länger unten bleiben kann ?" abziehen würden ?

Vielleicht finden sich ja hier Leistungsschwimmer, die was dazu sagen können ?

Bestandteil des Trainings ist das Sauerstoffdefizit zu trainieren. Das wird in der Wettkampfvorbereitung wichtig, weil du im Wettkampf bei Sprints mit möglichst wenig Luft auskommen musst. Bei jedem Atemzug in Kraul verlierst du ein klein wenig Zeit. Für 100m ist es zusätzlich wichtig zu planen wann du genau Luft holst um deinen Rhythmus nicht zu verlieren und um möglichst wenig Geschwindigkeitseinbußen zu haben. Für lange Distanzen wird regulär mit einem Zweierzug geschwommen. Generell musst du mit der Luft die du hast die Kraft aufbringen können die du brauchst um möglichst schnell zu sein.

Das Streckentauchen wird meist nur bis 25m Trainiert, ansonsten eben durch das schwimmen mit so wenig Atmung wie Möglich. Dafür gibt es zum Beispiel die Atempyramide bei der du mit jedem xten Zug erst Atmen darfst.

Das Streckentauchen ist an sich aber kein so wichtiger Bestandteil bei den Schwimmern. Bei den Rettungsschwimmern ist das wieder etwas anderes. Da ist es für Silber bspw wichtig die 25m Tauchen zu können, für Gold sind es 30m, wobei du noch zusätzlich beim Tauchen acht von zehn Ringe aufsammeln musst. Aber auch das "Tieftauchen" auf 3-5m und heraufholen eines 5kg Ringes (Silber), bzw für Gold zweier 5kg Ringe in Kleidung (Gold) muss hier Fußwärts und Kopfwärts beherrscht werden.

Ansonsten gibt es wie schon gesagt eben die Apnoetaucher. Die gehen dann richtig auf Strecke. Mit ruhigen und entspannten Zügen. Allerdings liegst du hier je nachdem wie intensiv du das betreibst schon mit offenen Augen im Sarg. Da ist dann nur die Frage ob du die Augen schließt oder nicht (siehe zB. das 100m Tieftauchen bei den Apnoetauchern)

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@User2829

Ja, es kommt auch bei Freitauchern immer wieder zu Unfällen, vor allem beim Tieftauchen, aber meistens ist das auf ein missachten der Sicherheitsmaßnahmen zurück zu führen. Jeder Unfall ist einer zu viel und es wird viel gemacht um das noch weiter zu verbessern.
Das deutlich größere Risiko sind immer noch Leute die es einfach ausprobieren oder nach einer längeren Trainingspause glauben, sie können sofort die gleiche Leistung bringen wie vor der Pause.

Aber ein gezieltes Training (methodischer Aufbau und Trainingskontrolle) in einer guten APNOE Gruppe ist kein Gesundheitsrisiko oder eine Abkürzung zum Sarg, wie Du es formuliert hast.

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@pate4ever

Ich habe auch geschrieben "je nachdem wie intensiv du es betreibst". Wenn Leute schon Halluzinieren beim wieder auftauchen weil sie in Wettkämpfen so tief tauchen wie es für sie nur möglich ist und der ein oder andere wieder beatmet werden muss, damit der eigene Atemreiz wieder einsetzt, dann kann man definitiv davon sprechen dass diese Personen bereits im Sarg lagen.

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Die Frage ist ja schon was älter, aber ich bin heute durch Zufall darüber gestolpert. Ich bin ehemaliger Leistungsschwimmer und schwimme auch heute nach Wettkämpfe und kann Dir sagen, dass die Aussage von wurststurm nur zum Teil richtig ist. Tatsächlich darf man keine Bahn mehr unter der Wasseroberfläche durchtauchen, sondern muss vor den 15m wieder an der Wasseroberflache sein. Das bedeutet aber nicht, dass ab da wieder geatmet wird. Auf kurzen Sprintstrecken (also bis 50m) versucht man möglichst nicht zu atmen. d.h. das Gesicht bleibt gerade mit Blick auf den Beckenboden und man knallt halt voll durch. Denn jede Bewegung des Kopfes zur Seite erzeugt Wasserwiderstand und bremst einen natürlich. Der Weltrekord über 50m Freistil (Kraul) liegt bei knapp unter 21 sek. Das ist also grundsätzlich kein Hexenwerk über die Zeit die Luft anzuhalten. Die Rechnung geht natürlich nicht richtig auf, da die Muskeln ja Sauerstoff verbrauchen. Ich schaffe daher zB im Wettkampf nur ca. 30m ohne Luft zu holen und muss dann einmal Atmen. Wenn ich aber entspannt tauche schaffe ich auch die 50m. Anders sieht das aber bei Strecken von mehr als 50m aus. Hier ist die richtige Atmung wieder wichtig weil sonst die Muskeln keinen Sauerstoff mehr bekommen und schnell "zu" machen. Um auf die Fragen zurückzukommen, ja wir trainieren das Luftanhalten. Das Streckentauchen allerdings nicht, da einem das tauchen wie erwähnt ab 50m keinen Vorteil mehr bringt. Es ist eher so das wir dann zB 25m Sprint ohne Atmung schwimmen oder von Bahn zu Bahn die Atmung verringern. Das sieht dann zB so aus, dass man die erste Bahn alle 2, dann alle 3, 4, 5, 6 Armzüge atmet und dann das gleiche wieder rückwärts.

Ok danke für Antwort. Ich denke mal,dass wenn langeweile im Training herrscht,dass dann mal Strecke getaucht wird, Unterwasserringe geblasen werden oder Schnick Schnack Schnuck Unterwasser gespielt wird.

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