Was ist beim Boxen ein Knock Out physiologisch gesehen ?

1 Antwort

Beim Boxen gibt es sogenannte K.O.-Punkte, nämlich Aorta, Herzspitze, Halsschlagader, Schläfe, Kinn, Solar plexus, Milz, Magen, Leber, Kehlkopf. Werden diese Stellen während des Kampfes voll getroffen, so reagiert der Körper physiologisch immer anders. Ein Schlag auf die Halsschlagader z.B. verursacht das Zusammenziehen besagter Ader und das Gehirn wird nicht mehr versorgt. Es funkt dem Herzen, mehr und schneller zu pumpen, was dieses auch tut, doch durch die Verkrampfung der Ader kann das Gehirn immer noch nicht versorgt werden. Die Folge ist ein Kreislaufkollaps, der gesamte Organismus bricht zusammen und man wird bewusstlos = K.O. Und das, was hier so ausführlich erklärt wurde, funktioniert in der Realität so schnell wie ein Wimpernschlag.

Beim Schlag auf die Kinnspitze ist es so, dass das Hirn gegen den Schädel prallt, und man deshalb K.O. geht.

Gruß Blue

Danke für deine gute Antwort. Gibt es dabei nicht schnell mal bleibende Schäden ? Bei einer O2-Unterversorgung des Gehirns kann dies ja schnell mal passieren.

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@moachel

Natürlich ist es nicht gesund, wenn wir extreme Erschütterungen am Hirn - egal welcher Art – ertragen müssen. Nicht nur Boxen, sondern z.B. auch der Kopfball beim Fußball, die Landung eines perfekten Saltos (auf den Füßen!) erschüttern das Gehirn – mal mehr, mal weniger stark. Wo Licht ist, ist eben auch Schatten, und nahezu jede Sportart hat neben positiven auch negative Aspekte.

Durch Hiebe auf den Kopf können Neuronen und andere Hirnzellen verletzt werden. Dies wurde bei Untersuchungen der Rückenmarkflüssigkeit bei Amateurboxern nach schweren Kopftreffern – trotz Kopfschutz - festgestellt.

Unfallopfer erleiden nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma Gedächtnisstörungen und Erinnerungslücken, im Extremfall stellen sich auch Langzeitschäden ein. Warum sollte es im Boxsport bei schweren Hieben auf den Kopf anders sein?

In einer Studie haben Loosemore und seine Kollegen festgestellt, dass jeder fünfte bis zehnte Profiboxer dauerhafte Hirnschäden davon trägt. Doch auch andere Verletzungen sind nicht von Pappe, nach schweren Schlägen können Boxer erblinden oder gehörlos werden. Nicht umsonst heißt es umgangssprachlich „Der hatte wohl einen Kampf zu viel!“. Auch liest man immer wieder von Boxern, die nach schweren Kopfschlägen ins Koma fielen und verstorben sind (z.B. Jesus Chavez und Martin Sanchez).

Wissenswertes zu Thema findest Du übrigens hier:

http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/Hirnschaeden-Boxsport;art304,2534176

Gruß Blue

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@DeepBlue

coole Antwort ! nicht schlecht. Danke

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