Pull up - Unterschied der Griffvarianten?

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2 Antworten

Hi,

stell dir den Buchstaben "Y" vor, den hängen wir jetzt an eine Klimmzugstange und das bist jetzt du. Dein rechter Arm zieht nach oben rechts, wo du aber nicht hinwillst. Deswegen zieht dein linker Arm nach oben links, wo du zwar auch nicht hinwillst. Aber die Gegenkräfte (Zug nach links und rechts) können sich nur so ausgleichen und damit neutralisieren. Das Resultat: du bewegst dich nur nach oben. Für den Zug nach rechst und links musst du aber zusätzliche Kraft aufwenden, was die Übung damit schwerer macht und da sich diese Kräfte gegenseitig neutralisieren, nutzen sie deiner Bewegung nach oben nicht. (Je breiter der Griff, umso stärker diese Seitenkräfte und damit schwerer die Übung.)

Das nur als bildliche Erklärung. Physikalisch richtiger wäre ein Hinweis aufs Kräfteparallelogramm oder eine Vektorzerlegung der Zugkräfte. Allerdings kann die Biomechanik der Gelenke von dieser physikalisch optimalen Achse etwas abweichen. So ist bei Klimmzügen eine absolut senkrechte Armposition nicht optimal, was am Zusammenspiel aller beteiligten Gelenke liegt (Stichwort z.B. Schulterblattführung).

Die individuell vom erfahrenen Sportler als "normal" empfundene Griffbreite ist das Optimum in Bezug auf die günstigste Gelenkführung und Effiziens der eingesetzten Kraft.

Bei sehr engem Griff wird es auch wieder schwerer, da der Latissimus in ungünstige Zugrichtung gebracht wird und der schwächere Bizeps diesen Anteil übernehmen muss.

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Kommentar von Durnson
30.10.2016, 19:56

Vielen dank!

Heisst das nun,dass der breite Griff mehr trainiert oder ist er einfach nur schwerer? 

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Hi,

Zielmuskel ist bei allen Variationen von Klimmzügen der Breite Rückenmuskel (Latissimus). Dabei unterstützen aber zahlreiche Muskeln die Bewegung: Trapezmuskel, Rautenmuskel, großer Rundmuskel, Rückenstrecker,
Bizeps, Armbeuger, etc. Je nachdem wie weit oder eng man nun die Klimmzugstange fasst, können diese "Synergisten" mehr oder weniger stark beansprucht und mit gekräftigt werden. Bei der weiten Griff-Fassung wird meist im Obergriff ausgeführt, die enge im Untergriff und die "normale" im Hammergriff.

Wenn Du die breiten Klimmzüge im Obergriff (=Ristgriff) ausführst, kannst Du sie in den Nacken oder Richtung Brust ziehen. Viele Kraftsportler glauben, dass das die effektivste Art von Klimmzug für den Latissimus ist. Je
weiter der Griff ist, um so weniger werden die Arme, aber um so mehr wird der
Breite Rückenmuskel belastet.

Wenn Du die Klimmzüge eng im Untergriff (=Kammgriff) ausführst, werden die Oberarme mehr beansprucht. Wer seinen Bizeps nicht mit Isolationsübungen traktieren will oder kann, ist mit dieser Variation bestens bedient. Diese Art Klimmzüge fallen einem deshalb leichter, weil eben der Bizeps ganz extrem die Bewegung unterstützt.

Bei den normalen Klimmzügen ist die Griffweite ungefähr schulterbreit. Meist wählt man hierbei den Hammergriff. Auch hier werden die Oberarme stark mit beansprucht – aber nicht so extrem wie bei der engen Variante.

Gruß Blue

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Kommentar von nafetsbln
31.10.2016, 18:02

Ich hatte oben schon geschrieben, dass eng gegriffene Klimmis mit senkrechter Armachse nicht günstig für die Gelenkführung sind. Du hast naturlich Recht: dieser enge Griff ist gut, wenn sich, wie von dir beschrieben, die Hände im Kammgriff (Handflächen zum Korper) befinden.

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