Wie kann ich meine Chronischen Abduktoren/Adduktoren Probleme lösen?

 - (Fussball, probleme, Adduktoren)

5 Antworten

den einen Tipp, der hilft, kann dir hier wohl niemand geben. Die möglichen Ursachen sind viel zu vielfältig.

Wann verspannt ein Muskel?

wenn die Gelenkmechanik nicht stimmt, wenn Gelenk-Verletzungen vorliegen (Schutzspannung), wenn muskuläre Verletzungen vorliegen, wenn der Muskel nicht korrekt innerviert wird (neurologisch), wenn der musk. Energiestatus nicht stimmt, wenn Überlastung vorliegt, wenn der Zu- und Abtransport nicht stimmt, wenn Bewegungsabläufe nicht optimal ausgeführt werden, wenn Muskelungleichgewicht besteht. Vielleicht gibts noch mehr...

Gelenkmechanik: hast du X-Beine, stimmt der Q-Winkel des Hüftgelenks nicht? Hier könnten evtl. Fußeinlagen helfen, das ist ein weites orthopädisches Feld.

Gelenkverletzungen: gibts irgendwo eine Arthrose im Entstehen, hattest du Unfälle in den letzten Jahren, die das Hüft- oder Kniegelenk betrafen? Hattest du eine Schnapphüfte oder ein runners knee (beides mit Iliotibialband und damit den anhängenden Muskeln assoziiert)?

muskuläre Verletzungen: in all den Jahren deines Fussballlebens hattest du sicher häufig einen Muskelkater oder ab und an mal ne Muskelzerrung oder einen "Pferdekuss". Muskelverletzungen müssen immer gut ausheilen, sonst entwickelt sich mit der Zeit immer mehr Bindegewebe im Muskel, das nicht die gleiche Plastizität wie der Muskel selber hat, es dehnt sich also wesentlich weniger und wenn der Muskel in gespannter Position (Laufen, Sprinten, Ausholen zum Schuß) eine Kraft entwickeln muss, können Stopp-Signale ausgelöst werden. Der Muskel macht zu. Verkrampft. Hier sind Bewegungen gut, die den Muskel in gedehnter Position trainieren. Wenn das der Fall ist: das Gegensteuern dauert lang, muss regelmäßig durchgeführt werden, ist aber schnell und leicht ins tägliche Leben zu integrieren. Der Schenkelbindenspanner (SBS) hilft das Bein nach vorne zu ziehen, nach außen abzuspreizen und nach innen zu rotieren. Für ein Training legst du dich rücklings auf ein Bett, leicht seitlich zum Bett hin auf die Bettkante, lässt das trainierende Bein zuerst ganz entspannt zum Boden herabhängen und hebst es dann hoch mit zunehmeder Innenrotation. Beim Runterlassen rotierst du leicht auswärts und bringst das Bein runter in leicht gedehnte Haltung zum Boden. Du solltest die Spannung im SBS dabei mit der Hand nachverfolgen. Beim untersten Punkt setzt du auf und fühlst wie sich auch der Muskel entspannt. Dann hebst du wieder an. Steigere dich bitte sehr langsam, ein Verkrampfen oder Muskelkater sind unbedingt zu vermeiden.

Innervation: die Ansteuerung durch den Nerven ist nicht optimal. Wenn z.B. der Nerv nach der benötigten Bewegung nicht früh genug mit dem Feuern aufhört, bleibt der Muskel zu lange kontrahiert. Das ist Fachgebiet für einen Neurologen. Es kann auch mit erhöhter Aufregung, Nervosität, Reizbarkeit, Stress zu tun haben.

der muskuläre Energiestatus: die energetische Regeneration ist beim erneuten Muskeleinsatz noch nicht abgeschlossen. Oder der Muskel ist aus anderen Gründen (zu häufig angespannt?) energieschwach. Das kann am Essen liegen, an unausgewogenen Mahlzeiten, an (Vitamin)Mangelzuständen. Das äußert sich entweder im ATP-Gehalt des Muskels selber oder an den Begleitumständen, die bei der Energiegewinnung beteiligt sind. Hier helfen entweder ein paar Tage Pause mit gutem Essen. Alternativ kannst du es mit Kreatinsupplementierung versuchen (wenn das nach 1 Monat nichts hilft, kannst du es wieder vergessen). Oder z.B. der Mineralhaushalt ist nicht in Ordnung. Es muss nicht immer das bekannte Magnesiumdefizit sein, ebenso muss der Natrium-, Calcium- und Kaliumgehalt stimmen. Die Mineralien wirken teilweise als Antagonisten, selbst wenn der Gehalt von einem stimmt, der Antagonist aber nicht, kann das zu Muskelproblemen führen. Das also auch mal checken lassen.

Überlastung: bist du recht schwer (evtl. leicht übergewichtig) und bist ziemlich (antritts)stark? Dann müssen so kleine Muskeln wie der SBS sehr hohen Kräften standhalten, die auch zu vorzeitiger Ermüdung führen können.

Zu- und Abtransport: zum Muskel müssen sowohl Energie und Sauerstoff hintransportiert werden, wie Abfallstoffe und CO2 abtransportiert werden. Wenn es hierbei Störungen gibt, macht der Muskel auch schlagartig zu. Interessant ist ein Phänomen, das Bodybuilder absichtlich herbeiführen, um bei Bühnenshows massiger auszusehen: sie "pumpen" den Muskel vorher auf, also Blut hinein und das hält sich dann auch ein Weilchen, weil aufgrund des Spannungszustands der Blutabtransport gehemmt wird: die Venen werden aufgrund des hohen Drucks im Muskel abgedrückt, das Blut bleibt im Muskel. In dem Zustand sind die Muskeln aber nicht mehr leistungsfähig, da der Transport unterbleibt. Wenn du durch deinen sportlichen Einsatz durch unbekannte Faktoren näher als andere an ein solches "Pumptraining" kommst, dann fehlt dem Muskel sehr schnell die Energie. Interssant ist auch, dass gerade ein energieschwacher Muskel zu Krämpfen neigt (ermüdete Muskeln haben eine verringerte Fusionsfrequenz). Das heisst, dass du für einen optimalen Blutfluss sorgen musst. Gut warmmachen, viele leichte Bewegungen vorher und auch mitten im Spiel, evtl. Gelenke/Muskeln ausschütteln usw. Testweise kannst du es auch hier für 1 Monat mit einem Supplement versuchen: Citrullin. Das stellt die Adern weiter und verstärkt damit den Blutfluss. Wenn es nicht hilft, setz es wieder ab, dann ist es Geldverschwendung.

Bewegungsabläufe: du drehst z.B. die Fußspitzen beim Laufen zu weit nach innen, was eine Innenrotation des Oberschenkels bedeutet. Dazu muss der SBS die ganze Zeit arbeiten und es kommt schneller zur Ermüdung bzw. Krampf bei höheren Belastungen. Auch Teile der bei dir schmerzenden Adduktoren sind an der Innenrotation beteiligt. Also auf die Fußstellung, vor allem beim Gehen und Rennen (Sport) achten. Evtl. liegt dem auch eine andere dir typische Eigenart beim Gehen/Rennen zu Grunde. Das kann dann ein erfahrener Trainer z.B. bei einem Sprint erkennen. Wenn die Muskeln generell in zu kontrahierter Position sind, arbeiten sie dauernd zu viel. Achte darauf, dass du zwischen Arbeitseinsätzen (während des Spiels als auch generell) immer wieder die Muskeln streckst und lockerst.

Muskeln sind nicht im Gleichgewicht: falls Antagonisten zu stark sind und der SBS nur selten, dann aber heftig eingesetzt wird, ist er den Anforderungen nicht gewachsen. Verletzungen oder Verkrampfung kann die Folge sein.

Probleme mit den Adduktoren sind sehr hartnäckig und auch unterschiedlichst in der Ursache. Oft ist wohl auf lang anhaltende Überlastung die Ursache, verbunden mit Verletzungen, die nicht ausheilen konnten. Vielleicht sind es Vernarbungen im Gewebe. Im Ultraschall sollte man dann eine sog. Diskontinuität sehen. Lass mal einen Sportarzt ein Ultraschall machen.

Ähnliche Schmerzen hatte ich früher auch.

Bei mir war der Auslöser allerdings, wie Jogging in den Raum geworfen hat, meine Hüftdysplasie.

Präventiv musste ich auch jahrelang vom Orthopäden veranlasste Einlagen in meine Schuhe legen.

Dadurch ist der "Grad" stagniert bzw glücklicherweise nicht mehr schlimmer geworden.

Unter Umständen hilft's Dir ja vielleicht auch medizinische Einlagen zu tragen?

Bin da auf medizinischer Ebene auch nicht zu fit um ehrlich zu sein.

Hoffen wir mal auf eine baldige verlässliche Prognose!

Hey Timo,

da musst du dich in therapeutische Behandlung begeben. Hier kann nur jeder nur mutmaßen. Du sagst, du warst bereits bei mehreren Ärzten? Suche dir absolute Spezialisten, die sowohl Sportmediziner als auch manual - oder Osteopathen sind. Gegebenenfalls musst du dafür auch längere Strecken und Eigenbeteiligung in Kauf nehmen. Erkundige dich ganz genau, wer bei dir in der Nähe kompetent ist und von Sportlern empfohlen wird. Und gehe schon mal davon aus, dass es ein langer Weg der Therapie wird, nachdem du die Probleme ja schon so lange hast.

Viel Erfolg!

Ich habe echt schon viele Spezialisten durch & schon einiges gezahlt.. im prinzip ist mir das geld egal weil mir die gesundheit wichtig ist.. ich weiß einfach nicht mehr wo ich hingehen soll

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