Schläge einstecken?

3 Antworten

Ich habe früher mit lockeren Schlägen, feste Faust, auf die Wand begonnen, den Schmerz zu unterdrücken, über den Willen. Es geht. Irgendwann hämmert man dann richtig drauf, weil alles passt. Wenn Du anfängst, mit Partner, Schläge wegzustecken, immer wieder, lachst du später darüber. Am Anfang ist das Gefühl, getroffen zu werden, eher ein Schreck als Schmerz... das vergeht.

Es gibt eine ganz einfache Trainingsmethode: Man lässt sich immer wieder schlagen. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an die Schmerzen, d.h. die Schläge werden nicht mehr so intensiv wahrgenommen. Mit steigendem Schmerzlevel kann man auch härtere Schläge einstecken.

Auch kann man die Wucht der Schläge durch Muskelanspannung in gewissem Rahmen abmildern. Damit werden zugleich ernstere Verletzungen vermieden. Das Problem hierbei ist das Timing. Eine zu zeitige Anspannung schränkt die eigenen Aktionen ein und en zu späte Anspannung der Muskeln hilft nicht.

Aber: Schläge einzustecken ist weder klug noch gesund.

Sinnvoller und besser ist es zu lernen, Schlägen zu entgehen bzw. Schläge zu neutralisieren oder gar die eigene Kraft des Angreifers gegen ihn selbst zu richten.

Direkte Blöcke der Schläge erfordern nicht viel Kraft. Besser ist es den Schlag abzulenken. Dabei wird bedeutend weniger Kraft benötigt und doch zugleich ungleich mehr Wirkung erzielt.

Die beste Methode jedoch besteht darin, den Schlag ins Leere laufen zu lassen.

Durch geschickte Bewegung des Körpers weicht man dem Schlag aus und bringt sich dabei zugleich in eine gute Position für einen Gegenangriff. Auf diese Weise kann die Zeit, die sonst für den Block benötigt wird, bereits für eine effektive Gegentechnik genutzt werden.

Die Vollendung der Kunst besteht darin, die Kraft des Gegners, die er für seinen Angriff nutzt im Konter gegen ihn selbst einzusetzen. Dies erfordert aber jahrelanges Training, ein geschultes Auge, eine hervorragende Reaktion, perfektes Timing und ein sehr gutes Distanzgefühl.

Anmerkung: Boxhandschuhe sind auch nur dazu da, die Hand zu schützen. Der Gegner hat dadurch genaugenommen keine Vorteile. Es gibt zwar nicht diesen Knochen-auf-Knochen-Schmerz, aber durch das zusätzliche Gewicht der Handschuhe ist die Wirkung bei einem (Kopf-)Treffer größer.

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