Bedeuten größere Arme immer härterer Schlag beim Boxen?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Hi,

nein, ein harter Schlag ist nicht von größeren/dickeren Armen abhängig. Zudem muss man bei den Armumfängen auch berücksichtigen, ob es sich um Muskel- oder Fettmasse handelt. Beim Boxen kommt es auf die Schlagkraft an, und die ist nicht unbedingt abhängig von der Masse des Armes.

Bei der Schlagkraft muss das Zusammenspiel zwischen Tri- und Bizeps stimmen. Der Trizeps feuert die Faust blitzschnell nach vorn und der Bizeps führt sie genau so schnell wieder zurück. Hinzu kommt, dass man seinen ganzen Körper hinter den Schlag bringen muss. Es muss quasi von den Füßen bis zu den Fäusten alles stimmen!

Als typisches Beispiel kann ich hier den "Braunen Bomber" Joe Louis nennen. Er zählte im Schwergewicht ja nun nicht gerade zu den Muskelpaketen, trotzdem verfügte er über eine enorme Schlagkraft und schickte viele seiner Gegner per KO in den Ringstaub.

Gruß Blue

Generell hängt die Wucht eines Boxschlages (einer Geraden im Boxen) a) von der Masse des Armes (und des dahinter befindlichen Körpers) und b) von der Geschwindigkeit dieser Masse ab. (Masse mal Geschwindigkeit; m * v). Das bedeutet natürlich, dass ein massiger Arm eine höhere Wucht erzeugen kann, als ein dünner. Zusätzlich besteht diese Masse meistens aus Muskulatur, die dann auch zur Erzeugung größerer Schlaggeschwindigkeiten eingesetzt werden kann. Und damit wird deutlich, dass die Wucht des Boxhiebes außer von der Masse des Armes auch von der Auftreffgeschwindigkeit abhängig ist. Beides sollte zusammenkommen. Aus diesen Gründen sind die „klassischen“ Niederschläge (k.o.) in den niederen Gewichtsklassen so selten. Hier gibt es – wenn überhaupt - meistens ein „technisches“ k.o.! Als Negativbeispiel (neben dem von DeepBlue erwähnten Positivbeispiel) könnte Valujew dienen, der zwar massige Arme, aber relativ langsame Schlagbewegungen zeigt.

Größere Arme bedeuten nicht zwangsläufig härtere Schläge beim Boxen. Die Schlagkraft bestimmt sich schließlich nicht aus dem Armumfang. Maßgeblich für die Schlagkraft sind die Gesetze der Physik. Dort wird Kraft als Masse mal Beschleunigung definiert (F = m * a). Häufig wird dies verkürzt auf Masse mal Geschwindigkeit, was jedoch nicht richtig ist.

Verkürzt kann man sagen: Je größer die Masse und je größer die Beschleunigung, desto größer die Schlagkraft.

Aber: An einem richtig ausgeführten Schlag ist nicht nur der Arm beteiligt, sondern der gesamte Körper. Die Faust und der dahinter stehende Arm sind letztlich nichts anderes als die Werkzeuge, die die Kraft auf das Ziel übertragen. Die eigentliche Kraft entsteht durch das korrekte Zusammenwirken aller beteiligten Muskelgruppen einschließlich der Arme.

Die Arme sind damit letztlich auch beteiligt, aber die Kraft der Arme ist im Vergleich zur Kraft des gesamten Körpers doch eher gering.

Betrachtet man den Arm-Umfang separat, so ist natürlich zu berücksichtigen, dass ein dickerer sowohl auf Muskelmasse aber auch auf Fett zurückzuführen sein kann. Letzteres trägt allerdings nicht zu einem stärkeren Schlag bei.

Mehr Muskelmasse selbst bedeutet auch nicht automatisch mehr Kraft. Allerdings hat mehr Masse auch das Potential für mehr Kraft - vorausgesetzt, die übrigen Faktoren stimmen.

Wie eingangs bereits erwähnt wird Kraft durch zwei Faktoren bestimmt: Die Masse einerseits und die Beschleunigung andererseits. Das weitaus größere Potential bei der Erhöhung der Schlagkraft ist dabei in der Beschleunigung zu sehen. Hierbei handelt es sich nämlich um einen Faktor, der durch Training beeinflusst werden kann. Nur auf den Arm beschränkt sind im Wesentlichen zwei Muskeln beteiligt: Der Trizeps, der für das blitzschnelle Vorstoßen der Faust selbst zuständig ist, und der Bizeps, der den Arm nach dem Schlag wieder schnellstmöglich zurückbringt.

Eine Kette ist immer nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Ist die Technik suboptimal, werden die Gesetze der Biomechanik nicht vollständig beachtet und umgesetzt, wird auch der Faustschlag nicht seine volle Wirkung entfalten können und im schlimmsten Fall sogar deutlich schwächer ausfallen als das Beschleunigungsvermögen und die Masse des Armes selbst erwarten lassen.

größere bzw. dickere Arme schließen einen härten Schlag nicht unbedingt aus, aber es kommt vor allem auf die exakte Koordination von Maximalkraft und Schnellkraft, sprich eine gute Schlagtechnik an. DeepBlue hat die Frage schon sehr gut beantwortet.

Was möchtest Du wissen?