Wie lange muss man einen Fahrradsattel einsitzen

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Zunächst: Der Begriff "Einsitzen" stammt aus einer Zeit, als die Sitzfläche noch aus Leder bestand. Dieses Material ist anfangs hart und wird erst später mit der Zeit weicher, dann ist der Sattel "eingesessen". Dies trifft etwa auf den guten alten "Brooks"-Sattel zu, der übrigens immer noch hergestellt wird.

Die meisten heutigen Sättel sind aber aus modernen Materialien, bei denen diese Prozedur nicht mehr erforderlich ist. Sie behalten dauerhaft die Form, in der sie ausgeliefert wurden.

Hinsichtlich Deiner Anpassungsfähigkeit an den Sattel kann ich Dir nur sagen, dass eine pauschale Aussage nicht möglich ist. Mancher braucht sich gar nicht an den Satten gewöhnen, bei manch anderen dauert es einige Tage oder Wochen, wiederum andere passen sich gar nicht an den Sattel an, weil dieser einfach nicht passt.

Wenn Du vorher nur gut gepolsterte Sättel gefahren und jetzt auf einen harten Rennradsattel umgestiegen bist, dann ist es durchaus normal, dass Du jetzt eine ungewohnte Härte spürst. Wenn der Sattel grundsätzlich passt, wirst Du Dich mit der Zeit daran gewöhnen. Die Besserung kommt allmählich, wann, das hängt von der Anpassung Deines Körpers und auch von der Häufigkeit Deiner Fahrten ab - je öfter Du fährst, desto eher die Anpassung. Da Du lange Zeit nicht gefahren bist, gehe ich davon aus, dass Du schon bald weniger Probleme haben wirst.

Wenn der Sattel aber überhaupt nicht zu Dir passt, dann wirst Du dauerhaft Probleme bekommen.

Mit Hilfe eines Tipps, den ich vor einiger Zeit hier geschrieben habe, kannst Du herausfinden oder einen Anhaltspunkt erhalten, wie Du einen richtigen Sattel findest oder ob der aktuelle passt.

www.sportlerfrage.net/tipp/den-richtigen-sattel-fuer-rennrad-oder-mtb-finden

Danke für die Antwort! Es stimmt schon, ich bin vorher breitere und weichere Sättel gefahren. Da man immer liest, härtere Sättel wären für längere Touren besser geeignet, habe ich mir diesen nun zugelegt. Da ich im Moment viel fahre wird es wohl bald besser.

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Bezüglich der Gewöhnung des Sattels muss man unterscheiden: Wenn der Sattel zum bekannten "Kribbeln" oder eingeschlafenen Nerven führt, dann hilft auch keine Gewöhnung, das wird bleiben. Dann ist eher angeraten, die Position des Sattels zu überprüfen oder ein anderes Modell auszuprobieren. Wenn Dir eher die Sitzknochen schmerzen, dann hilft der Gewöhnungseffekt, weil Du mit mehr Kilometern auch mehr Gesäßmuskulatur aufbauen kannst. Bezüglich des Einsitz-Prozesses stimme ich Pooky zu, der fällt bei Sätteln aus Schaummaterial deutlich kürzer aus als bei Kernledersätteln. Wobei ich einer Sache widersprechen muss: Schaum ermüdet teilweise früher als Kernleder (wenn es nachgespannt wird), deswegen verlieren auch Schaumsättel irgendwann ihre Form. manche früher, manche später, das hängt vom verwendeten Schaum ab.

Es kann viele Gründe geben, weshalb dir Dein Allerwertester schmerzt. Grundsätzlich würde ich Dir raten bei einem guten Fachhändler in Deiner Nähe Deine Sitzknochen vermessen zu lassen. Das macht man mit einer Wellpappe. Anhand des Abstandes und Deiner Sitzposition wird dann die Sattelbreite ermittelt. Dieser Link hilft Dir ganz sicher weiter http://www.sq-lab.com/index.php?option=com_content&task=blogsection&id=6&Itemid=88 Viel Erfolg

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