Schrittfehler im Handball

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Es ist ganz einfach, beim Handball dürfen drei Schritte gemacht werden, während der Ball festgehalten wird. Macht man mehr Schritte, ist es ein Schrittfehler und wird mit Freiwurf für den Gegner geahndet.

Halt, so einfach ist es doch nicht :-)

Es gibt nämlich Schritte, die gar nicht als Schritt zählen. Da wäre zuerst mal der Annahmeschritt. Ist man gerade in der Luft und bekommt den Ball zugespielt, dann ist das Aufkommen der sogenannte "Nullkontakt". Der zählt nicht als Schritt, sondern erst der erste Schritt danach. Jeder Handballer lernt, wenn er in der Bewegung angespielt wird, diesen Nullkontakt zu nutzen. Dadurch scheinen es schon mal vier Schritte zu sein.

Was auch nicht als Schritt zählt, ist das Nachziehen des Fußes. Wenn ich meine drei Schritte gemacht habe, darf ich also den hinteren Fuß nachziehen, um die Beine zu schließen. Dadurch wirkt es dann schon mal wie der fünfte Schirtt.

Und dann kommt noch dazu, dass im Hochleistungshandball das Spiel so schnell abläuft, dass die Schiedsrichter es nicht so klar erkennen können. Im Zweifelsfall werden dann Schritte oder das "Abgestanden" (landen im sechs Meter Kreis bevor der Ball beim Wurf die Hand verlassen hat) nicht gepfiffen.

Wenn du es ganz genau nachlesen willst, hier sind die Regeln. Das ist aber nichts, was man mal eben von vorne bis hinten liest: http://www.deutscherhandballbund.de/fileadmin/redakteure/03_schiedsrichter/regelwerk/IHFPublikation2011.pdf

Außerdem zählt der Nullschritt zu den nichtgezählten Schritten. Das heißt auch wenn man schon zwei Schritte oder so gemacht hat und dann hochspringt und mit beiden Beinen gleichzeitig landet wird dieser nicht gezählt und du kannst in dem Fall noch einen weiteren Schritt machen.

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@anne2811

Nein, ich fürchte einen Nullschritt gibt es nicht. Wenn du hoch springst und mit beiden Füßen gleichzeitig landest, zählt das als Schritt, aber eben nur als einer. Meinst du vielleicht das?

Sonst wäre es ja möglich, mit Bocksprüngen ohne zu prellen über das Feld zu hoppeln ;-)

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@Pistensau1980

Das stimmt so aber auch nicht ganz: Wenn du in den Ball erst in der Luft in beide Hände nimmst (sei es nach dem Tippen oder nach einem Pass) und dann mit beiden Füßen gleichzeitig landest darfst du nach diesem Kontakt drei weitere Schritte machen. Daher auch Nullkontakt genannt.

Deine „Hoppeltherorie“ hinkt in so weit, dass die Möglichkeit der drei weiteren Schritte bei einem Kontakt mit beiden Füßen nur dann besteht wenn du den Ball grade in beide Hände aufgenommen hast, sprich einen Pass gekriegt hast oder nach dem Tippen.

Nochmal abschließend: Im Regelfall nicht mehr als 3 Schritte mit dem Ball in der Hand. Nullkontakt + weitere 3 Schritte ist nur erlaubt wenn du den Ball aufnimmst (festhalten) während du in der Luft bist, dann zählt der erste Kontakt nicht als Schritt!

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Wie mein Vorredner schon sagte es gibt da mehrere Möglichkeiten um regulär auf mehr als 3 Schritte zu kommen.

Da sich Handball wie kaum ein anderer Sport in den letzten Jahren in Sachen Schnelligkeit verändert hat wird es natürlich auch für die Schiris immer schwieriger genau zu erkennen ob es jetzt drei oder vier Schritte waren oder vielleicht doch mehr. Deshalb sind Schiedsrichter angehalten nicht mitzuzählen (was auch gar nicht möglich ist – man stelle sich vor di würden 60 Minuten immer nur bis 3 zählen, wirste ja bescheuert) sondern vielmehr aus dem Gefühl zu entscheiden ob das jetzt regelkonform war oder nicht. Leider führt das nicht selten zu Fehlentscheidungen oder zumindest Meinungsverschiedenheiten zwischen Spielern und Schiedsrichtern. Besonders wenn jemand einen unkonventionellen Bewegungsablauf hat wird recht häufig zu unrecht Schrittfehler oder „2 Mal“ gepiffen. Das bezieht sich allerdings nur auf untere Ligen, in höheren Ligen darf man in dieser Hinsicht nahezu machen was man will.

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