Warum sind schwarze Läufer schneller als weiße?

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5 Antworten

Das hängt einfamch mit der Beschaffenheit der Muskulatur zusammen. Es schnell kontrahierende Muskulatur (FT-Fasern) und langsam kontrahierende Muskulatur (ST-Fasern). Rein genetisch bedingt haben schwarze Menschen überwiegend FT-Fasern, und können somit schneller laufen.

Schwarze Läufer haben zwei große Vorteile gegenüber weißen Läufern: erstens besteht ihre Muskulatur aus einem größeren Anteil schnellzuckender Muskulatur (nicht ganz 10% größerer Anteil), und zweitens können Schwarze den aufgenommenen Sauerstoff effizienter zur Energiegewinnung umsetzen. Die schnellzuckenden Muskelfasern sind der Grund warum schwarze Läufer auf 100-Meter-Strecken schneller sind, die bessere Sauerstoffumwandlung führt zu besseren Leistungen im Langstreckenbereich.

An die heikle Frage, weshalb schwarze Sportler schneller rennen können als weisse, hat sich ein Forscher-Duo gewagt. Und eine Antwort gefunden.

Dass schwarze Sportler schneller sprinten können als weisse, ist bekannt. Doch kaum jemand hat sich bis jetzt an die Frage herangewagt, wieso das so ist. Denn wer sie stellt, läuft Gefahr, als Rassist verschrien zu werden.

Dies hat die beiden Forscher Prof. Adrian Bejan von der Duke University in North Carolina und Dr. Edward Jones von der Howard University in Washington nicht davon abgehalten, der Sache auf den Grund zu gehen. Wie sie gegenüber dem Daily Telegraph betonen, ging es ihnen selbstverständlich nur darum, Fakten aufzuzeichnen, ohne zu werten.

Vorteil für die einen, Nachteil für die anderen

Für ihre Studie analysierten sie existierende Körperdaten von Soldaten diverser Nationen. Dabei fanden sie heraus, dass schwarze Menschen - insbesondere solche mit westafrikanischen Wurzeln - einen um etwa drei Prozent höher sitzenden Schwerpunkt haben als weisse Menschen. Dies sorge dafür, dass schwarze Sportler beim Rennen schneller wieder auf den Boden zurückfallen und darum schneller seien.

Die gleiche Erklärung gilt laut den Forschern auch für Schwimmer. Weisse sind im Schwimmsport viel erfolgreicher als Schwarze, von denen kaum einer eine Karriere als Streckenschwimmer anstrebt. Laut Bejan und Jones hilft der tiefere Schwerpunkt den Weissen, weil sie dank ihm einen grösseren Teil ihres Körpers über Wasser halten können. Was zu mehr Tempo führe.

Das hat zum einen genetische Ursachen: Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen aus dem westlichen Afrika "naturgemaess" bis zu 90% FT Fasern besitzen und damit für Sprintdisziplinen wie gemacht sind. Diejenigen aus dem Osten Afrikas sind oft sehr gut für extreme Ausdauerleistungen "gemacht". Es ist aber jetzt nicht so, dass alle Westafrikaner schnell sprinten können, das sind reine Ausnahmen, im absoluten Durchschnitt sind "weisse" und "schwarze" gleich gut, nur in der Weltspitze kristallisieren sich natürlich diejenigen heraus, die zu all dem Training noch die besseren genetischen Voraussetzungen mitbringen.

Afrikaner sind genetisch variierter als alle übrigen Menschen. Es gibt Völker die besonders schnell laufen und i.A. muskulös sind (s.a. Fußballer), und andere die sehr gut bei mittlerer Geschwindigkeit laufen (Kenianer). Besonders gut laufen zu können ist wohl eine besondere Anpassung die sich dort in einigen Gebieten heraus gebildet hat. Obwohl sie in offenen Landschaften große Strecken zurück legen, sind Australier nicht dafür bekannt besonders gute Läufer zu sein, offenbar gab es keine so ausgeprägte Diversifikation wie in Afrika. Neben der Umwelt könnte also auch die Kultur zur Spezialisierung beigetragen haben.

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