Verhält sich ein Bogen bei Kälte und Nässe anders

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2 Antworten

Die Pfeile und der Bogen sind in der Tat von Temperatur und natürlich der Luftfeuchtigkeit abhängig. Die Messgröße hierfür ist die Standhöhe (http://www.bogenundpfeile.de/Materialkunde/Standhoehe.htm).

Ein Bogen besteht aus einer Kombination verschiedener Materialien, häufig aus Holz, Glasfieber, Carbon und einige andere Dinge. Jedes Material hat eine andere Ausdehnung, bei 20° C verhalten sich die Wurfarme also anders als bei 30°C. Daher muss man ständig die Standhöhe überprüfen und nachjustieren. Trotzdem ergibt sich natürlich auch bei identischer Standhöhe eine Abweichung. Der ausgebildete Bogenschütze notiert sich die Visiereinstellung und gleichzeitig auch die herschenden Wetterbedingungen. So entsteht schnell ein kleines Nachschlagewerk und der Bogenschütze wird erkennen, um wie viel die Visiereinstellung bei der jeweiligen Wetterlage abweicht.

Gleiches gilt auch für den Pfeil, auch hier werden verschiedene Materialien verbaut und bei hohen Temperaturen wird der Pfeil weicher und schwingt anders. Dies führt zu einen veränderten Pfeilflug.

Generell gilt, dass der Regen den Pfeil nach unten drückt. Die Regentropfen machen die Sehne und den Pfeil schwerer. Das Ergebnis ist, das bei Regen der Pfeil deutlich tiefer auf der Zielscheibe auftrifft als bei Sonnenschein.

Um das Thema komplett zu machen. Nicht nur das Material, auch der Schütze lassen sich vom Wetter beeinflussen. Gerade an heißen Tagen entstehen kleine Luftspiegelungen, so dass der Schütze die Zielscheibe an einer anderen Position sieht, als sie tatsächlich steht. Mit den Licht und Schattenspielen an Sonnentagen entsteht das "wandern" der Pfeile auf der Zielscheibe. Die Pfeile "folgen" dem Sonnenverlauf.

Beim Regen kommt es in erster Linie darauf an, das Material möglichst trocken zu halten. Der Schütze schützt sich selber mit einer Wasserabweisenden Kleidung mit denen vorher schon Bogen geschossen worden ist. Die Kleidung beeinflusst den Bogenschützen erheblich, daher muss der Turnierschütze auch bei starken Regen auf der Schießbahn stehen und seine Regenkleidung testen.

Durch den Regen saugt sich die Sehne voll mit Wasser, ist die Sehne auch gut gewachst? Außerdem verändert sich durch den Regen die Visiereinstellung oder der Haltepunkt. Auf 90 m kann sich die Visiereinstellung durchaus um 1 cm verändern (der Schütze hat einen höheren Haltepunkt).

Bei Kälte verhält sich die Sehne und die Wurfarme und der Pfeil anders, als bei einer konstanten Temperatur. Auch diese Bedingungen müssen im Vorfeld heraus geschossen werden. Beim Turnier muss der erfahrene Schütze auf die jeweils herrschenden Bedingungen reagieren können. Und zwar so schnell, das möglichst wenig Punkte verloren gehen.

Wichtig ist, dass auch bei großer Kälte die Hände warm bleiben. Hier hilft auch der Einsatz von Taschenöfen.(www.bogenundpfeile.de)

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