Knorpelschaden was tun?

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2 Antworten

Das Thema Knorpelschaden ist ein weites Feld und leider gibt es da bislang nichts, was man machen kann, dass das betroffene Gelenk einfach wieder komplett gesund wird. Da du die Frage aber mit anscheinend solcher Erwartung gestellt hast, schreibe ich hier mal etwas ausführlicher: 


Knorpelschaden teilt man in 4 Stadien ein und es fängt mit leichter Aufrauung an. Die Aufrauung wird im Laufe der Zeit stärker und der Knorpel kann dabei zerrieben werden, das wäre das letzte Stadium. Dann funktioniert das Gelenk nicht mehr richtig. Das Zerreiben geschieht umso stärker, je mehr Druck auf die beiden gegenüberliegenden Knorpel gegeben wird und währenddessen Bewegungen gemacht werden, so wie wenn man z.B. 2 Sandsteine fest gegeneinander drückt und dann bewegt.

Notwendig zur Ernährung des Knorpels ist allerdings auch
wechselnder Druck und Entlastung: Kommt Druck auf ihn, wird etwas "alte" Flüssigkeit ausgedrückt, wird er entlastet, nimmt er neue nahrhafte Umgebungsflüssigkeit auf. Das Problem: der Knorpel muss im Wechsel belastet und entlastet werden, damit er ernährt wird, aber er soll nicht bei hohem Druck an seinem Gegenüber gerieben werden.


Was bedeutet das fürs Training allgemein: jede hohen Belastungen, bei der viel Gelenkbeugung durchgeführt wird, ist kontraproduktiv. Alle Tätigkeiten, wo es Druck und Entlastung im Wechsel gibt, wobei aber gleichzeitig wenig Bewegung durchgeführt wird, sind notwendig. Wie kann man praktisch trainieren: für den Knorpel am besten ist ein Anspannen und Entspannen ohne Bewegung, also isometrisch. Du verharrst in einer gebeugten Position, wie ein Skiabfahrtsläufer (Druckphase) und dann lässt du dich auf den Stuhl hinter dir nieder (Entspannung). Beine locker ausstrecken und durch bewußte Muskelentspannung komplett entlasten. Das im häufigen Wechsel, so lange und oft du willst. Ein Durchgang nicht viel mehr als 20 Sekunden. Das ernährt den Knorpel, ohne ihn abzuschleifen und trainiert die Muskulatur. Das ist das, was für den Knorpel gut ist.


Für deine Schmerzen am besten: das ist sehr schwer zu sagen. Der Schmerz kann viele Ursachen haben, es ist jedenfalls nicht der Knorpel, denn der hat keine Nerven. Häufig "merken" die umgebenden Muskeln (eher das Gehirn, welches die Muskeln dann ansteuert), das im Gelenk was nicht OK ist und arbeiten anders, als sie normalerweise programmiert sind. Daher kommen muskuläre Überlastungsschmerzen und Sehenschmerzen um das Gelenk herum.


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Kommentar von nafetsbln
03.02.2017, 18:46

Dafür kann man dehnen (Hüftbeuger, Kniestrecker, Beinrückseite

und Waden), bestimmte Massagetechniken und Physiotherapie anwenden. Wärmetherapie und auf den Sehnen rollen (black-roll) unterstützt die Schmerzverringerung. Bei Schmerzen können Muskeln selbst in der Ruheposition ggfs. nicht genug loslassen und die Verspannung wird schlimmer. Die Knorpelflächen werden dann auch beim scheinbar entspannten Sitzen gegeneinander gedrückt und bekommen solange keine Ernährung und Sauerstoff eingespült. Also dringend: langes Sitzen vermeiden, denn das schädigt den Knorpel und verschlimmert Schmerzen, die an Muskeln und Sehnen vorhanden sind. Es gibt kein Heilmittel, was den Schmerz "weg macht". Von ständiger Medikamenteneinnahme ist dringend abzuraten. Es ist ein langsamer Prozess und mit den gegebenen Methoden sollte man es versuchen. Ein Arzt hat noch andere Methoden, aber das zu beschreiben, sprengt den Rahmen.

Leider muss ich dir auch sagen, ist Fussball keine gute Wahl bei
einem Knorpelschaden. Sprich beim nächsten Besuch mal mit deinem Arzt und lasse dir alles gut erklären. Eine OP kann sinnvoll sein, wenn alles andere erfolglos geblieben ist und falls der Knorpelabrieb dadurch mit großer Wahrscheinlichkeit gebremst werden kann. Auch operieren Orthopäden viel zu gerne und zu oft und für eine Besserung danach gibt es keine Garantie. Es kann danach auch schlimmer werden. Kortisonspritzen würde ich wegen zu hoher Risiken nicht empfehlen. Probiere also vorher alles andere an Maßnahmen aus und wenn dein Arzt oder Physio dir Übungen zeigt: mache die auch und dauerhaft.

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