Klettern "Abseilen"

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Beim Toprope wird das Seil zum einen hin und her gezogen, es bewegt sich und es könnte sich durch irgendwelche "dummen" Umstände ausklinken, deshalb die letzte Expresse drin lassen. Das ist aber auch aus der Kletterhalle, wo es auch schon vorgekommen ist, dass ein Sicherungspunkt gebrochen / ausgerissen ist. Draussen wird man üblicherweise auch eher einen Schrauber in den Stand hängen und darin Topropen. Guter Stand vorrausgesetzt.

Beim Abseilen wird man aber auch nicht nur einen Bohrhaken verwenden, sofern das irgendwie möglich ist. Ein Stand ist in der Regel immer mit zwei Bohrhaken versehen, idealerweise mit einer Abseilkette verbunden. Das Seil wird zum Abseilen so durch gefädelt, dass beide Haken belastet werden.

Ich kann im Gebirge ja nicht an jedem Stand eine Exe hängen lassen.

Ich würde noch gerne etwas ergänzen (http://machzu.de/gefahrenquellen/#Verwendung_nur_eines_Karabiners): Eine Toprope Umlenkung sollte laut DAV mit zwei gegengleich ausgerichteten Karabinern oder mit einem Safelock-Karabiner oder durch direktes Fädeln von Bühler- oder Ringhaken eingerichtet werden. Zudem muss ein redundantes System geschaffen werden, falls dieses nicht bereits vorliegt. (Beispielsweise durch Verwendung eines zweiten Fixpunktes oder einhängen eines darunter liegenden Hakens.)

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Hej Christoph,

grundelgend erfolgen Ablassen und Abseilen nur an Umlenkungen/Fixpunkten, denen man "100%" vertrauen kann. Daher genügt diese Umlenkung auch und du kommst ohne viel Aufwand auch nicht anders wieder runter.

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Hier muss man sich natürlich die Frage stellen, wie eine solcher Fixpunkt auszusehen hat. Weitere Informationen habe ich hier gesammelt: http://machzu.de/gefahrenquellen/#jedem_Haken_vertrauen (das Info-Script Bohrhaken ist ganz interessant und in der Borhhakenbroschüre vom DAV sind ideale Standplätze und TopRope umlenkungen abgebildet) und wie Flierefluiter schon gesagt hat, seilt man keinesfalls einfach so über eine Bohrhakenlasche ab. Ein großes Problem ist hierbei die Belastung auf das Seil. Da die Kanten meist eckig und möglicherweise scharfkantig sind und die Umlenkungsfläche sehr klein ist, wird das Seil zu stark belastet. Auch kann der Korrosionszustand der Dübel alter Borhaken von außen nicht immer gut beurteilt werden. Situationsbedingt musst du dir auch selber etwas basteln und Haken miteinander verbinden und Material zurücklassen.

Dann möchte ich noch zwei wichtige Dinge zum Abseilen ergänzen:

  • Verknote beide Seilenden vor dem Abseilen miteinander, sodass du nicht über das Seilende hinaus abseilen kannst.
  • Hintersichere mit einer Bandschlinge oder Reepschnur und dem Prusikknoten. Hierbei fixierst du die kurze Bandschlinge oder abgeknotete Reepschnur mit einem Karabiner in einer Beinschlaufe und achtest darauf dass der Knoten nicht in dein Sicherungsgerät einlaufen kann.

Ich hoffe, Du meinst nicht, dass Du zum Abseilen direkt durch eine Bohrkakenlasche fädeln möchtest sondern durch einen Bühler oder einen eingebohrten Ring...

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