.

http://www.kletterfieber.net/salewa-the-nine-im-test-2296/

.

Ich konnte the Nine selber leider noch nicht testen, aber wenn es hält, was es theoretisch verspricht, ist es ein ziemlich geniales Gerät. Besonders neuartig und sinnvoll finde ich die Eigenschaft, dass man damit einerseits dynamisch als auch statisch sichern kann. So kann man mit etwas Übung wohl dynamisch sichern, was aus meiner Sicht sicherheitsrelevant ist. Zudem setzt beispielsweise bei Unachtsamkeit oder einfach keiner Reaktion direkt die statische Sicherung ein.

.

Auch das Click-Up konnte ich noch nicht testen. Da es direkt statisch wirkt, ist das gerätedynamische Sichern nicht möglich. Aus meiner Sicht ein Nachteil. Auch nur unter Entlastung (sofern ich es richtig verstanden habe) wieder öffnen zu können wäre ebenfalls ein großer Nachteil. Dies erschwert beispielsweise das Ablassen an überhängenden Routen.

...zur Antwort

Hallo,

ich finde Gefahrenbewußtsein, Vertrauen und Kritikfähigkeit beim Klettern sehr wichtig und "wähle" meine Klettterpartner auch danach aus bzw. lass mich wirklich nicht von jedem sichern. Wir haben bei uns im Kletter/Freundeskreis ein ganz gutes "Team-Klima" erreicht in dem wir jederzeit offen über tatsächlich gemachte oder auch mögliche Fehler sprechen können. Ich weiß, dass ich mit meinen Kletterpartnern jederzeit über den kleinsten Fehler sprechen kann oder dass wir uns auch gemeinsam fragen können ob etwas beobachtetes theoretisch gefährlich sein könnte. Das Wissen, dass alle gewillt sind Fehler einzusehen und auch zu vermeiden, schafft nochmal sehr viel Vertrauen. Auch wird man hierdurch beispielsweise beim Sichern besser, weil man dinge aktiv diskutiert und aktiv lernt.

Wenn ich mich von jemand neuem sichern lasse, dann will ich ihn schon vorher mal sichern gesehen haben. Wenn mir ein anderer Kletterpartner dem ich vertraue sagt, dass die neue Person wirklich gut sichern kann, dann kann ich ihr auch direkt Vertrauen entgegen bringen. Wenn man kein Vertrauen in die Sicherungstechnik seines Partners hat, dann bringts aus meiner Sicht nichts in die Route einzusteigen, weil man nichts leisten wird und sich ständig komisch fühlen wird.

Ich bin ganz klar für eine "offene Rückmeldekultur". Jeder Kletterer sollte doch min. jeden wirklich wichtigen bzw. gefährlichen Fehler "melden". Dies ist für beide Beteiligten nicht immer leicht aber aus meiner persönlichen Erfahrung nehmen die meisten Menschen die Hinweise sehr positiv auf, bedanken sich ernsthaft und man kommt meist nochmal nett ins Gespräch. Da gibts auch einige negative Geschichten aber im Mittel sollte man sich wirklich trauen und es "passiert" nix schlimmes

Wenn ich mit meinem Kletterpartner über Fehler spreche und er diese nicht einsieht, dann besteht kein Vertrauen mehr (ich wäre mir beim Klettern ständig unsicher) und ich Klettere tatsächlich nicht mehr mit ihm. Wirklich seehr unangenehme Situation, aber je nach Fehler/Verhalten/Bewußtsein einfach für mich persönlich erforderlich. Wenn er den Fehler aber einsieht dann Vertraue ich ihm weiter, selbst wenn der Fehler grob bzw. sehr gefährlich war, weil ich weiß, dass er wirklich aktiv an sich arbeiten wird.

Ach ja und man sollte auch die Bedürfnisse des anderen Respektieren und darauf eingehen.

Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung und hier gibts schon sehr unterschiedliche und aus meiner sicht sehr lockere Einstellungen zu. Allerdings "gehts um unser Leben".

...zur Antwort

Wenn du einen Reibungstritt meinst, also nur die Wand und gerade garkeinen richtigen Tritt trittst, dann hilft es mehr Sohle an die Wand zu bringen (mehr Reibungsfläche) und den Körperschwerpunkt nach hinten zu verlagern (größerer Druck). Benutze beim Reibungstritt also nicht nur die Fußspitze, tritt vielleicht etwas höher an und streck den Hintern etwas aus.

.

Eine gute Übung ist es, eine leichte Route komplett ohne Tritte, also nur auf Reibung zu klettern.

...zur Antwort

Hier gibts Infos zur dynamischen Belastbarkeit von Bandschlingen (sicher gibt es aber auch noch andere Belastungsarten die zu beachten sind):

http://machzu.de/wissen/dynamische-belastbarkeit-bandschlingen/

.

Die dynamische Belastbarkeit von Bandschlingen aus Dyneema® ist in vielen Belastungssituationen nicht bekannt (Sie rissen in Versuchen von DMM häufiger als Bandschlingen aus Nylon, sodass man nicht abschätzen kann, was sie tatsächlich halten würden.) Knoten in Bandschlingen aus Dyneema® setzen die Belastbarkeit auch stärker herab als Knoten in Bandschlingen aus Nylon.

.

Die aktuelle Norm ist aus meiner Sicht nicht vollständig, weil dynamische Belastungen nicht berücksitigt werden. Auch wenn sich in der Praxis andere Bedingungen ergeben, müssen in der Normprüfung mindestwerte sichergestellt werden und dies ist mom. nicht der Fall, weil dynamische Belastung nicht getestet ist bzw. keine Anforderungen existieren.

.

Es wurden zwar andere und "extremere" Situationen getestet, als am Standplatz zu erwarten sind, da jedoch nicht wirklich bekannt ist, was Dyneema® wirklich aushält und da es zu geringen (dynamischen) Bruchlasten tendiert, würde ich mich eher für die Verwendung von Bandschlingen aus Nylon entscheiden. (Auch weil verschiedene Knoten zum Einsatz kommen.) Wenn die Hitzebeständigkeit, die bei Dyneema® geringer ist als bei Nylon, aus Sicht des DAV tatsächlich ein Kriterium darstellt, dann empfiehlt sich ebenfalls die Verwendung von Nylon.

.

In vielen Situationen kann man beim Standplatzbau auch komplett auf Bandschlingen verzichten und alles mit einer Reihenschaltung aus Mastwürfen und dem Kletterseil lösen. (Auch die Selbstsicherung kann am Kletterseil mit einem Mastwurf geschehen.)

...zur Antwort

"Bouldern ist Klettern in Absprunghöhe" wie man immer so schön sagt.

.

Hierbei ist man nicht mit einem Seil gesichert, sondern wird von anderen Menschen gespottet und springt auf den Boden bzw. Matten ab. Hier gibts auch Matten zum mitnehmen, die Crashpads. Spotten ist ein Thema für sich, aber grundsätlich geht es darum, dass man dafür sorgt, dass der Boulderer nach Möglichkeit immer auf den Füßen landet (beim Absprung/Sturz).

.

Bouldern hat eigene Schwierigkeitsskalen als Klettern und ist auch eine eigene Disziplin auf Wettkämpfen. Hier bilden sich aus meiner Sicht auch häufig zwei Lager (Kletterer und Boulderer). Manch einer klettert lieber, manch einer boulderd lieber und ausschließlich oder man mag beides.

.

Für mich fühlt sich Bouldern und Klettern schon anders an, auch wenn alles natürlich auf den gleichen Prinzipien basiert. Die Problemstellung ist leicht anders. Beispielsweise sind Kletterrouten länger und es geht mehr auf die Ausdauer (langes Dach oder schwere hohe Route). Beim Bouldern entstehen häufig kürzere Routen, die es beim Klettern so nur selten gibt, weil man häufig quert oder Züge sehr dynamisch ausgelegt sind (bis zu Sprüngen). So klettert man oftmals anders, weil sich andere Bewegungsabläufe ergeben oder man direkt im Überhang einsteigt, was man sonst vielleicht nicht tun würde.

.

Viele Kletterer/Boulderer sind der Meinung, dass Bouldern die allgemeine Klettertechnik besser schult als Klettern und dass ein guter Boulderer in Kletterrouten besser klarkommt als ein Kletterer in einem Boulderproblem. Bouldern kann auf jeden Fall als sehr gutes und gezieltes Kraft- und Techniktraining angesehen werden.

.

Ach ja: Leidenschaftliche Boulderer sind auch häufig an ihren coolen Bouldermützen zu erkennen ;)

...zur Antwort

Hallo,

der Gewichtsunterschied der zwischen den Kletterpartnern bestehen darf liegt je nach Literatur und Sicherungsmethode zwischen dem Faktor 1.3 bis 1.5.

Bei größerem Gewichtsunterschied ist es sehr wichtig alternative Sicherungsmethoden zu verwenden, da durchaus gefährliche Situationen für den Kletterer und auch Sichernden entstehen können.

In einer kleinen Reihe zum Thema Gewichtsunterschied beim Klettern trage ich gerade verschiedene Sicherungsmethoden zusammen (noch nicht vollständig): http://machzu.de/tag/gewichtsunterschied

Ein Tipp der noch nicht online ist: Im Toprope kann man oft die Seile miteinander verdrehen (2-3 mal um den Kletterpartner laufen) hierbei entsteht oben in der Umlenkung genug Reibung, dass auch ein leichter Sichernder einen schweren Kletterpartner sichern kann.

Einige Methoden solltet ihr nur als erfahrene Kletterer oder unter Anleitung probieren. Auch ist es möglicherweise sinnvoll sich durch eine dritte Person hintersichern zu lassen.

...zur Antwort

Hej Christoph,

grundelgend erfolgen Ablassen und Abseilen nur an Umlenkungen/Fixpunkten, denen man "100%" vertrauen kann. Daher genügt diese Umlenkung auch und du kommst ohne viel Aufwand auch nicht anders wieder runter.

.

Hier muss man sich natürlich die Frage stellen, wie eine solcher Fixpunkt auszusehen hat. Weitere Informationen habe ich hier gesammelt: http://machzu.de/gefahrenquellen/#jedem_Haken_vertrauen (das Info-Script Bohrhaken ist ganz interessant und in der Borhhakenbroschüre vom DAV sind ideale Standplätze und TopRope umlenkungen abgebildet) und wie Flierefluiter schon gesagt hat, seilt man keinesfalls einfach so über eine Bohrhakenlasche ab. Ein großes Problem ist hierbei die Belastung auf das Seil. Da die Kanten meist eckig und möglicherweise scharfkantig sind und die Umlenkungsfläche sehr klein ist, wird das Seil zu stark belastet. Auch kann der Korrosionszustand der Dübel alter Borhaken von außen nicht immer gut beurteilt werden. Situationsbedingt musst du dir auch selber etwas basteln und Haken miteinander verbinden und Material zurücklassen.

Dann möchte ich noch zwei wichtige Dinge zum Abseilen ergänzen:

  • Verknote beide Seilenden vor dem Abseilen miteinander, sodass du nicht über das Seilende hinaus abseilen kannst.
  • Hintersichere mit einer Bandschlinge oder Reepschnur und dem Prusikknoten. Hierbei fixierst du die kurze Bandschlinge oder abgeknotete Reepschnur mit einem Karabiner in einer Beinschlaufe und achtest darauf dass der Knoten nicht in dein Sicherungsgerät einlaufen kann.
...zur Antwort

Ich hatte meine Antwort gerade noch editiert, aber der edit ist irgendwie untergegangen:

.

Der Gewichtsunterschied sollte etwa den Faktor 1.3 nicht wesentlich überschreiten. Falls dies doch so ist und ihr durch sicheres ausprobieren merkt, dass ihr nicht klarkommt, dann gibt es wie gesagt dennoch Alternativen.

...zur Antwort

Hallo,

jeder sollte die Freuden des Kletterns genießen ;)

Was die medizinischen Aspekte angeht kann ich nicht viel sinnvolles sagen. Wenn du dich selbst jedoch nicht als stark übergewichtig, etc. beschreibst, dann sehe ich da überhaupt kein Problem.Als leicht übergewichtige Person wirst du viel Spaß haben können, in den unteren/leichten Geraden auch fast problemlos Klettern können und deine Leistung steigern können.

Als "deutlich" übergewichtige Person würde ich mich etwas beraten lassen, hier würdest du vielleicht schon Kontakte haben. Klettern wird auch in der physiotherapie eingesetzt, vielleicht sogar gezahlt?! Du wirst es selber auch gut einschätzen können, wenn du es das erste mal probiert hast. Wie bei anderen Sportarten würde ich einfach langsam angehn, mal reinschnuppern und auf meinen Körper hörenn und Bewegungen unterlassen die sehr ungewohnt sind und sich seltsam anfühlen.

.

Jeder Anfänger empfindet Klettern bei den ersten malen als anstrengend, weil er noch keine Technik beherrscht und einige vorher nicht trainierte Muskeln beansprucht. Dies ist ganz normal und du wirst dich auch so fühlen. Deine Arme werden Schlapp sein und dein ganzer Körper wird ziemlich angestrengt sein. Lass dich dann nicht demotivieren und schieb es nicht zu sehr auf dein Gewicht. Es geht jedem Anfänger ähnlich ;) Mit der Zeit wirst du lernen, dass ein großer Teil der Kraft aus den Beinen kommt und wie du diese richtig nutzen kannst. Wenn du keinen Klimmzug schaffst, ist das nicht schlimm. Beim ersten mal wirst du aber so klettern, als würdest du nur Klimmzüge machen ;)

.

Was die Sicherheit angeht, so gibt es schon einiges zu beachten, aber auch sehr gute Alternativen! Ich schreibe gerade eine Reihe in meinem Blog. Ein paar Artikel kommen noch, aber hier ist die Adresse: http://machzu.de/tag/gewichtsunterschied/ (Diese Informationen sind nicht für Anfänger geeinget, aber vielleicht liest ja auch jemand erfahreneres mit, für den die Infos hilfreich sind und so weißt du, dass es alternativen gibt.)

.

Je nach Halle besteht für deinen Sicherungspartner eine gute Methode im TopRope darin (noch nicht im Blog beschrieben), die beiden Seilstänge mehrfach miteinander zu verdrehen. Dabei entsteht oben im Seil Reibung, welche nur beim Ablassen wirkt und für das Seil nicht gefährlich ist. Sprech das natürlich mit dem Hallenpersonal ab und lass dir von ihnen Tipps geben.

Ansonsten könnte man deinen Kletterpartner auch an der Wand oder am Boden fixieren, dies muss aber nach hinten unten geschehen. Also nicht an der Route, an der du gerade hochkletterst, weil er sonst an der Wand anschlagen könnte. Das hört sich extrem an, wird aber schon bei garnicht so großem Gewichtsunterschied relevant.

Es gibt auch Hallen die unter der Decke bestimmte Geräte haben, die den Gewichtsunterschied so reduieren, dass ein Kind sogar einen Erwachsenen sichern kann. (Mit den bloßen Händen, ohne Sicherungsgerät)

.

Ich wünsche dir viel Spaß! Bleib motiviert ;)

...zur Antwort