Klettern: Wie kann ich die Sicherheit der Bohrhaken testen?

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6 Antworten

Grundsätzlich klettert man nicht an einem einzelnen Bohrhaken top rope, oder seilt sich an einem Haken ab! Ein Testen von Bohrhaken ist meiner Ansicht nach nicht realistisch und absolute Sicherheit hat man nie. Allerdings kann man durch Beobachtung deren Sicherheit abschätzen. Bohrstaub, zu wenig tief gesetze Schraube, brüchiges Gestein, errodiertes Material, Bohrwinkel... sind u.U. fatale Fehlerquellen, die man aber größtenteils nicht erkennen kann. Garantie gibt es nicht.

Hi
ne Möglichkeit den Bohrhaken zu testen ist wäre einen Karabiner einzuhängen und zu versuchen, den Haken damit zu drehen. Über die Hebelwirkung hat man mehr Kraft als mit der Hand alleine. Wenn er sich drehen lässt, sollte man doch lieber einen Keil oder Friend legen. Ansonsten bleibt nur die augenscheinliche Prüfung auf äußere Korrosionsspuren.

Wenn du genau wissen willst, wie alt die Haken sind, musst du den letzen Routensanierer fragen bzw die DAV-Sektion oder die IG-Klettern, die sich für diesen Felsen verantwortlich fühlt. Wenn du glück hast, stehts im aktuellen KLetterführerr.

Gruß, Daniel

Man kann auch mit einem karabiner dagegen schlagen wenn der Ton Dumpf ist und nich Hoch ist der haken auch nicht mehr wirklich sicher!

Ich schätze folgende Situation: Jeder 1000ste Bohrhaken ist schlecht gesetzt. Jeder dieser Haken bricht mit einer 10% Wahrscheinlichkeit aus, wenn du dich daran hängst. Im Mittel bricht also jeder 10'000ste belastete Bohrhaken aus. Wenn du dich pro Jahr 300 Mal an einen Bohrhaken hängst, wirst du also im Mittel nach 33 Jahren abstürzen. Das ist nicht akzeptabel. Arbeite als mit Redundanz, also mit zwei verbunden Bohrhaken oder mit halten/stehen am Fels. So wirst du nach 100 Jahren abstürzen (=33*33); das dürfte reichen. Variante: Klettere nur auf vielbegangenen Routen, dann bist nicht gerade du derjenige, bei dem der faule Haken ausbricht.

Es stellt sich natürlich die Frage, was das für ein Hakentyp war. Ist der Fels ausgebrochen?

Zu dem Drehtest: der testet nur ob bei Klebehaken der Mörtel abgebunden hat oder es ein Totalversager ist. Bei Expansionsankern sagt der Drehtest noch weniger, sogar wenn die Lasche nicht ganz fest ist kann (muss nicht) der Haken bombig sein (die Schraube kann man nachziehen bis sie packt in dem Fall) Für mehr Infos würde ich die DAV Bohrhakenbroschüre lesen, wenn du es etwas genauer wissen willst.

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