Kann man klettern lernen, auch wenn man etwas Höhenangst hat?

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7 Antworten

Blamieren wirst Du Dich auf keinen Fall! Mach am besten mal einen Schnupperkurs (schau mal hier http://klettern.kurs-muenchen.de/schnupperkurs) und schau, ob Klettern Dir Spaß macht! Idealerweise fängst Du Indoor an und gehst erst zum Klettern nach draußen, wenn Du etwas Erfahrung gesammelt hast und Leute gefunden hast, die genügend Erfahrung beim Klettern haben und diese mit Dir teilen.

Manche Kletter-Lehrer sagen, dass die meisten Kursteilnehmer erst mal Angst haben aber im Anschluss überrascht sind, wie hoch sie doch geklettert sind.

Viel Erfolg nur nur Mut, Klettern macht echt Spaß!

Das kommt sehr drauf an wie krass die Höhenangst bei Dir ist. Ein gewisses mulmiges Gefühl an luftigen Stellen ist vor allem anfangs normal, das lässt sich durch Gewöhnung beim Klettern üblicherweise problemlos in den Griff kriegen.

Es gibt jedoch auch eine krankhafte Höhenangst bei Leuten, die Panikanfälle bekommen, wenn sie nur zwei oder drei Meter überm Boden sind oder von einem Balkon runterschauen. Dann brauchts wohl erstmal eine Therapie der Höhenangst , wofür es verschiedene Ansätze gibt. Wenn die anschlägt, dann kann auch noch einen Schritt weitergehen und das Klettern lernen.

Vielen Dank für Eure Antworten. Von einem Balkon runtersehen ist für mich kein Problem, ich denke dann versuch ich das einfach mal.

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Ich kenne einige Klettertrainer. Von daher weiß ich, dass bei den Kursen immer wieder Leute mit Höhenangst dabei sind. Manchen wird das beim ersten Kletterversuch überhaupt erst bewusst. Von daher muss Du Dir keine Gedanken machen, dass Du Dich blamieren könntest. Ich bin sicher, dass bei einem Kurs auf Deine Bedenken eingegangen wird. Man tastet sich bei einem Anfängerkurs auch langsam an die Materie und an die Höhe heran, sodass Dir das Klettern sogar helfen kann, mit Deiner Höhenangst umzugehen. Ob sie wirklich weniger wird, kann man vorher nicht sagen, aber einen Versuch lohnt es allemal.

Hab mal einen Anfänger mit extremer Höhenangst ans Klettern herangeführt. Auf dem ersten Gipfel ist er fast grün und blau angelaufen. Dann habe ich ihn mal an einem Felsvorsprung in 25m Höhe nachgeholt und "geparkt". Das schien Wunder gewirkt zu haben. Mittlerweile steigt er selbst vor...

Was ich sagen will: Durch systematische Desensibilisierung (oder auch durch "Rosskuren") bekommt man jede Phobie in den Griff.

hallo,

es handelt sich zumeist beim Klettern nicht um Höhenangst, sondern um ungewohnte Höhe infolge des Alltags auf dem Boden, (.....) , die an einigen Tagen und morgens etwas stärker ausgeprägt ist.

Übungs-Tipp: Immer einen Meter höher an der Kletterwand klettern, manchmal auch leicht pendeln, dann gibt es sich, meistens,

Grüssli

Wenn es Dir überwiegend um die Bewegung geht, kannst Du auch beim Bouldern bleiben. Wenn Du (reale) Angst davor hast, abzustürzen, dann hänge Dich vor dem Klettern ins Seil und versuche später auch mal kurze Vorstiegsstürze (Haken auf Höhe der Füße) in 6-8 Metern Höhe. Das Fallen solltest Du als normal akzeptieren. Wenn Du gesichert bist, ist es wahrscheinlich, zu fallen, aber die Folgen sind harmlos.

Bei Deinen bisherigen Bergtouren warst Du ja vermutlich ungesichert. Da zu fallen ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber tödlich.

HTH

Hallo Zusammen,

der Thread ist zwar schon etwas angestaubt aber da mich dieses Thema auch betrifft und hier, entschuldigt bitte, auch so mancher Blödsinn steht, muss ich einfach meinen Senf dazu geben.

Ich selber "leide" unter Akrophobie oder auch Hypsiphobie genannt und Klettere seit einigen Monaten. Es stimmt also das auch Leute mit übersteigerter Höhnangst Klettern erlernen können. Allerdings ist hier ein besonderes Vorgehen gefragt und auf keinen Fall mit dem Holzhammer arbeiten. Sogenannte "Rosskuren" können (selber erlebt) genau das Gegenteil bewirken und die Ängste verstärken.

Man sollte hier auch klar zwischen Angst und Phobie unterscheiden. Das man in gewissen Höhen Angst bekommt ist normal und je nach individuum unterschiedlich ausgeprägt. Eine Phobie ist aber eine irrationale, übersteigerte Angst. Phobiker verlieren die Kontrolle und sind nicht in der Lage logische Entscheidungen zu treffen wie "der eine Meter ist auch nicht mehr so schlimm, ich gehe einfach weiter". Der kopf schaltet ab und es gibt nur noch einen Fluchtgedanken.

Um die Entscheidung treffen zu können an der Panikschwelle noch weiter klettern zu können bedarf es einiger Vorarbeit. Bei mir haben z.B. Abrufkommandos gut funktioniert.

Ich habe mir einige kurze Sätze eingeprägt die in Angstzuständen leicht abrufbar waren. Sätze wie "Ich will da hoch" oder "Einer noch" lenken die Gedanken wieder auf positivere Dinge und ermöglichen es wieder klare Gedanken zu fassen. (Tiefes und Ruhiges Atmen kann hierbei unterstützen). Dies funktioniert nicht von Anfang an aber nach einiger Zeit wird die Panik von diesen Kommandos unterbrochen. Die Angst ist zwar noch nicht besiegt aber man hat immerhin die Möglichkeit die Situation zu analysieren.

Wenn man soweit ist kann man als zweiten Schritt anfangen, sich einen genauen Überblick über die nächsten Tritte und Griffe zu verschaffen. Mir hat es geholfen wenn ich mich hierzu in den Gurt gesetzt habe, der Gurt gab mir ein Gefühl von Sicherheit und damit auch eine gewisse Entspannung. Auf keinen Fall sollte man sich sofort wieder ablassen, dies wirkt wie eine positive Verstärkung. Unterbewusst wird der Boden als GUT und die höhe als SCHLECHT gespeichert (eh klar). Trotzdem muss die Entscheidung in der Höhe zu bleiben von einem selbst kommen, ganz schlecht sind Seilpartner die einen "hängen lassen" weil sie denken so gewöhnt man sich an die Höhe. Dies verstärkt die Panik -> Kontrollverlust!!!

Hat man die Route noch einmal überblickt sieht man meistens das die nächsten Züge garnicht so schwer sind und bemerkt das man nun einige Zeit, ohne Panik in der Luft verbracht hat.

Nach einigen Wiederholungen wird man ohne Probleme (ein wenig Angst darf schon dabei sein) auch neue Routen durchsteigen (wenigstens Toprope). Ich habe ca. drei Monate (ein bis zweimal Klettern in der Woche)gebraucht, bis ich meine erste unbekannte Route geschafft habe. Je kürzer die Abstände zwischen den einzelnen Einheiten umso schneller der Erfolg.

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