Volleyball: Richtig Pritschen (oberes Zuspiel)

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5 Antworten

Der Ball wird mit den Fingern gespielt, zentrale Beuduetung kommen dabei den Daumen und den Zeigefingern (+Mittelfingern) zu. Ringfinger und kleine Finger machen die Körpchenbildung aus physiologischer Ökonomie heraus und ein wenig zur Stabilisierung mit. Das Zurückklappen der Handegelenke erfolgt vor dem Ballkontakt. Mit der Ballberührung erfolgt eine weitere minimale Dehnung der ulnaren Handbeuger, aus der heraus die Handgelenke gestreckt werden. Dabei üben die Daumen und die Zeigefinger einen ausgewogenen Druck auf den Ball, so dass der Ball ohne Rotation gespielt wird. Nach dem Ausklappen erfolgt ein pointiertes Zurückklappen um die sensomotorische Bereitschaft der Handgelenke für den nächste Pass herzustellen. Bei Anfängern (aber auch bei Nichtzuspielern) ist die gesamte Gelenkkette von Zehen bis zu den Fingergelenken involviert. Mit der Ballberührung erfolgt in der gesamten Kette eine kurze Entspannung die mit dem Ausklappen der Handgelenke dann in eine weiche synchrone Streckung übergeht (vor allem Fußgelenke). Ein Kernproblem beim OZ ist die Symmetrie des Körbchens, welche sich auf die Qualität des Ballspiels auswirkt. Ich empfehle meinen Spielerinnen im Zuspiel, früh die Hände zu "sortieren", d.h. in Erwartung der Zuspielhandlung wird das Körpchen möglichst früh vor dem Körper in Hüfthöhe gebildet und dann quasi fertig eingerichtet per Schulterrotation nach oben befördert. Das erleichtert die Symmetrie ganz deutlich. Du musst einmal Spieler beim OZ von hinten beobachten um zu sehen, welch abenteuerlichen Wege z.T. die Hände gehen, um sich am Ende zu einem schrägen Pritschkörbchen zusammen zu finden.

purzel80 20.11.2011, 16:27

@Baumi:

Vielen Dank für die gute Antwort. Im Folgenden hab ich das ganze nochmal in leichter Abwandlung (so wie ich meine es verstanden zu haben) ausgeführt:

  1. Die Kraftausübung der Finger auf den Ball erfolgt über den Daumen,
    Zeigefinger und Mittelfinger! (Ringfinger und kleiner Finger tragen automatisch zur Stabilisierung bei).

  2. Das "Zurückklappen" der Handgelenke erfolgt vor dem Ballkontakt (d.h. bei der Bildung der Körbchenhaltung).

  3. Mit der Ballberührung erfolgt eine weitere, minimale Beugung der Hand im Handgelenk, so dass die Handgelenke ganz gedehnt sind: "Spannung fühlen"!

  4. Dem Ball wird ein Impuls durch "Ausklappen" der Handgelenke gegeben, wobei die Daumen, Mittelfinger und Zeigefinger einen ausgewogenen Druck auf den Ball ausüben. (Dieser wird durch eine außenrotierende Bewegung der Hände unterstützt).

  5. Mit der Ballberührung erfolgt in der gesamten Gelenkkette eine kurze Entspannung (mit Außnahme der entstandenen Spannung im Handgelenk), die mit dem Ausklappen der Handgelenke in eine weiche, synchrone Streckung übergeht.

Häufiges Problem ist:

  • Die Symmetrie des Körbchen!

    (Problembehandlung: das Dreieck wird schon vor dem Anheben der Arme gebildet und dann in der Bereitschafstellung das "fertige" Dreieck vor die Stirn geführt, sprich: das Dreieck nicht erst vor der Stirn bilden.)

    (TIPP: Zur Fehlerkontrolle den Spieler von hinten beobachten).

Wenn sich hier Verständnisfehler eingeschlichen haben, wäre ich für eine Korrektur sehr dankbar!?


Bezüglich meiner Fragen habe ich nun folgende Schlußfolgerung gezogen:

  • Die Bewegungsabfolge bezüglich der Beugung der Handgelenke und Streckung der Arme erfolgt chronologisch. Das heißt, der Ball erfährt zunächst eine kleine Dämpfung durch minimale Beugung der Hände bis zur maximalen Spannung der Handgelenke, was u.a. zu einer "weicheren" Ballführung beiträgt. Anschließend erfolgt eine synchrone Impulsgebung durch Streckung der Arme und "Ausklappen" der Handgelenke, wobei Daumen, Zeigfinger und Mittelfinger zur stabilen Ballführung einen Druck auf den Ball ausüben.

Um mir (uns) diese Technik besser zuzuführen, habe ich nun folgende Idee:

  • Um die angsprochene, chonologische Ausführung zu festigen (oder einzuführen), würde ich mich zunächst auf die Bewegung des Handgelenks und der Impulsgebung durch die Finger konzentrieren (natürlich mit Beachtung der richtigen Körbchenbildung). Meines Erachtens ließe sich dies z.B. durch Pritschen gegen die Wand umsetzen, indem der Abstand zur Wand so kurz gewählt wird, dass die Impulsgebung zunächst nur aus den Händen erfolgen muss. Dabei wird ein leicht erhöhter Anspielpunkt an der Wand gesucht. Wenn die Technik sauber beherrscht wird, kann man die Entfernung zur Wand vergrößern, so dass man die Impulsgebung durch die Arme mit einschließt. Abschließend führt man dann durch eine noch größere Distanz die Impulsgebung durch die Beine und Ganzkörpstreckung hinzu. Dabei würde ich von Anfang an auf die richtige Beinstellung (tiefe, offene Grätschstellung) achten, auch wenn zu Beginn die Impulsgebung nur aus den Händen erfolgt. Der Partner beobachtet dabei den Spieler von hinten und achtet auf die Symmetrie des Körbchen. (Alternativ könnte man die Variation mit dem Abstand auch bei gegenseitigem Zuspiel ausführen).

NUN NOCH ZWEI FRAGEN :)

  1. Wäre diese Methode zum Erlernen und Fehlerausbügeln sinnvoll?

  2. Was hälst Du/Ihr davon, dass Pritschen zu Erlernen, indem man den Ball zunächst mit entsprechender Haltung (Beinstellung, Körperhaltung, Dreieck vor der Stirn über dem Kopf) fängt, anschließend die Ballhaltung kontrolliert und dann die entsprechende Ballspielbewegung ausführt?

    (Kann sich dadurch evtl. eine falsche Durchführung einschleichen, die z.B. später zum Schieben, Drücken oder zu lange Halten des Balles führen kann)?

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Baumi 22.04.2012, 08:06
@purzel80

Sorry, hab hier lange nicht gelesen. Toller Beitrag von dir. Kleiner Verständnisfehler: Die Impulsgebung erfolgt primär mit Daumen und Zeigefingern. Bei der Arbeit mit vor der Hüfte vorbereitetem Pritschkörbschen ist wichtig, dass die Gelenkwinkel in Handgelenken und Ellbogen konstant bleiben, während das Pritschkörbchen in einer reinen Schulterrotation nach oben geführt wird. Googel doch auch mal nach dem "Punkt" von Michael Mallick und Sven Lichtenauer.

Fangen/werfen ist eigentlich immer der erste Schritt, es geht dabei aber v.a. um die Bewegung in das richtige Körper-Ball-Verhältnis.

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Hej Pruzzel 80!

Das oberen Zuspiel vorwärts im Stand bildet die Grundlage für alle Zuspielvarian-ten im oberen Zuspiel. Hier die ausführliche Beschreibung des oberen Zuspiels vorwärts im Stand mit den wichtigsten Knotenpunkten.

A. Hand- u Fingerstellung:

a. vor der Ballberührung

Die Hände befinden sich vor dem Gesicht. Die Finger sind locker gespreizt, Zeigefinger und Daumen bilden ein "offenes" Dreieck und die Handflächen sind etwas zueinander gedreht, so dass die Daumen in etwa zur Nase zeigen. Kurz vor der Ballberührung werden die Hände im Handgelenk leicht nach hinten geneigt, sie befinden sich fast um Ballbreite voneinander entfernt auf gleicher Höhe.

b. im Moment der Ballberührung

Gespielt wird der Ball mit Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger - alle Fingerglieder haben Ballkontakt. Ringfinger und der kleine Finger umschließen den Ball - Ballkontakt haben nur die ersten Fingerglieder – sie sind weniger am Abspiel beteiligt [[Körbchenform der Hände]]. Beim Auftreffen des Balles federn die Finger elastisch zurück die Arme werden gleichzeitig in die Spielrichtung [[ vorne – oben]] gestreckt.

c. nach der Ballberührung

Arme, Hände und die Finger, die den Ball berührt haben, sind völlig in Spielrichtung gestreckt, die Daumen zeigen nach vorne oben.

Knotenpunkte in der Hand- und Fingerstellung:

Hände fast um Ballbreite auseinander

Finger locker spreizen und strecken, nicht zu sehr anspannen

Eigenelastizität der Finger nutzen

die Hände befinden sich immer hinter - unter dem Ball

die Handflächen dürfen den Ball nicht berühren.

B. Der Bewegungsablauf im oberen Zuspiel

a. Bewegung vor der Ballberührung

In der Erwartung des Balles befindet sich der Spieler in einer Schritt - Grätschstellung [[Füße etwa schulterbreit auseinander]], die Beine sind im Kniegelenk leicht gebeugt, der Oberkörper etwas nach vorne geneigt. Die Unter- und Oberarme bilden einen Winkel von nahezu 90 Grad , die Hände befinden sich vor dem Gesicht. Aus dieser Grundstellung vollzieht der Spieler eine Abwärtsbewegung – d.h. die Beine werden in den Kniegelenken noch mehr gebeugt, [[ es kommt zum leichten Knick in der Hüfte]] – die dann in eine Aufwärtsbewegung zum Ball übergeht.

b. Bewegung im Moment der Ballberührung

Im Moment der Ballberührung sind die Beine noch deutlich mehr geneigt als in der Grundstellung. Der Ball wird vor den Augen angenommen, die Aufwärtsbewegung des ganzen Körpers wird fortgesetzt, Arme und Beine strecken sich nach vorwärts – oben [[ den leichte Knick in der Hüfte beibehalten]].

c. Bewegung nach der Ballberührung

Der gesamte Körper streckt sich weiter nach vorne – oben, bis der Spieler sich im Ballenstand befindet. [[ Der gesamte Körper befindet sich "in der Ballflugkurve" ]]

Knotenpunkte im Bewegungsablauf:

das Pritschen ist eine ganzkörperliche Bewegung,der Impuls der Bewegung geht von den Füßen aus und setzt sich durch den ganzen Körper bis in die Fingerspitzen fort

der Körper vollführt eine Abwärts- Aufwärtsbewegung

die ganze Bewegung muss flüssig ohne Pausen ausgeführt werden

der Spieler befindet sich immer hinter dem Ball.

Viel Erfolg beim Üben des oberen Zuspiels,

Ottos

purzel80 20.11.2011, 23:15

Vielen Dank für die ausführliche Erklärung und Mühe. Mit deiner Antwort ist für mich leider wieder eine Frage aufgekommen:

Unter dem Punkt "b. im Moment der Ballberührung" heißt es: "Beim Auftreffen des Balles federn die Finger elastisch zurück die Arme werden gleichzeitig in die Spielrichtung gestreckt."

  1. Als ich die Erklärung von "Baumi" gelesen habe, habe ich mir den beschriebenen Moment sehr stark chronologisch vorgestellt. (siehe mein Kommentar). Das heißt, ich dachte der Ball wird durch minimale Beugung des Handgelenkes zunächst abgefedert. Anschließend folgt der Impuls durch die gleichzeitige Ganzkörperstreckung und Streckung der Hände in Spielrichtung (ohne das es zu einem ruhenden Moment kommt - [Halten des Balles] ) ?

  2. In meinem (wahrscheinlich doch etwas sehr langem Kommentar bei Baumis Antwort ) würde mich in diesem Zusammenhang auch Eure/Deine Meinung bezüglich meiner Frage zur Lernmethode interessieren.

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So viele Fragen/Tipps helfen Leihen wie uns sowieso nicht wirklich weiter.

Es gibt dazu bei Youtube einige Tutorials, die dir ein paar Tipps geben können. Wenn du dieses dann versuchen willst anzuwenden, prischst du dir den Ball am besten immer selber hoch, dabei kann man seine Technik am besten verbessern

versuche den Ball mit den Händen beim näherkommen zu begleiten und dann wegstoßen, wobei der ball aber nur kurz die Hand tatsächlich berührt :)

ich benutze zum Pritschen oft sogar nur drei Finger an jeder Hand, manchmal 4 aber nie den kleinen Finger. Außerdem soll die Pritschbewegung nicht aus den armen, sondern mehr aus den Handgelenken kommen!

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