Volleyball: Richtig Pritschen (oberes Zuspiel)

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Der Ball wird mit den Fingern gespielt, zentrale Beuduetung kommen dabei den Daumen und den Zeigefingern (+Mittelfingern) zu. Ringfinger und kleine Finger machen die Körpchenbildung aus physiologischer Ökonomie heraus und ein wenig zur Stabilisierung mit. Das Zurückklappen der Handegelenke erfolgt vor dem Ballkontakt. Mit der Ballberührung erfolgt eine weitere minimale Dehnung der ulnaren Handbeuger, aus der heraus die Handgelenke gestreckt werden. Dabei üben die Daumen und die Zeigefinger einen ausgewogenen Druck auf den Ball, so dass der Ball ohne Rotation gespielt wird. Nach dem Ausklappen erfolgt ein pointiertes Zurückklappen um die sensomotorische Bereitschaft der Handgelenke für den nächste Pass herzustellen. Bei Anfängern (aber auch bei Nichtzuspielern) ist die gesamte Gelenkkette von Zehen bis zu den Fingergelenken involviert. Mit der Ballberührung erfolgt in der gesamten Kette eine kurze Entspannung die mit dem Ausklappen der Handgelenke dann in eine weiche synchrone Streckung übergeht (vor allem Fußgelenke). Ein Kernproblem beim OZ ist die Symmetrie des Körbchens, welche sich auf die Qualität des Ballspiels auswirkt. Ich empfehle meinen Spielerinnen im Zuspiel, früh die Hände zu "sortieren", d.h. in Erwartung der Zuspielhandlung wird das Körpchen möglichst früh vor dem Körper in Hüfthöhe gebildet und dann quasi fertig eingerichtet per Schulterrotation nach oben befördert. Das erleichtert die Symmetrie ganz deutlich. Du musst einmal Spieler beim OZ von hinten beobachten um zu sehen, welch abenteuerlichen Wege z.T. die Hände gehen, um sich am Ende zu einem schrägen Pritschkörbchen zusammen zu finden.

@Baumi:

Vielen Dank für die gute Antwort. Im Folgenden hab ich das ganze nochmal in leichter Abwandlung (so wie ich meine es verstanden zu haben) ausgeführt:

  1. Die Kraftausübung der Finger auf den Ball erfolgt über den Daumen,
    Zeigefinger und Mittelfinger! (Ringfinger und kleiner Finger tragen automatisch zur Stabilisierung bei).

  2. Das "Zurückklappen" der Handgelenke erfolgt vor dem Ballkontakt (d.h. bei der Bildung der Körbchenhaltung).

  3. Mit der Ballberührung erfolgt eine weitere, minimale Beugung der Hand im Handgelenk, so dass die Handgelenke ganz gedehnt sind: "Spannung fühlen"!

  4. Dem Ball wird ein Impuls durch "Ausklappen" der Handgelenke gegeben, wobei die Daumen, Mittelfinger und Zeigefinger einen ausgewogenen Druck auf den Ball ausüben. (Dieser wird durch eine außenrotierende Bewegung der Hände unterstützt).

  5. Mit der Ballberührung erfolgt in der gesamten Gelenkkette eine kurze Entspannung (mit Außnahme der entstandenen Spannung im Handgelenk), die mit dem Ausklappen der Handgelenke in eine weiche, synchrone Streckung übergeht.

Häufiges Problem ist:

  • Die Symmetrie des Körbchen!

    (Problembehandlung: das Dreieck wird schon vor dem Anheben der Arme gebildet und dann in der Bereitschafstellung das "fertige" Dreieck vor die Stirn geführt, sprich: das Dreieck nicht erst vor der Stirn bilden.)

    (TIPP: Zur Fehlerkontrolle den Spieler von hinten beobachten).

Wenn sich hier Verständnisfehler eingeschlichen haben, wäre ich für eine Korrektur sehr dankbar!?


Bezüglich meiner Fragen habe ich nun folgende Schlußfolgerung gezogen:

  • Die Bewegungsabfolge bezüglich der Beugung der Handgelenke und Streckung der Arme erfolgt chronologisch. Das heißt, der Ball erfährt zunächst eine kleine Dämpfung durch minimale Beugung der Hände bis zur maximalen Spannung der Handgelenke, was u.a. zu einer "weicheren" Ballführung beiträgt. Anschließend erfolgt eine synchrone Impulsgebung durch Streckung der Arme und "Ausklappen" der Handgelenke, wobei Daumen, Zeigfinger und Mittelfinger zur stabilen Ballführung einen Druck auf den Ball ausüben.

Um mir (uns) diese Technik besser zuzuführen, habe ich nun folgende Idee:

  • Um die angsprochene, chonologische Ausführung zu festigen (oder einzuführen), würde ich mich zunächst auf die Bewegung des Handgelenks und der Impulsgebung durch die Finger konzentrieren (natürlich mit Beachtung der richtigen Körbchenbildung). Meines Erachtens ließe sich dies z.B. durch Pritschen gegen die Wand umsetzen, indem der Abstand zur Wand so kurz gewählt wird, dass die Impulsgebung zunächst nur aus den Händen erfolgen muss. Dabei wird ein leicht erhöhter Anspielpunkt an der Wand gesucht. Wenn die Technik sauber beherrscht wird, kann man die Entfernung zur Wand vergrößern, so dass man die Impulsgebung durch die Arme mit einschließt. Abschließend führt man dann durch eine noch größere Distanz die Impulsgebung durch die Beine und Ganzkörpstreckung hinzu. Dabei würde ich von Anfang an auf die richtige Beinstellung (tiefe, offene Grätschstellung) achten, auch wenn zu Beginn die Impulsgebung nur aus den Händen erfolgt. Der Partner beobachtet dabei den Spieler von hinten und achtet auf die Symmetrie des Körbchen. (Alternativ könnte man die Variation mit dem Abstand auch bei gegenseitigem Zuspiel ausführen).

NUN NOCH ZWEI FRAGEN :)

  1. Wäre diese Methode zum Erlernen und Fehlerausbügeln sinnvoll?

  2. Was hälst Du/Ihr davon, dass Pritschen zu Erlernen, indem man den Ball zunächst mit entsprechender Haltung (Beinstellung, Körperhaltung, Dreieck vor der Stirn über dem Kopf) fängt, anschließend die Ballhaltung kontrolliert und dann die entsprechende Ballspielbewegung ausführt?

    (Kann sich dadurch evtl. eine falsche Durchführung einschleichen, die z.B. später zum Schieben, Drücken oder zu lange Halten des Balles führen kann)?

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@purzel80

Sorry, hab hier lange nicht gelesen. Toller Beitrag von dir. Kleiner Verständnisfehler: Die Impulsgebung erfolgt primär mit Daumen und Zeigefingern. Bei der Arbeit mit vor der Hüfte vorbereitetem Pritschkörbschen ist wichtig, dass die Gelenkwinkel in Handgelenken und Ellbogen konstant bleiben, während das Pritschkörbchen in einer reinen Schulterrotation nach oben geführt wird. Googel doch auch mal nach dem "Punkt" von Michael Mallick und Sven Lichtenauer.

Fangen/werfen ist eigentlich immer der erste Schritt, es geht dabei aber v.a. um die Bewegung in das richtige Körper-Ball-Verhältnis.

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