Und umgekehrt? Kann ich einen Fahrradhelm auch zum klettern nehmen?

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5 Antworten

Ich hab mich zu dem Thema auch informiert, weil ich keinen Fahrradhelm aber einen Kletterhelm hatte. Ich bin einige Touren mit dem Kletterhelm gefahren und dann hat mich mal jemand über das Risiko aufgeklärt, wenn man beide Helmsorten vertauscht. Nutzt du einen Kletterhelm fürs Radeln, fehlt die in der Regel der Schutz für das Gesicht, der durch den Vorbau des Helms gegeben ist. Umgekehrt hat der Fahrradhelm nichts beim Klettern zu suchen. Geht es nur ins Mittelgebirge, hast du in der Regel nur kleine Steinchen, die auf dich fallen können. Wenn du aber alpin unterwegs bist, kommen hier und da mal Steine runter, die schon einige Hundert Meter Fall hinter sich haben. So einen Aufschlag wird der Fahrradhelm und dein Kopf dadrinnen nicht so gut wegstecken, wie ein Kletterhelm. Du kannst dir auf http://www.kletterhelm.com.de auch weitere Tipps durchlesen. Ich habe mir die Infos da mal zu Gemüte geführt und mir dann dort einen Helm geholt. Die haben auch eine Liste mit denen, die am besten getestet wurden.

Nein - eher nicht. Vor allem der Steinschlagschutz ist nicht gewährleistet, wie TomSelleck schon ausgeführt hat.

Geht es nur um den Anprallschutz, dann kann allerdings schon mal ein Fahrradhelm zum Einsatz kommen, z. B. wenn man in einer Kletterhalle oder in einem weitgehend steinschlagsicheren Klettergarten Kinder beim Klettern davor schützen möchte mit dem Kopf gegen die Wand zu prallen (was durchaus passieren kann, wenn sie z. B. am Seil schaukeln wollen), wenn Anfänger ihren ersten Vorstieg machen, oder im Rahmen eines Sturztrainings. Besser ist natürlich ein Kletterhelm, aber besser als ohne Helm ist ein Fahrradhelm in diesen Situationen allemal.

Nein, Klettern mit Fahrradhelm ist nicht sicherer als mit einem Kletterhelm. Der Kletterhelm hat ja zwei Aufgaben zu erfuellen: Er soll (1) vor Steinschlag und (2) beim Sturz vor dem Aufprall auf die Wand schuetzen.

Der erste Zweck laesst sich mit einem Fahrradhelm nicht sicherstellen, weil es zwei Probleme gibt: Zum einen sind die Lueftungsoeffnungen beim Radhelm deutlich groesser, sodass kleine bis mittlerer Steine durch die Loecher sehr viel leichter eindringen koennen. Der Radhelm ist ja nicht dafuer gebaut, dass ein Gegenstand in das Lueftungsloch eindringt und es spreizt. Vielmehr kann er einen Aufprall auf einer flachen Oberflaeche abfangen. Das andere Problem ist, dass der Radhelm sehr schnell zerbricht und vollkommen unbrauchbar wird. Zwar gibt es auch Styroporkletterhelm, die genauso schnell hinueber sind, andere mit einer staerkeren Plastikschale bieten aber immerhin auch noch Schutz vor einem zweiten Stein. Schliesslich ist eine Klettertour nicht einfach nach dem ersten Steinschlag zu beenden, wohingegen eine Radtour nach einem Sturz bei dem der Helm beschaedigt wird quasi immer zu Ende ist.

Der zweite Zweck eines Kletterhelm, Schutz vor Aufprall an der Wand, kann von einem Radhelm zwar auch erfuellt werden, aber die Form von Kletterhelmen wurde eben gerade auf solche Stoesse hin, die ja seitlich auftreten, optimiert.

Aus diesen beiden Gruenden wurde ich vom Gebrauch eines Radhelmes zum Kletten abraten.

TomSelleck hat schon alles gesagt: Der Fahrradhelm ist dafür einfach nicht ausgelegt. Gerade die sehr großen Öffnungen, die ja beim Radfahren wegen der Lüftung gewollt sind, schränken die Sicherheit beim Klettern enorm ein.

Außerdem sollen die Steine am Helm abprallen, ohne einen dauerhaften Schaden am Helm zu hinterlassen. Ein Kletterhelm hat eine recht zähe Oberfläche und kann solche Einwirkungen gut überstehen, während ein Fahrradhelm die Energie aufnimmt, was gewollt ist, da die Energie, die beim Sturz auf den Kopf einwirkt, größer ist. Durch das gezielte Nachgeben des Materials, nimmt der Helm einen Teil der Energie auf. Dadurch wird dieser aber an der betroffenen Stelle dauerhaft eingedrückt und aus diesem Grund ist ein solcher Helm anschließend auch auszutauschen.

Generell von der Verwendung eines Helmes außerhalb seines eigentlich vorgesehenen Einsatzgebietes abzuraten, da die Sicherheit hier nicht gewährleistet ist. Das trifft im Übrigen auch auf so genannte Kombi-Helme zu, die für mehrere Sportarten nutzbar sein sollen, da die nicht die individuell größtmögliche Sicherheit gewährleisten können.

Hi

abgesehn von den bereits erwähnten Sicherheitsaspekten gibt es noch einen weitern Grund, der für den Kletterhelm beim Kletten spricht:

Kletterhelme sind so designt, daß sie möglichst wenig über die Stirn hinausragen, bei Fahradhelmen hingegen ist vorne öfters mal so ein aerodynamischer Vorbau dran, der beim Klettern massiv stören kann (vorallem, wenn die Wand steil ist und man dicht am Fels "klebt")

Gruß, Daniel

Hallo Slowboarder,

als ich mit dem Klettern angefangen habe hatte ich auch die ersten Male mit einem Fahrradhelm in der Halle trainiert. Aber als ich dann auch an "richtigen" Felsen geklettert bin hab ich sehr schnell gemerkt, dass es nicht das Wahre ist. Größtes Problem ist genau das von dir beschriebene. Die Sicht war durch meinen Helm einfach zu sehr beeinträchtigt. Mein neuer Kletterhelm ist hingegen ein Traum. Weitere Infos: http://www.kletterhelm.net/

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