Seit 2 Jahren Probleme mit Schienbeinkantensyndrom

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4 Antworten

Hallo LilliAlice

Grundsätzlich finde ich wie mein Vorredner, dass ernsthafte medizinische Tipps und Ratschläge hier niemand abgeben kann. Man kann höchstens davon sprechen wie es bei einem selbst verlaufen ist.

Ich hatte das Schienbeinkantensyndrom durch Übertraining ebenfalls. Um es verschwinden zu lassen muss man leider einfach pausieren. Andere Möglichkeiten gibt es nicht. Jetzt musst du dich also zuerst fragen. War es nach deinen mehrwöchigen Pausen weg? Das sieht man an deinem Text nicht wirklich. OK, du sagst es kommt schnell wieder zurück aber um das geht es nicht. War der ShinSplint auch wirklich weg?

Falls ja ist das schonmal super. Als zweites geht es darum zu sehen wie das ganze auftritt. Hast du mal eine wirklich genaue Laufanalyse gemacht? So kann man gegebenenfalls auch sehen was du denn für Einlagen brauchen könntest. Hast du zum Beispiel Pronation oder eher umgekehrt?

Grundsätzlich fühle ich mit dir, auch wenn ich es bei meinen 2 Monaten schon lang fand. 2 Jahre kann ich mir nicht wirklich vorstellen.

Gruss

Shin Splints lassen sich manchmal durch Veränderung des Laufstils beeinflussen. Wenn die Belastung im Moment des ersten Kontaktes zwischen Fuß und Boden auf dem Mittelfuß statt auf der Ferse ist, so kann das helfen. Gerade Hobbyläufer (bin ich auch) neigen zu unökonomischem Laufstil. D.h. wir laufen mit mehr Kraftaufwand, als eigentlich nötig wäre. Gute Profis "schieben" den Boden mit den Füßen nach hinten - ähnlich einem Laufband.

Um das zu erreichen muss der Schwerpunkt des Körpers nach vorne kommen. Kleinere Schrittlänge, der Schritt findet unter- und hinter dem Körper statt, notfalls höhere Schrittfrequenz. Am Ende des Schrittes - unmittelbar vor loslösen des Standbeins - muss die Hüfte in einer kurzzeitigen, kompletten Streckung sein. Das klingt sehr kompliziert, ist aber in guter Literatur mit Bildern anschaulich erklärt.

Die Umstellung ist nicht leicht, da man gerne in alte Bewegungsmuster zurückfällt. Von reinem Vorfußlaufen rate ich ab, da dann Achillessehenprobleme bzw. Vorfußprobleme vorprogrammiert sind.

Na, da sind ja wieder die Wunderheiler gefragt! Das Schienbeinkantensyndrom kann so viele verschiedene Auslöser und Erscheinungsformen haben, dass es kaum möglich ist, diejenige Maßnahme zu erraten, die bei dir zutreffen und dir helfen könnte. Die musst du selbst herausfinden. Wenn du z.B. auf festem Untergrund läufst oder beim Laufen über die Ferse abrollst, würde ich dir raten, auf weicherem Untergrund zu laufen und deinen Laufstil zu wechseln, nämlich von Fersenlauf auf Vorfußlauf. Aber ob das helfen kann, steht in den Sternen.

Hi und hallo,

zunächst sollte klar sein, dass es ein Schienbeinkantensyndrom ist. Davon abzugrenzen wären Stressfraktur und Kompartmentsyndrom. Das wird leider immer mal wieder flasch diagnostiziert. Beim Schienbeinkantensyndrom ist typischerweise ein druckschmerzhafter Punkt an der Schienbeininnenseite im unteren Drittel des Schienbeins zu tasten.

Problem bei der Verletzung ist, dass die Schmerzen v. a. zu Beginn oder auch nach einem Wiedereinstieg nicht extremst schmerzhaft sind und so auch längere Zeit ganz gut ausgehalten werden können. Dadurch schieben viele die nötige Laufpause nach hinten und verlängern diese damit.

Letzten Endes hilft aber beim Schienbeinkantensyndrom nur eines: Absolute Laufpause! Im akuten Stadium hilft Kühlen mit Eis. 3 x täglich. Ansonsten kann ich dir als Medikament noch Enelbin Paste empfehlen. Erwärmte Paste abends vor dem zu Bett gehen auftragen, eine Lage Mull drüber, eine Lage Frischhaltefolie drüber und dann schön mit einem festen Verband fixieren. Mein "Killertipp" gegen die Seuche am Schienbein. Das würde auch im chronischen Fall helfen die Beschwerden zu lindern.

Entscheidend ist aber immer die Ursachen auszuschalten. Da du bereits länger damit rummachst hast du diese entweder noch nicht eliminiert oder aber du hast dir die Verletzung inzwischen chronisch gelaufen. Im letzteren Fall kannst du nur hoffen, dass es nach ein paar Jahren wieder verschwindet. Der erste Fall muss aber zunächst der Ansatz sein.

Bei einem Senk-Spreizfuß z. B. kann durch die dadurch geförderte Überpronation (= übermässiges nach innen knicken des Fußes) durch eine orthopädische Einlage eingeschränkt werden. Eine Einlage hast du bereits. Diese scheint auch zu helfen. Demnach könnte ein weiterer Ansatzpunkt bei den Schuhen liegen. Hier stellt sich die Frage welche Laufschuhe du verwendest? Wo und warum hast du diese gekauft? Wie alt sind die Schuhe? Passen Sie tatsächlich zu dir und deinem Abrollverhalten und v. a. auch zu den Einlagen?

Unter folgendem Link findest du mal die wichtigsten Kriterien zum Laufschuhkauf auf einen Blick: www.laufschuhkauf.de/tipps-zum-laufschuhkauf-xi/

2 Jahre mit Problemen: Da würde ich die Frage stellen ob du auch als Hobbyläuferin nicht lieber mal eine ausführliche Bewegungsanalyse machen solltest. 150,- € für 2 Jahre ohne Beschwerden laufen wäre doch super gewesen oder? Je nachdem wie ausführlich das ganze gemacht wird kann es auch günstiger sein.

Neben dem Laufschuhen kann es durchaus Sinn machen auch am Laufstil zu arbeiten. Hier kann die Optimierung der Lauftechnik im Hinblick auf einen flacheren Fußaufsatz helfen.

Ganz abgesehen davon solltest du auch deine Trainingsgewohnheiten überprüfen. Häufig liegt auch hier ein Schlüssel zum verletzungsfreien Laufen.

Gute Besserung und vollständige Genesung!

Mit laufenden Grüßen Wiesel2002

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