Ballwurf beim Tennis-Aufschlag zu hektisch und ungenau - was kann ich tun?

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6 Antworten

Hallo, der Hauptfehler besteht darin, das beim Ballwurf das Ellenbogen und/oder auch das Handgelenk eingesetzt wird. Versuche mal, die Gelenke zu fixieren und den Ball mit einer ruhigen Bewegung aus dem gestreckten Arm zu werfen/heben. Setze dabei ruhig die Knie mit ein, sodas sich der ganze Körper in der Aufwärtsbewegung befindet und lasse den Ball erst am höchsten Punkt los. Nach ein bisschen üben wirfst du so ruhig und präzse, das der Ball wieder in deine Hand zurück fällt, wenn du sie gestreckt am Loslass-Punkt hälst.

Beim Aufschlag ist nicht die Schlagbewegung schwer, sondern der Ballwurf. Die Schlagbewegung wird oft nur deshalb immer schlechter, weil der Ballwurf schlecht ist, und sich die Schlagbewegung an den schlechten Ballwurf bzw. Treffpunkt anpassen muss. Erfahrungsgemäß wird auch der Ballwurf so gut wie von niemandem isoliert trainiert, sondern eigentlich nie bewusst als Ballwurf, sondern nur im Rahmen der gesamten Aufschlagbewegung. Male dir doch einfach mal einen Kreis mit einem Durchmesser von etwa 30 cm leicht rechts und etwa 20 cm vor dir in den Sand, und versuche mit dem Ballwurf für den Aufschlag den Ball in den Kreis hineinzutreffen. Simuliere bei dieser Bewegung ruhig auch die Schlagbewegung mit dem Schläger mit, schlage den Ball aber nicht, sondern lass den Ball auf dem Boden aufkommen. Wenn der Ball in dem Kreis aufkommt, war der Ballwurf in Ordnung. Wenn nicht solltest du weiter üben. Mach einfach mal 10 Ballwürfe, und markiere dir jeweils die Stelle, an welcher der Ball tatsächlich aufgekommen. Das Ergebnis ist oft sehr ernüchternd bis frustrierend, weil bei dieser Übung erst so richtig offensichtlich wird, groß das Streuungsbild beim Ballwurf wirklcih ist, und wieviel mal mit seinem eigenen Aufschlag improvisieren muss, um ein einigermaßen vernünftiges Aufschlag-Ergebnis zu "erzielen". Diese Übung könntest du stundenlang trainieren ;-) bis der Ballwurf perfekt ist. Je besser du wirfst, umso öfter und effektiver wird dein Aufschlag sein. Wenn du beim Aufschlag zu hektisch bist, versuche die Schlagbewegung so langsam wie möglich zu beginnen. So lange du erst in der Ausholbewegung beim Aufschlag bist, brauchst du noch keine schnellen Bewegungen machen. Erst wenn der Schläger hinter dem Rücken, am tiefsten Punkt ist, beschleunigst du möglichst schnell aus der Bogenspannung heraus. Viele Spieler beginnen den Aufschlag viel zu schnell.

Du musst den Ballwurf wirklich intensiv üben. Stell dich an eine Wand und versuche parallel zur Wand den Ball wirklich gerade nach oben zu werfen. Nur wenn diesen Anwerfen wirklich konstant und sicher ist, kannst du von einem genauen Ballwurf sprechen. Das Problem dabei ist meistens, dass dieses Training ziemlich unspektakulär ist. Die Folge: viele Spieler passen ihre Schlagbewegung an einen schlechten und ungenauen Ballwurf an. MAch doch einfach mal Videoaufnahmen von deinem Ballwurf. Dann siehst du automatisch was zu tun ist.

Auch ein guter Tipp ist, wenn man den Ballwurf gar nicht unbedingt als Wurf, sondern als "Heben" des Balls sieht. Das ist das, was Beckerblocker schreibt. Beim Wurf winkelt man automatisch den Wurfarm ab, und der Ball bekommt so gut wie immer einen Drall oder eine Rotation. Die Folge ist, dass der Wurf ungenauer wird. Lässt man den Arm aber gestreckt, und "hebt" den Ball, kann man den Ball fast ganz ohne Drall anwerfen, und die Genauigkeit des Ballwurfs steigt.

Etwas antrainiertes ( programmiertes )wieder zu korrigieren, fällt den meisten Sportlern sehr schwer, da es ja schon einen Automatismus hat! Wir kennen alle Situationen, wo wir ganz genau verstanden haben, wie was verändert oder anders gemacht werden muss, bekommen es aber einfach nicht hin! Das ist entweder falsch "programmiert" oder es liegt eine Blockade vor! In beiden Fällen gibt es die Möglichkeit, z.B. in Trance den Bewegungsablauf ( wie im Traum )"real gefühlt" ablaufen zu lassen, ab der Fehlbewegung zu stoppen, die Bewegung jetzt ( wie durch ein Animationsprogramm im Computer) richtig zu gestalten, "zurück zu spulen" und den Bewegungvorgang nun optimiert nochmal zu erleben und damit als neuen Standart zu programmieren! Durchführen kann so etwas ein entsprechend ausgebildeter Sportmentaltrainer, oder Sport-Psychologe! R. Eck SHT-Mentaltraining

Alles richtig. Tipp: Streck den Ballwurfarm schon zu Beginn Deiner Bewegung.

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