Wieso sollte man Expresschlingen erst in Hüfthöhe klippen?

3 Antworten

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entgegen weit verbreiteter annahme (siehe antworten von Zuluu, alkie und slowboarder) ist es NICHT der Fall, dass man weniger weit stürzt, wenn man erst in Hüfthöhe klinkt. Das ist ein Trugschluss. Ausrechnen kann sich das jeder selber. Hier ein kleines Beispiel: Abstand zwischen d. Haken 1m. Szenario A) Der Anseilpunkt (Hüfte) befindet sich direkt an einem Haken, und ist geklinkt. Man muss nun 2 m Seil einholen, um den nächsten Haken zu klinken. Da man direkt am Haken steht, und 2 m Seil in der Hand hat, fällt man im Falle eines Sturzes unmittelbar beim Klinken genau diese 2 m (plus Seildehnung + Schlappseil).

Szenario B) Man ist mit dem Anseilpunkt (Hüfthöhe) an einem Haken, hat diesen aber noch nicht geklinkt. Der letzte Haken liegt also 1 m darunter, das heißt, im Falle eines Sturzes fliegt man auch 2 m (plus Seildehnung + Schlappseil).

die Sturzweite ist also in beiden Fällen gleich weit. Daraus ergibt sich allerdings, Dass sich die Gefahr von Groundern erhöht, wenn man bei den ersten 2, 3 Expressen von sehr weit unten klippt.

Viel wichtiger als die Frage, wo man nun genau klippt (Kopf oder Hüfte), ist also, wie gut die Position ist, aus der man klippt.

Für spätes Klippen spricht, dass man nicht unangenehm viel Seil einholen, bzw. als Sichernder ausgeben muss.

Danke dass Du nochmal was dazu geschrieben hast, also zur Klarstellung:

1.) Klippt man überstreckt weit oberhalb stürzt man weiter NACH UNTEN (Grounder, Felsvorsprung, ...).
Bei 3m Hakenabständen landet man ~5,5m unterhalb der letzten eingehängten Expresse gegenüber ~4m bei Klippen auf Hüfthöhe (Schlappseil nein, Sturzfaktor ja, Seildehnung ja).
Hat man das nicht mit einkalkuliert sind halt mal die Fersen kaputt und man darf den Weg zum Auto humpeln!

2.) Absolut gleichweit stürzt man mit einem Statikseil - was aber gesundheitlich sehr abträglich wäre ^_^
Es kann also sein dass man durch die erhöhte Seildehnung aber auch absolut weiter stürzt (die letzte eingehängte Expresse wird bei einem Sturz zur 180° Umlenkung -> mehr Reibung -> die Seillänge von der Expresse aus zum Einbindepunkt fällt mehr ins Gewicht), habs mal grob durchgerechnet und der erhöhte Sturzfaktor gleicht das aber ungefähr zumindest in meinem Beispiel wieder aus!

3.) Genannte Punkte wie: Groundergefahr, Sturzgelände, Guter Griff zum Klippen, Anstrengung beim Seilhochziehen, schnelle Seilausgabe, mehr Schlappseil bei über Kopf Klippen (passiert sehr viel leichter, als wenn man auf Hüfthöhe klippt - oft gesehen in Klettergarten und Kletterhalle) sollten alle eine wichtige Rolle für die Entscheidung spielen, von wo aus man klippt.

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sieh es doch mal so: wenn die expresschline so früh wie möglich einhängst bist du sehr überstreckt und musst sehr viel seil einholen um dieses überhaupt einhängen zu können. angenommen du stürzt kurz vor dem einhängen, ist die Sturzhöhe viel höher als sie wäre wenn du erst auf hüfhöhe klinkst,da viel mehr schlappseil vorhanden ist. außerdem dauert es länger das seil einzuhängen, wenn ich erst einholen und dann noch oben einhängen muss --> kraftraubend (seil zwischen die Zähne nehmen ist auch nicht so toll)

Man stürzt weniger weit, wenn man in Hüfthöhe klippt.
Grund: Versucht man in Hüfthöhe zu klippen und fällt, ist die Länge des zusätzlich ausgegebenen Seils: Letzte geklippte Expresse bis aktuelle Expresse.
Versucht man, über Kopfhöhe zu klippen, ist die Länge: Letzte geklippe Expresse bis aktuelle Expresse, plus aktuelle Expresse bis zu deinem Einbindepunkt.
Weiterer wichtiger Grund: Über Kopf klippen ist anstrengender! Allerdings gibt es Routen, die so eingebohrt sind dass der beste Griff zum Klippen leider weit unterhalb ist - da kann man dann nichts machen.

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