Wieso sind die Zügel beim Westernreiten offen und so lang?

3 Antworten

Dass die Westernzuegel offen sind, hat vor allem den Grund, dass ein Pferd sich nicht darin verfangen kann wenn der Reiter am Boden ist. Und sie sind so schwer, dass sie nicht so leicht vom Hals rutschen koennen, ausserdem liegen sie durch ihr Gewicht viel ruhiger und lassen bei einhaendiger Zuegelfuehrung sehr viel deutlichere Impulse durch (z. B. beim neckreining, was bedeutet, dass das Pferd auf einseitig an den Hals angelegte Zuegel reagiert).

Westernreiten und die dazugehoerige Ausstattung hat ihren Ursprung in der Arbeitsreitweise der Vaqueros oder Cowboys. Diese sassen den ganzen Tag im Sattel und hueteten i. d. R. Rinder bzw. arbeiteten mit dem Vieh auf der Farm, trieben es z. B. zum Brennen oder impfen zusammen.

Oft genug kommt es dann vor, dass ein Reiter schnell abspringen muss (z. B. wenn er ein Kalb per Schlinge eingefangen und am Sattel fixiert hat, waehrend das Pferd eine Vollbremsung hinlegt und stehenbleibt bzw. den Zug am Seil zum Kalb aufrecht erhaelt). Wenn dabei die Zuegel vom Hals rutschen sollten, tritt das Pferd maximal drauf, waehrend es sich in geschlossenen Zuegeln verfangen koennte.

Es gibt uebrigens 3 Hauparten der Westernzuegel: die split reins, also die geteilten, schweren Lederzuegel, das romal, das eine geschlossene Zuegelform darstellt und die Mecate, ein 7m langes Seil aus Pferdehaar, das mit dem bosal zusammen die traditionelle hackamore ergibt. Dann gibt es noch fuer verschiedene Disziplinen weiterentwickelte Zuegel, z. B. barrel racing reins, die den "englischen" Zuegeln sehr nahe kommen.

Meine weitere persoenliche Ueberlegung geht dahin: Nicht zuletzt duerfte diese Art der Zuegel weiteren praktischen Nutzen gehabt haben: geht ein Zuegel kaputt, ist der andere lang genug, um aus ihm einen geschlossenen Zuegel zu machen. Man kann die Zuegel gebrauchen, um das Pferd daran anzubinden (nicht am Gebiss, sondern z. B. den einen Zuegel als Halsband oder als Halfter verknoten, den anderen als Anbindeseil).

Das habe ich mich auch schon oft gefragt. Das scheint total unpraktisch zu sein. Die Länge müssen sie haben eben weil sie offen sind. Sonst würden sie seitlich runterrutschen sobald der Reiter sie nicht mehr zusammenhält. Dann kann man lange Zügel als Gertenersatz benutzen und sein Pferd daran anbinden. Letzteres sollte man sich vielleicht doch verkneifen... . Vielleicht muss man da nicht den Zügel über den KOpf des Pferdes ziehen, wenn man es führen möchte. Kann bei der Rinderarbeit nötig sein, vielleicht, unter Umständen. Ich hoffe es findet sich doch ein Insider, der diese Antwort fachgerecht beantworten kann. Das sind jetzt mal nur Mutmaßungen meinerseits.

Beim Westernreiten wird mit impulsen gearbeitet: die Pferde reagieren auf Gewichtsverlagerungen und nur kurz wird an den Züglen gezogen. Darum braucht man keine Anlehnung dabei.

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