Was genau hat es mit dem Schwunggewicht eines Golfschlägers auf sich?

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Der Begriff "Schwunggewicht" wurde, soweit mir bekannt, Anfang des letzten Jahrhunderts eingeführt, um die Gewichtsverteilung innerhalb eines Schlägers zu definieren, mit dem Hintergedanken, dass alle Schläger mit dem gleichen Schwunggewicht im Satz zusammenpassen würden. Die Golfschläger werden mit einer "Schwunggewichts-Waage" (besser: Drehmomentwaage), mit einem Fulcrum von meist 14“ (manchmal auch 12“) auf einen einheitlichen Wert gebracht, z.B. Herren D0 oder Damen C7. C7 läßt sich danach leichter schwingen als D0. Es handelt sich hierbei um eine rein statische Messung.

Diese Baumethode berücksichtigt nur das Drehmoment, jedoch relativ wenig die Dynamik des Schwungs und das Schwunggefühl. Nach der Definition des Schwunggewichts wird nur das Gewichtsverhältnis von Griff zu Schlägerkopf gemessen. Dabei spielt es keine Rolle ob der Schläger 400 gr oder 4 kg wiegt. Beide Schläger in diesem Beispiel können das gleiche Schwunggewicht haben, aber definitiv bringt kein Golfer einen Schläger mit 4 kg Gewicht zu irgendeinem runden Golfschwung. Den meisten Golfern sind die Probleme dieser Baumethode hinreichend aus eigener Erfahrung bekannt, denn meist bleiben die langen Eisen - trotz gleichen Schwunggewichts - im Bag. Jeder Schläger im Set, der nach der Schwunggewichtsmethode gebaut wurde, benötigt, auch beim vollen Schwung, unterschiedliche Beschleunigungsenergien, d.h. der Golfer muss sich auf jeden Schläger neu einstellen und anders beschleunigen. Für alle Golfer, welche dieses möchten und können sind Schwunggewichtsschläger durchaus geeignet. Für Golfer, welche lieber mit allen Eisen den gleichen vollen Schwung machen möchten gibt es andere Baumethoden. Mehr hierzu im Profil des Authors.

Dem Schwunggewicht wird oft zu viel Bedeutung beigemessen (Konservative), aber auch zu wenig Beachtung geschenkt (Progressive). Die manchmal zitierte MOI-Bauweise ist eine von mehreren Alternativen. Schlagweite benötigt jedoch auch Masse, insofern sind hier physikalisch Grenzen gesetzt, die man mit der Schwunggewichtsmethode in den Griff bekommen wollte.
Klassische Schwungfehler (out-to-in) haben jedoch mit dem Drehmoment oder Trägheitsmoment eines Golfschlägers nur sehr am Rande etwas zu tun. Es kann sogar sein, dass ein zu leicher Schläger einen solchen Fehler noch verstärkt, gleiches kann auch gegenläufig geschehen. Hier kann man noch mehr erfahren: http://www.marken-golf.de/Technik-Forum/Schwunggewicht/schwunggewicht.html

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