Radfahren- beim Freihändig-fahren fängt das Vorderrad stark zu flattern an!Warum???

...komplette Frage anzeigen Bilduntertitel eingeben... - (Radfahren, Rad, Vorderrad)

6 Antworten

Es kann sein, das deine Vorderradnabe etwas Spiel hat. Es kann aber auch an einem losen Steuersatz liegen. Das Vorderradspiel kannst du prüfen in dem du versuchst das Vorderrad mal seitlich leicht zu bewegen ( natürlich im Stand ) Spürst du ein Spiel dann ist die Radnabe lose. Den Steueratz kannst du prüfen in dem im Stand vorne die Bremse fest anziehst so das das Rad blockiert und dabei den Lenker nach vorne drückst. Auch hier spürst du dann ein leichtes Spiel in der Lenkerbewegung. Es könnte aber auch eine Unwucht im Reifen oder der Felge sein. Das müßtest du dann aber auch merken wenn du mit Händen am Lenker fährst.

Eine Unwucht, die zum Flattern fuerht, merkt man nicht unbedingt, wenn man die Haende am Lenker hat.

0

Ich habe das Radflattern bei meinem Rennrad, wenn ich so an die 45+ km/h komme. Ich spüre das leichte Vibrieren. Dann geht es los. Besonders das Bremsen scheint den Flatterausschlag zu vergrößern. Der Vorgang ist unglaublich beängstigend. Und gefährlich. Du meinst, jetzt zerlegt es das Rad! Ich hatte das bei meinem alten RR. Mit dem neuen schien alles stabil. Ich hatte volles Vertrauen. Und jetzt wieder 2mal dieser Horroreffekt. Beim 2. Mal fuhr jemand hinter mir mit, der dann rief: Nicht bremsen! Das hat geholfen. Das Rad stabilisierte sich wieder. Ich habe zur auslösenden Ursache eine Theorie, die mich z.T. etwas erschreckt. Kann es sein, daß das eigene Hände- bzw. Armezittern sich auf das Rad überträgt und das Flattern auslöst? Der Rest wäre "Resonanzschwingung", wie oben dargestellt. Warum Bremsen den Vorgang verstärkt, ist mir als Physik-Laie unklar. Und die Ursache des eigenen Flatterns? Nennen wir es Erschöpfung vom Bergauffahren. Oder schlicht Angst? Grüße Gast

Es kann durchaus sein, dass eine leichte Unwucht im Laufrad vorhanden ist, die so klein ist, dass man sie mit den Händen am Lenker nicht spürt, wohl aber dann, wenn die stabilisierenden Hände weggenommen werden.

Möglich ist auch ein Spiel in der Nabe, etwa wenn sich die Konusmutter der Achse gelockert hat. Wie man so etwas mit Geschick und dem richtigen Werkzeug einstellen kann, ist hier erklärt:

www.sportlerfrage.net/frage/hinterrad-beim-fahrrad-hat-spiel-wie-das

Des Weiteren: Hast Du eine gefederte Vorderradgabel? Dann kann es natürlich sein, dass es daran liegt, denn mit einer zu locker eingestellten Federgabel schwanken die Tauchrohre so stark, dass sie Unruhe in die Fahrt bringen. Hier hilft eine festere Einstellung der Gabel.

Ansonsten können ein loser Steuersatz oder auch ein ungleichmäßig montierter Reifen Ursachen sein.

Sehr gut erklärt!!!

0

Die Ursache von Rahmenflattern ist nicht immer klar zu ergruenden. Sehr haeufig tritt es bei mit Gepaeck beladenen Raedern auf, die ohne Gepaeck wunderbar fahren und mit Gepaeck unsteuerbar werden. Umgekehrt gibt es das auch - sowas habe ich im Keller.

Oft liegt die Ursache in einer Unwucht des Vorderrades, in der Regel wegen eines ungerade aufgezogenen Reifens. Das ist auch ein Grund, warum MTBs eher dazu neigen als Rennraeder: Die Reifen sind deutlich schwerer und aufgrund ihrer Groesse auch schwieriger praezise zu montieren.

Gern wird auch angefuehrt, dass der Rahmen zu weich sei. Das ist ein unsinniges Argument: Es handelt sich beim Flattern um eine Resonanzphaenomen. Jedes Werkstueck, also auch ein Rahmen, hat eine oder mehrere Eigenfrequenzen. Das sind Frequenzen, bei denen eine Schwingung besonders leicht angeregt werden kann. Das heisst, dass bei Anregung mit der Eigenfrequenz das Rad ins Flatten kommt, bei gleich starker Anregung mit einer deutlich anderen Frequenz aber nicht. Die Eigenfrequenz haengt natuerlich mit der Steifigkeit des Rahmens zusammen, das ist aber nur eine Komponente: es wird eben auch eine Anregung benoetigt. Ein weicher Rahmen flattert also, genau wie ein harter, nur dann, wenn Resonanz auftritt.

Versteht man das Flattern als Resonanzphaenomen, wird auch klar, warum Zuladung den Effekt veraendert: Das beladene Rad hat eine andere Eigenfrequenz.

Mein Rat lautet also: Pruefe, was Juergen63 vorschlaegt und pruefe, ob der Reifen gerade aufgezogen ist oder die Felge eine acht hat.

Es wird bei deinem Fahrrad der Nachlauf zu gering sein, dazu kommt, bautechnisch bedingt, wie bei Mountainbikes üblich, eine kurze Bauweise des Bikes, was die Fahrstabilität negativ beeinflußt.

Je größer der Nachlauf, und je länger das Fahrrad, desto stabiler läuft es geradeaus.

Da wirsu di absolut nichts machen können, außer du montierst eine andere Gabel.

Bilduntertitel eingeben... - (Radfahren, Rad, Vorderrad)

MTBs haben einen relativ grossen Radstand und oft auch einen ganz ordentlichen Nachlauf und flachen Lenkwinkel. Rennraeder sind in beiderlei Hinsicht deutlich extremer, hier tritt Flattern aber eher selten auf. Die Ursache liegt also woanders. Siehe auch meine eigene Antwort.

0
@TomSelleck

Nun, es gibt genug Mountainbikes die sehr kurz gebaut sind, und einen kleinen Nachlauf haben. Ich selbst habe Eines, und kann auch nicht freihändig fahren, da oben genanntes Prob. auftritt. Ick kenne ein paar Jungs von Bikes'N'Board bei uns in der Stadt, und habe mein Fahrrad überprüfen lassen. Alles perfekt, kein Spiel, keine Unwucht, aber die BEstätigung dass der Nachlauf sehr klein ist. Ich besitze ein "Cube" mit sehr hohem Rahmen, da ich groß bin. Und da kommt dann auch die Kürze des Bikes ins Spiel :-)) Ich weiß schon wovon ich rede....

0
@badboybike

Ich will ja gar nicht in Abrede stellen, dass Du nicht weisst, wovon du redest. Ich kenne aber keine MTBs mit weniger als einem Meter Radstand bei mittleren Rahmengroessen. Andererseits kenne ich kein Rennrad (Zeitfahrraeder u.Ae. ausgenommen), die mehr als einen Meter haben. Was fuer ein Cube hast Du denn genau? Das wuerde mich interessieren.

0

Ich finde die Antworten und Erklärungen sehr interessant, würde aber die Themen Unwuchten und Spiel ausklammern, weil das ein mit der Technik etwas vertrauter Radler selber beheben kann oder durch den Radhändler seines Vertrauens beheben läßt.

Dann der Ausdruck "Flattern", da meine ich, daß der das Wesen des Vorgangs "Nicht freihändig fahren können" nur ungenau beschreibt. Nach meiner Erfahrung kann man Freihändigfahren nur, wenn das Rad durch geringe Gewichtsverlagerung zu steuern ist. Das Vorderrad darf in seiner Führung nur langsame Bewegungen ausführen, um dem Radler Zeit zu geben, gewisse Korrekturen (Gewichtsverlagerung) einzuleiten. Abrupte Bewegungen des Vorderrades sind da kontraproduktiv. Ich würde das als "Schlagen" des Vorderrades beschreiben. Wenn so etwas auftritt, ist der Griff zum Lenker geboten. Der Begriff "Flattern" bezeichnet dagegen einen Vorgang, der sich ähnlich einer Schwingung verhält. Eine Fahne "flattert" im Wind; sie wird durch äußere Anregung zu einer Wellenbewegung des Fahnentuches angeregt. Das Schlagen des Vorderrades liegt in der Geometrie : Jeder kennt die Prüfung der korrekten Montage des Lenkungssatzes, ohne Spiel und nicht geklemmt fällt das Rad bei leichtem Anlupfen und immer vorhandener,kleiner Neigung nach links oder rechts. Der Schwerpunkt von Rad und Gabel zusammen liegt zwischen der Lenkungsachse und der Radnabenachse, und die Gewichtskraft wird beim Anlupfen wirksam und ist größer, desto mehr Querneigung eingestellt wird. Beim Fahren gibt es nun zwei Effekte, die dem "Schlagen des Rades entgegen wirken : Stichworte sind "Nachlauf" (das wurde schon gennant und "Kreiselstabilisierung". Der Nachlauf sorgt nicht nur dafür, das das Vorderrad bestrebt ist, sich in Fahrtrichtung einzustellen, sondern bei Drehung aus der Längsebene des Fahrrades ( um die Lenkachse) tritt eine Seitenführungkraft auf, die dem Schlagen des Vorderrades entgegenwirkt.Die Größe dieser Kraft hängt direkt mit der Radlast vorn zusammen. Der Kreiseleffekt stabilisiert das Vorderrad gleichfalls, weil das Vorderrad als Kreisel (Radumdrehung) bei Linkskurve ein aufrichtendes Kippmoment erfährt. (Rechtsdrehend in Fahrtrichtung gesehen). In Komponenten zerlegt, erhält man ebenfalls ein dem Schlagen des Rades entgegen wirkendes Moment. Dieses Moment ist proportional der Winkelgeschwindigkeit der Rad-Gabel-Gruppe um die Lenkachse, der Winkelgeschwindigkeit des Laufrades und dem Massenträgheitsmoment (Rotationsmasse) des Laufrades. Näherungsweise kann man die Rotationsmasse mit dem Produkt aus dem Quadrat eines Bezugsradius (~ 1/2 x ERD (Effective Rim Diameter)) und der Masse abschätzen. Die Kreiselwirkung wird mit kleiner werdenden Laufrädern immer geringer (geometrisch proportional dem Radius, wenn man gleiche Fahrgeschwindigkeit vorraussetzt und Massen-mäßig proportional dem Umfang). Insgesamt also proportional dem Radius-Quadrat. Als Folge gibt es eine untere Grenze der Laufradgröße, bei der ein gutes Fahrverhalten (Freihändigfahren !) möglich ist. Nach meinen derzeitigen Erfahrungen liegt diese Grenze bei 20" Rädern. Alle größeren Räder sollten bei guter Geometrie problemlos freihändig fahrbar sein (Von Unwuchten und Spiel mal abgesehen). Falls der Nachlauf nicht groß genug ist (übliche Werte liegen bei 55 mm bis 70 mm (zugeordneter Lenkwinkel ~ 71 °), kann man bei Stahl-Gabeln die Vorbiegung zurücknehmen.(Habe ich selbst bei meinem 20" Faltrad-Projekt schon zweimal durchexerziert; Genaueres im IBC-Forum, Trekking,Reise- und Falträder, Fotos und Kommentare von EmilEmil)

Was möchtest Du wissen?