Kraftraining bei Herzschrittmacher

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2 Antworten

Das ist eine Frage die an sich die Kompetenz der User hier überschreitet, denn hier ist der Cardiologe als Fachmann gefragt. Man weiß mittlerweile zwar das auch ein moderater Kraftsport sich durchaus positiv auf einen Herzinfarktpatienten auswirken kann, aber entscheidend ist immer der Schwergerad der Herzschädigung. Hier sollte also auf jeden Fall der behandelnden Cardiolge festlegen in welchem Umfang Sport mit einem Herzschrittmacher ausgeführt werden kann.

Die körperliche Leistungsfähigkeit eines Patienten mit künstlichem Herzschrittmacher ist in erster Linie durch die Art der Herzerkrankung, Alter und Trainingszustand abhängig. Ein Herzschrittmacher, besonders die neuere Generation der Zweikammer-Modelle, stellt per se keine Kontraindikation gegen sportliche Aktivität dar. Bedarf ein sportlicher Patient beim Ausfall seines natürlichen Schrittmachers (dem sog. Sinusknoten) eines künstlichen Herzschrittmachers, so gibt es die Möglichkeit, ein Schrittmachersystem einzusetzen, das die Herzfrequenz belastungsabhängig steigert. Die grundsätzliche Leistungsfähigkeit des Herzens bleibt jedoch in jedem Fall wichtiger als die Wahl des Schrittmachers, da es das Herz und nicht der Schrittmacher ist, der die Belastungsgrenze festlegt. Mit wenigen Ausnahmen stehen auch dem Träger eines Herzschrittmachers alle sportlichen Aktivitäten zur Auswahl, wobei jedoch den moderaten, ausdauerbetonten Aktivitäten der Vorzug zu geben ist.

Aber:

Seit mehr als 30 Jahren ist aerobes Ausdauertraining fester Bestandteil internationaler Empfehlungen für die kardiologische Rehabilitation. Erst in den letzten Jahren werden vorsichtige Empfehlungen zum dynamischen Muskeltraining veröffentlicht. Die bisherige Zurückhaltung gegenüber Krafttraining für Herzpatienten wurde primär mit den hierdurch hervorgerufenen Blutdruckreaktionen und dem damit verbundenen Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen begründet. Richtig durchgeführt, individuell dosiert, medizinisch überwacht und kontrolliert durch erfahrene Sporttherapeuten/ Übungsleiter im Herzsportbereich ist ein dynamisches Krafttraining zumindest für bestimmte Patientengruppen nicht mit einem höheren Risiko verbunden als ein aerobes Ausdauertraining.

Das alles ist als Anhalt zu verstehen und kein medizinischer Ratschlag!

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