Frage von godeluxe, 662

Schulter-Impingement: glaubt ihr, dass diese behandlungsform etwas bringt um diese verengung beim impingement syndrom zu vergrößern?

hallo leute,

ich habe wsl ein impingement syndrom in der rechten schulter, weil ich zu viel tennis gespielt und gitarre gespielt habe(beim gitarrespielen auf der akustik gitarre muss ich den arm bzw schulter ziemlich weit nach vorne ziehen um spielen zu können).

ich bin schon dahinter, dass es besser wird indem ich die gitarre und den tennisschläger vorerst auf die seite gelegt habe. außerdem trainiere ich die außenrotatoren der schulter täglich und mache dehnübungen für die schulter.

Meine frage: glaubt ihr wird es was bringen wenn ich einfach 2 schwere kurzhanteln(ca 30kg je seite) in die hände nehme und dann die schultern runterziehen "lasse" vom schweren gewicht? wird dann nicht auch die verengung zwischen oberarmkopf und schulterdach geöffnet? bin über jeden tipp und antwort dankbar!

lg.

Antwort
von wiprodo, 618

Deine Idee mit den Hanteln ist nicht schlecht, dadurch wird zumindest zeitweilig der Spalt zwischen Schulterdach und Oberarmkopf geöffnet – aber nur dann, wenn sich dabei der Deltamuskel passiv verhält. Sinnvoller ist es, die passive Spannung derjenigen Muskeln zu erhöhen, die auch im unbelasteten Zustand (also ständig) den Gelenkspalt erweitern. Das sind a) der absteigende Teil des Kapuzenmuskels, der das Schulterdach nach oben hebt (s. Bild 1), und b) der Latissimus, der den Oberarm nach unten zieht. Die passive Spannung dieser Muskeln steigerst du durch ein Hypertrophietraining dieser Muskeln.

Alle Muskeln, die vom Schulterblatt (und Schlüsselbein) zum Oberarm ziehen, haben die Tendenz, den Abstand zwischen Schulterdach und Oberarmkopf zu verkleinern. Zu diesen Muskeln gehören vor allem der Deltamuskel, aber leider auch die Muskeln der Rotatorenmanschette. Werden diese durch ein Krafttraining hypertrophiert, ergibt sich eher eine negative Auswirkung auf den Gelenkspalt.

Übungen zum Training a): Im aufrechten Stand Schwere Kurzhanteln in den Händen der entspannt hängenden Arme halten und die Schultern Richtung Ohren heben. Das gleiche mit einem Theraband wie in Bild 2.

Übungen zu Training b): Klimmzüge oder Übungen mit Theraband wie in Bild 2.

Kommentar von godeluxe ,

danke! :)würdest du die rhomboiden und die außenrotatoren nicht trainieren? übungen für die außenrotatoren finde ich als erstes wenn ich nach impingement syndrom google :)

Kommentar von wiprodo ,

Sicher kann es nicht schaden, die Rhomboiden zu trainieren. Aber sie haben biomechanisch gesehen keinen Einfluss auf den Abstand zwischen Schulterdach und Oberarmknochen.

Die Außenrotatoren des Oberarms sind: der M. infraspinatus und der M. teres minor, die beide zur Rotatorenmanschette gehören, sowie der M. deltoideus pars spinalis. Die ersten beiden mögen zwar – neben der außenrotierenden Wirkung - einen gewissen Abwärtszug auf den Oberarmkopf ausüben, aber man kann sie nicht isoliert trainieren. Statt dessen beansprucht man bei außenrotierenden Übungen zwangsläufig stets auch den Deltamuskel (insbesondere den M. deltoideus pars spinalis). Dies ist im Hinblick auf ein Impingementsyndrom doppelt kontraproduktiv, weil einerseits der Deltamuskel den Oberarmkopf gegenüber dem Schulterdach anhebt und andererseits diese Wirkung aufgrund seines enormen Muskelkraftmomentes von der geringen Kraft der Außenrotatoren keinesfalls kompensiert werden kann. Man würde also den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.

Statt dessen sollte man bei einem Impingement den Deltamuskel so gering wie möglich beanspruchen.

Kommentar von godeluxe ,

wow , sehr informativ, danke!

Kommentar von godeluxe ,

eine letzte frage hätte ich noch an dich bitte: denkst du, dass ein dehnen des deltoideus den spalt vergrößern würde? danke im voraus!

Kommentar von wiprodo ,

Nein, auf keinen Fall! Das liegt einerseits daran, dass man den Deltoideus kaum in eine wesentlich gedehntere Position bringen kann, als er bei herabhängendem Arm ohnehin einnimmt, und vor allem daran, dass ein Dehnen nachgewiesenermaßen die passive Spannung (Ruhespannung) des Muskels nicht herabsetzen kann.

Antwort
von DeepBlue, 353

Hi,

nein auf keinen Fall! Übungen, die die Schulter nach unten ziehen, sind völlig falsch - die Schultern müssen nach oben trainiert werden.

Bei einem Impingement-Syndrom im Schulterbereich liegt eine Funktionsstörung im Bereich der Kapsel/Sehne (Supraspinatus-Sehne)vor. Ein Indiz für diese Erkrankung ist z.B., dass man den Arm kaum noch schulterhoch heben kann.

Wichtig ist für Dich, dass Du Deine Rhomboiden nebst Rotatorenmanschette trainierst.Die Rhomboiden (Schulterblattmuskulatur) kräftigst Du z.B. durch explosiv ausgeführte Liegestütze. Falls noch nicht genügend Kraft vorhanden ist, kannst Du die Liegestütze auch als Knieliegestütz ausführen. Weitere Kräftigungsübungen sind: Schulterheben (Shrugs) und Klimmzüge. Aber keine Übungen, die die Schulter nach unten ziehen! Der "Spalt" soll sich ja schließlich vergrößern.

Eine weitere gute Übung ist, dass Du ein Theraband um ein Tischbein schlingst, beide Enden mit den Händen fasst und bei stabilem Stand (leicht in die Knie gehen) und angewinkelten Armen (90°-Winkel) das Band zur Seite - möglichst schulterhoch oder darüber hinaus - ziehst. Achte darauf, aus der Schulter heraus zu arbeiten und nicht einfach nur mit den Armen zu ziehen.

Die Rotatorenmanschette ist bei vielen Menschen zu schwach ausgebildet, weil sie selten trainiert wird. Nimm dazu wieder ein Theraband, fasse es mit beiden Händen schulterbreit. Oberarme sind direkt am Körper (und da bleiben sie auch!), im Ellbogenbereich ist wieder der 90°-Winkel, und nun führst Du die Unterarme auseinander (Ellbogen bleiben am Körper!) = Außenrotation. Die Innenrotation funktioniert ähnlich, am besten befestigst Du dazu das Theraband an einem Türgriff o.ä. und arbeitest abwechselnd mit den Armen.

Alle Übungen mit einem Theraband werden mit einer langsamen, fließenden Bewegung ausgeführt!

Gute Besserung! Blue

Kommentar von godeluxe ,

hallo deepblue!

erstmals danke für deine antwort :) ist es nicht so, dass die supraspinatussehne oberhalb des oberarmknochens verläuft? das dachte ich mir zumindest und somit habe ich auch gedacht, dass sich den spalt vergrößere wenn ich den oberarmknochen nach unten ziehe damit die supraspinatussehne folglich nicht mehr eingeklemmt wird...bitte korrigier mich wenn ich das falsch aufgefasst habe. :)

Kommentar von DeepBlue ,

Nein,, ich denke schon, dass ich richtig liege. Bei einem Impiingement Syndrom werden Sehnen und Muskeln schmerzhaft eingeklemmt.. Also muss man durch entsprechende Übungen diese Einklemmung lösen. Dein Physiotherapeut wird Dir zu den selben Übungen raten wie ich ;-)

Kommentar von godeluxe ,

ok danke! :)

Antwort
von User345, 352

Du musst vor allem auch den Biceps am Arm auf Spannung bringen und den Deltamuskel entlasten.

Dehnübungen bringen da nix, die Muskulatur, die den Oberarmkopf nacht unten zieht, muss trainiert werden.

Das bringt aber auch nur bedingt was und ich glaub auch nicht, dass das vom Gitarre- oder Tennisspielen kommt. Die Verengung im Gelenkspalt ist meistens angeboren bzw. entwickelt sich aufgrund bestimmter Dinge, die aber mit Muskelkraft nix zu tun haben.

Aber wenn Du die besagten Muskeln 2-3 x / Woche kräftigst, ziehen diese etwas am Gelenkkopf, vielleicht reicht das schon.

Ansonsten Operation....

Antwort
von robitr, 176

Hey 

 godeluxe
Kannst du mal Berichten wie dein Verlauf bis jetzt war ? .. Hat sich was verbessert/ verschlechter ? .. Welche Übungen haben angeschlagen ? (bitte genau erläutern :) )  .. 

Gab es Komplikationen ? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen ! 

Vg 

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