Wie funktionieren diese Lawinenwarnsysteme in Skijacken?

1 Antwort

Zuallererst handelt es sich bei dem System in deiner Jacke nicht um ein Warnsystem, sondern um einen Reflektor, der die Ortung im Falle einer Verschüttung erleichtert. Dieses Ding kann dich also nicht vor einer Verschüttung bewahren. Reflektoren haben zudem den Nachteil, dass sie nicht in allen Winkeln funktionieren. Wenn du also nicht in einem günstigen Winkel in der Lawine liegst, bringt das Ding nichts. Daher würde ich mich immer so verhalten, als ob es das Recco System nicht gäbe: Wenn man sich in potentiell lawinengefährdete Hänge begibt, hat man immer die Notfallausrüstung dabei. Ich würde vom Recco-System nicht allzuviel halten: Bis die Die Statistiken zeigen, dass in den letzten 3 Jahren ein einziger Verschütteter durch das Recco-System gerettet wurde. Alle anderen Verschütteten wurden durch Kameradenrettung bzw. organisierte Hilfe über LVS-Gerätesuche, Sondieren oder Hunde gefunden. Wobei selbst die organisierte Hilfe (Bergwacht, REGA etc.) meist nur noch die Toten abholt. Durchgesetzt hat sich das Recco nur deswegen, weil es tatsächlich fast nichts kostet, so einen Reflektor in Jacken einzubauen.

Bei dem System gibt es einen aktiven und einen passiven Teil. Das passive Element befindet sich in Deiner Jacke, es handelt sich eigentlich um nicht anderes als um einen Reflektor.

Nach einer Lawine können Rettungsdienste mit dem aktiven Element, nämlich einem Suchgerät das betroffene Gebiet absuchen; das Gerät sendet Signale aus, die vom passiven Teil in den Jacken reflektiert und dann angezeigt werden.

Da das Element in der Jacke passiv arbeitet, muss es nicht aktiviert werden.

Vorteil dieses (RECCO-) Systems ist, dass es vergleichsweise kostengünstig ist. Deshalb können die "Reflektoren" auch in der Masse in Jacken oder anderer Ski-Ausrüstungsgegenstände eingenäht werden. Zudem sind sie wartungsfrei und brauchen auch keinen Strom. Nachteil ist allerdings, dass spezielle Suchgeräte erforderlich sind, die nur Rettungsdienste haben.

Länger existierende Geräte (LVS) erlauben es hingegen, dass auch innerhalb einer Skigruppe nach Verschütteten zu suchen. Jeder Teilnehmer trägt sein Gerät eingeschaltet mit sich. Nach einer Lawine schalten die Teilnehmer, die davon verschont sind, ihr eigenes LVS-Suchgerät auf "Suchen" ein. Damit können sie alle anderen, auch die Verschütteten orten.

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