Frage von suryaja,

Leistungssport aufgeben?

Ich mache lange Leistungssport, vor Peking2008 habe ich mich verletzt und musste Sport aussetzen. Das wäre meine 1.Olympia gewesen.

2011habe ich nach3ops und langer Reha wieder Leistungssport angefangen.Es läuft ganz ok, bin nicht mehr so gut wie früher, wegen der Verletzung (20% von Bewegung im Gelenk fehlt(Wurfarm)), aber bin immer noch in der höchsten Liga. Ich bin auch schon recht alt (25Jahre). Aufgrund meiner langen Verletzungspause habe ich2011einen Vertrag bei einer schlechten Mannschaft in der ersten Liga bekommen.

Jetzt kommt das Problem. Die Mannschaft ist sehr jung (ca.16-20Jahre alt). Der Trainer hat zwar Sport studiert, ist aber meiner Meinung nach nicht sonderlich qualifiziert. Die Mannschaft verhält sich wie die typischen Teenager, keine Lust zu trainieren, Partys,etc.

Wir trainieren 2x täglich, aber die Mannschaft trainiert nicht diszipliniert, z.b zu spät kommen, schummeln, abkürzen, weniger Gewicht einstellen, sobald der Trainer nicht schaut nichts tun, nur 50% geben, usw. Sie haben keine Erziehung, reden vulgär, haben weder vor Trainer noch vor mir Respekt. Dauernd verschwinden Sachen in der Umkleide--> sie beklauen sich gegenseitig.

Ich bin dort mit Abstand der beste+älteste Spieler. Letzte Saison hatten wir noch einen anderen Trainer, und noch 2 ältere Spieler,da war es etwas besser.Habe leider den Vertrag verlängert für 1Saison, erst danach erfahren, dass der Trainer und die 2 Spieler gehen.Der Verein ist bankrott,d.h die Bezahlung existiert nicht mehr,Ausrüstung,Fahrten zahlen sie aber Monatsbeitrag muss jeder zahlen(50Euro).

Ich studiere,habe so gut wie keine Freizeit. Im Sommer mache ich meinen Uniabschluss und Staatsexamen. Masterarbeit schreibe ich auch. Zu einem anderen Klub wechseln darf ich nicht, erst nächste Saison.

Ich überlege vorübergehend mit dem Sport aufzuhören.Ich hab keine Freizeit,Uni-Stress,alte Verletzung die wohl nie mehr ok wird,kein Respekt,und bezahle monatlich anstatt Geld zu bekommen:S:( Dann hätte ich Zeit um zu Therapien für die alte Verletzung zu gehen, Freunde zu treffen ,zu lernen und mich auf die Uni zu konzentrieren. Andererseits bringt mich das weiter weg von Rio 2014.

Fraglich ist so oder so ob ich den Sport ab Herbst 2013, wenn ich arbeiten anfange überhaupt weitermachen kann. Dann müsste ich vielleicht so oder so zwangsläufig aufhören.

Ich liebe diesen Sport,und mein ganzes Leben lang hatte er erste Priorität ich hab alles ihm angepasst.Momentan bin ich in einer Krise und denke was machst du?Bist du dumm?Du zahlst monatl. Geld,dass du neben Uni diese Belastung hast,kein Respekt in Team,kein gesunder Wurfarm,Masterarbeit keine Zeit zu schreiben,kein Sozialleben,etc. Wofür?Leben kann man von meinem Sport nicht.Nur ist es schön mal bei Olympia dabei zu sein.

Sport möchte ich nicht aufhören, nur eben viell. allein zuhause Freizeitsport machen. Ich weiss nicht was tun. Habe Angst falsch zu entscheiden. Uni zu vermasseln oder sportliche Karriere zu vermasseln. Was denkt ihr über alles?

Antwort vom Psychologen online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Frage. Kompetent, von geprüften Psychologen.

Experten fragen

Antwort
von Juergen63,

Das ist schon eine recht schwere Entscheidung und als Außenstehender ist es schwer das passende anzuraten. Wenn jemand Leistungssport betreibt und das so akribisch und auch vom Leistungsspektrum so gut ist das er internationale Wettkämpfe bestreiten kann und darüber hinaus noch eine Olympiaqualifikation in Greifweite hat, dann ist dies schon das oberste was ein ernsthafter Sportler anvisieren kann. Auf so einem Level stehend kannst du dir es gar nicht erlauben eine längerfristige Pause einzulegen, denn der Zug ist dann schnell abgefahren. Wenn es um eine jährliche WM Teilnahme gehen würde kann man eine Saison aussetzen. Aber in Punkto Olympia die eine Zeitspanne von 4 Jahren beinhaltet ist das sehr schwer. Du wirst nicht jünger. Soll bedeuten wenn du 2014 nicht dabei sein kannst käme erst 2018 wieder in Betracht. Dann bist da aber 5 Jahre älter und die Zeit läuft dir Leistungstechnisch davon. Vorrangig mußt du dir im klaren werden ob du noch mal alles investieren willst und dementsprechend gewillt bist dem Sport andere Dinge weiter unterzuordnen. Ist das Vorhaben klar definiert mußt du schauen ob du dein Ziel in dem jetzigen Verein realisieren kannst. Auf Grund deiner Erfahrungen aus den Vorjahren solltest du wissen wie du strukturiert trainieren mußt um am Tag x dann Topfit zu sein. Das soll den Trainer jetzt nicht überflüssig machen, aber wenn du dich auf deine eigenen Intiution verlassen kannst sollte die Vereinssituation erstmal Nebensache sein. Du ziehst dann dein Ding konsequent durch. Die Frage ist allerdings ob dir der Vereinszustand dann nicht psychisch zusetzt, so das du pyssch negativ beeinträchtigt wirst. In dem fall kannst du dein sportliches Potential nicht voll ausschöpfen. Es fließen hier einige Faktoren ein die du für dich klären mußt. Unter Umständen ist dann ein Vereinswechsel, so bald möglich, sinnvoll. Auf der anderen Seite ist eine berufliche Weiterbildung wichtig, denn du kannst dich nicht auf eine Sportlerkarriere verlassen die dich dann dein Leben lang ernährt. Eine Entscheidung die du letztlich nur treffen und verantworten kannst.

Antwort
von wurststurm,

Das sind ja eine ganze Menge Fragen.

Olympia; das Problem ist einfach, wenn du jetzt aufhörst wird das nie wieder möglich sein. Egal wie gering die Chance ist, sie ist da und kommt dann nicht mehr. Du musst also nicht nur für deine unmittelbare Zukunft sondern für dein ganzes Leben entscheiden. Wenn du meinst, das ist dir mit 60 immer noch nicht so wichtig gewesen dann lass es sein. Wenn das schon immer dein Traum war und das an dir auch noch in 20 oder 30 Jahren nagen wird dann solltest du überlegen ob es nicht doch einen Versuch wert ist. Sprich doch mal mit dem Heine Jensen oder Jochen Holz. Vielleicht kannst du dort auch mal sagen was bei den V. so los ist. Deren Interesse ist ja allein ein schlagkräftiges Team für Rio zusammenzustellen. Wenn du denen darlegen kannst, dass du jetzt erstmal Pause machst bei den V. um dann voll anzugreifen dann hätten die sicher nichts dagegen. Ein Vereinswechsel nach der Frist ist dann aber sicher ein Muss. Vielleicht sagen sie dir ja auch, dass du keine Chance mehr hast, das mag sein aer dann weisst du es ja und kannst nicht mehr falsch entscheiden.

Der Unterschied zum anderen Leben; Beruf, Familie, Uni ist ja gerade der, dass man sich hier Auszeiten und Fehltritte leisten kann. Dann hängt man eben noch ein Jahr ran oder entscheidet sich für Kinder ein paar Jahre später. Olympia geht nur noch einmal, das kann man nicht verschieben.

Bis Rio ist ja nun noch eine Menge Zeit. Nimm dir deine Auszeit, regeneriere und trainiere für nicht mit deinen Zielen. Dann wechselst du zu einem guten Verein, in dem auch die Stimmung stimmt und in 2 Jahren greifst du voll an. Ab da wird ja so langsam das Team für Rio zusammengestellt. Wenn du ein klares Ziel hast dann kannst du auch nicht falsch entscheiden. Du kannst das Ziel verfehlen aber das ist nun mal so im Sport. Das geht hier jedem so, auch mir. Trotzdem würde ich nicht anders entscheiden sondern es trotzdem probieren, denn dann kann ich mir am Ende sagen; du hast es versucht und muss mir nicht vorwerfen, nur den sicheren Weg gegangen zu sein.

Kommentar von suryaja ,

Ich glaube du hast mich falsch verstanden. Ich möchte nicht generell mit dem Sport aufhören. Ich überlege nur ob ich ein halbes Jahr pausiere eben bis zum Uni Abschluss weil es bei diesem Verein so wie oben beschrieben ist.

Was natürlich ein Nachteil ist dass ich dann nur alleine trainieren kann vorübergehen eind halbes Jahr, und das höchstwahrscheinlich Leistungsabfall bringt, zumindest vörübergehend. Vorteil ist dass ich eben anstatt zum Training gezielt zur Physiotherapie, Sporttherapie,Massage etc gehen kann und mehr Zeit zum lernen habe.

Wie es in meinem Verein läuft ist bekannt. Meine Sportart zählt auch nicht zu den populären Sportarten, viel Unterstützung bekommt man leider nicht. Seither wurde ich eben immer bezahlt, habe gespielt hatte Erfolg. Dann kam die 3jährige Verletzungspause, Jetzt spiele ich wieder aber die Verletzung ist nie ganz geheilt, nichts ist wie vorher. Auch nach 3 Jahren Physio nicht:S Ich hab Geld bekommen gespielt, hatte nicht viel Erfolg weil die Mannschaft schlecht war, Aber es war ok. Jetzt ist der Verein bankrott, das Team noch schlechter, der Trainer auch nicht toll.

Und ich denke eben Geld zahlen dass ich neben 7Std Uni am Tag noch 6Std trainiere in einer "schlechten" Mannschaft, und dann eben auch noch gesundheitlich nicht alles top ist und der Abschluss ansteht ist irgendwie ein bisschen dumm.

Ich habe Angst dass ich dann sowohl sportlich als auch beruflich nichts erreiche. Für Uni konnte ich nicht genug tun wegen Training , im Sport nichts mehr erreicht weil eben 20% Bewegung im Gelenk fehlt und man merkt es schon. Ich habe eben auch schwer mit mir selbst zu kämpfen dass ich nicht mehr die Leistungen wie vor dem Unfall bringe, und habe kein Selbstvertrauen mehr. Sowohl was Sport aber auch Uni,Beruf betrifft.

Kommentar von wurststurm ,

Dann war dein Titel missverständlich.

Ich würds wie gesagt so machen, die Verletzung kurieren und ordentlich für dich trainieren. Deinem Verein bist du ja wohl nichts mehr schuldig.

Antwort
von suryaja,

Ich hab jetzt mal eine Pro und Contra Liste gemacht:

PRO - Training, körperliche Fitness - persönliche Verbesserung der Leistung (so weit es in dem Team möglich ist) - viele 1.Liga Spiele, viel Spieleinsatz - Chancen auf Nationalmannschaft/WM/Olympia später - Anerkennung Sportlicher Leistung in Gesellschaft,Universität - Treffen von 1,2 netten Spielern im Training - Freude an der Sportart selbst -Kontakte im Sport - in den sommerferien 8h/Tag trainiert 2Monate lang zur Vorebereitung, gute Form-->viel investiert

CONTRA : - schlechter Trainer, Training qualitativ nicht optimal - Mannschaft schlecht sowohl sportliche Leistung als auch Verhalten (fehlende Disziplin, Motivation,Faulheit,..) - Kein Respekt, pubertäres Benehmen, -viele Spiele, fast jedes Wochenende - Training sehr zeitaufwendig (Hinfahrt, Training, Rückfahrt--> pro Tag min. 6 Stunden) - Verletzung des Unfalls wurde auch nach 3 OPs, 3Jahre Pause mit Leistungssport nie ganz geheilt (Sport, Physio,etc habe ich natürlcih in den 3 Jahren gemacht) --> ständige Schmerzen (jeden Tag,v.a in Training/Spiel), Bewegungsraum im Gelenk nicht 100% nur 80%--> schlechtere Leistung als vor dem Unfall (auch psychisch schwer das zu aktzeptieren:S) - Mitgliedsbeitrag monatlich recht viel (seither wurde ich immer bezahlt für Sport, jetzt bezahle ich für so einen Sch.....) --> das Geld könnte ich in Therapien , Physio, etc. investieren - Unterricht in Uni MO-DO 8-16h, FR 8-12h - Februar/März grössere Prüfung - Ende April: Masterarbeitabgabe, Sommer: Staatsexamen - wenn ich mein Studium nicht gut abschliesse sinken Chancen auf guten Arbeitsplatz :S :( - mache zusätzlich Fern-Ausbildung Unterricht immer 1x komplettes WE pro Monat + täglich 1Std lernen zuhause - Haushalt, tägliche Tätigkeiten (waschen,kochen,einkaufen) kommen sehr zu kurz - soziales Leben kommt zu kurz (treffe mich ca. 1x/halbahr mit Freunden:-/) - Stress, wenig Schlaf : Training 4.30-6.00/6.30h und 17.30/18h-21h (Trainingszeiten variabel aber meistens so) - würde ich pausieren könnte ich von zuhause aus trainieren (joggen, Kraft)-->zeit sparend und eventuell 2-3x pro Woche mit nem Kumpel ins Fitnessstudio, u. 1-2x Woche Physio/Massage

Antwort
von whoami,

Uni wäre wichtiger, da der Abschluß deine berufliche Zukunft sichert. Die Sportkarierre ist schneller zu Ende als man denkt. Wenn man dann nicht beruflich vorgesorgt hat, sieht man schnell alt aus. Nächstes Jahr kannst du es dann bei einem anderen Verein probieren.

Kommentar von suryaja ,

Danke für deine Antwort. Das Problem ist auch zum einen dass ich im Sportbereich studiere, und mein ganzes Umfeld (inkl. Professoren, Familie, Trainer, Bekannte) eder erwartet dass ich Leistungssport mache. Ich selbst bin zwiegespalten. Die Uni ist mir wichtig, ich hab auch gute Noten, nur ist es eben eine starke Doppelbelastung die unter diesen Umständen (Geld,Mannschaft,etc.) eben zu hinterfragen. Mein grosses Problem ist auch dass ich nicht aufhören möchte "ohne etwas erreicht" zu haben. Ich war immer im National-Kader und kurz vor wichtigen Turnieren verletzt (und dann eben nach dem Unfall für 3Jahre ausgeknockt).

Antwort
von blubber,

welchen sport machst du denn?

Kommentar von suryaja ,

Dazu möchte ich mich ehrlich gesagt nicht äussern. Es ist auch nicht massgebend für das Thema. Möchte hier anonym bleiben.

Antwort
von anonymous,

Jetzt willst du aufhöhren als du schon ein Tunier verpasst hast?!Du kannst dich jetzt endscheiden machst du die Uni zuende oder verwicklichst du deinen GROßEN Traum!Ein Halbes Jahr Pause ist nicht Arbeite weiter und weiter du musst dieses eine Ziel im Auge haben wo du bestimmt schon 10 verkackte Jahre hinarbeitest.Vielleicht hast du ja Glück aber Denke einfach immer daran, dass niemand den Lorbeerkranz mit einem beeindruckenden Trainingstagebuch gewonnen hat!

PS:“Goldmedaillen sind eigentlich gar nicht aus Gold. Sie sind aus Schweiß, Entschlossenheit, und einer seltenen Legierung namens Mumm gemacht.”

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community