Frage von hatemachine, 126

Reruptur Kreuzband?

Hallo, wurde am 17.08.2015 an meinem Kreuzband operiert. OP war ohne Komplikationen und Heilungsverlauf auch ohne Beschwerden oder irgendwelche Komplikationen. hab nach weniger als 5 Monaten wieder mit Radfahren etc angefangen also leichte Bewegungen. 1 Jahr nach der OP hatte ich von Beugung in die Streckung immer ein knacken im Knie...sowie beim gehen...das knacken wurde langsam weniger. Daraufhin habe ich ein Kontrolle MRT gemacht. den Befund habe ich heute bekommen und hat mich zuerst mal umgehauen als ich Worte wie Reruptur gelesen habe...ich habe nach der OP mein Knie nie verletzt oder es hat irgendwie weh getan, verdreht oder sonst was (sicher habe ich es nicht immer geschont bin aber nie über meine schmerzgrenze gegangen...soll heißen das zb mein knie nach einem training angeschwollen ist und ich schmerzen hatte)...es hat sich schon anders angefühlt operiert anders halt. leider habe ich meinen Termin beim Chirurgen erst in 2 Wochen :( und ich brauch einen der mehr entweder die Angst nimmt oder erklärt was das zu bedeuten hat...ob ich was machen kann oder eig die ganze OP umsonst war!!!! und den Befund für mich eindeutscht / erklärt

Ich spiele zurzeit Eishockey und bin 3 mal in der Woche am Eis. Spiel endlich in dem Club wo ich immer spielen wollte und bin sozusagen voll im Training und jetzt diese besch.... Nachricht..... jetzt frage ich mich ob ich irgendwas machen kann... und wende mich an euch

Antwort
von nafetsbln, 79

Hi,

da steht Reruptur. Das kann nur bedeuten, dass da wieder was eingerissen ist. Ob das erst jetzt oder kurz nach der OP geschehen ist, ist unklar. Da du momentan keine anderen Symptome als eine leichte Instabilität hast (du schreibst: dass es sich anders anfühlt), und sich das Knacken gebessert hat, muss die Reruptur nicht ganz neu sein und es kann sich jetzt in einer Situation befinden, wo der Zustand des KB sich nicht verschlimmert. D.h. man muss anhand der Bilder abwägen, ob eine neue OP notwendig wird. Im jetzigen Zustand wird es aber immer bei einer gewissen Instabilität bleiben. Ob du damit zurecht kommst und entspr. dauerhafte Einschränkungen beim Sport sinnvoll sind, musst du mit dem Arzt besprechen.

Dann stehen noch Dinge wie femorotibiale Chondropathie und Chondromalacie patellae drin. Jeweils 1-2gradig. Das ist noch nicht schlimm, kann aber zum Problem werden. Während Rad fahren und wahrscheinlich auch gemäßigtes Krafttraining gut tun, würde ich Eishockey als problematisch einstufen. Besprich das mit mehreren Fachleuten, dem Chirurg und auch einem Sportmediziner. Krafttraining aufs Beintraining bezogen: Kniebeugen mit absolut korrekter Technik und nicht extremen Gewichten sind wahrscheinlich förderlich, auf keinen Fall Beinstreckermaschine und auch die Beinbeugermaschine, wo du die Beine gegen WIderstand anziehst, würde ich mit angegriffenem KB dringend meiden.

Wenn du mit unsicherem KB ambitioniert Eishockey spielst, bist du sehr mutig. Ich wäre das nicht. Egal, wie das jetzt ausgeht: Bleib auf jeden Fall dabei, auch in Zukunft ab und an mal ein MRT machen zu lassen, damit du die Knorpelsituation im Knie- und Kniescheibengelenk im Blick behältst.

Antwort
von MegaFelix95, 63

Hi, Ja Reruptur heißt es ist wieder durch :( aber so wie ich es lese muss es kurz nach der OP geschehen sein denn du hast ja jetzt den Muskel anscheinend wieder aufgebaut und damit dein Knie muskulär stabilisiert. Ich gebe meinem Vorredner zT recht. Geh ins Fitness Studio oder in euren Kraft Raum beim Eishockey und trainiere vor allem beine. Also Kniebeuge höchst wahrscheinlich wirst du nur hohe machen können also immer plus 95° bleiben denn niemals mit nem kaputten knie bei 90 stoppen. Such dir am besten einen Trainer und guck das du tiefe Kniebeuge machen kannst mit sauberer technik.Beinstrecker musst du gucken wie es sich anfühlt wenn du Schmerzen hast weglassen. Beinbeuger kannst du machen. Ich hatte selbst eine reruptur im kreuzband und spiele wieder football, ich bin nebenbei fitnesstrainer und habe mehrere sportler (größtenteils Fußballer) kennen gelernt die sich nicht operieren lassen weil man die stabilität im Knie auch durch kontrollierten Muskelaufbau wieder hinbekommt. Denn bei ner OP ist immer das Problem das in das System knie eingegriffen wird und du evtl. Arthrose bekommst. Also geh alle Möglichkeiten mit deinem Chirurgen, Trainer und Physio durch und dann entscheide. Viel Erfolg

Antwort
von wiprodo, 50

Der Bericht deines MRT-Befundes lässt tatsächlich auf einen neuerlichen Anriss (partiell ruptiert) schließen. Ob dies neuerlich operiert werden muss, sollte der behandelnde Arzt entscheiden. Du kannst und solltest allerdings vor und nach der Operation unbedingt die Stabilität deines Kniegelenkes verbessern. Da das Kniegelenk seine Stabilität vorwiegend durch die Muskulatur erhält, musst du logischerweise die über das
Kniegelenk laufende Muskulatur kräftigen. Dazu gehört nicht nur der
Kniestreckmuskel, den man z.B. durch Kniebeugen kräftigt. Genau so wie ein Stuhl nur durch mindestens 3 Beine stabil steht, wird das Kniegelenk nicht nur durch den Kniestrecker stabilisiert, sondern durch zwei weitere Muskelzüge, die zu den sogenannten Schenkelbeugern gehören (s. Bild 1). Dazu kommen noch einige andere Muskeln (Bild 2), von denen der Zwillingswadenmuskel der wichtigste ist.

Daraus resultiert:

1. Kniestreckübungen praktizieren

2. Kniebeugemuskeln trainieren

3. Wadenmuskeln trainieren.

Da du allerdings auf deine Kreuzbänder achten musst, sollten
die Übungen keine Scherkräfte auf das Kniegelenk ausüben. Das heißt: die
Kniestreckübungen nur in einem Kniewinkel zwischen 45° und 0° ausüben (Bild 3), entsprechen die Übungen für die Kniebeuger nur in einem Kniewinkelbereich zwischen 45° und 135°. Da einige der über das Kniegelenk laufende Muskel zweigelenkig sind, kannst du sie auch kräftigen, indem du im Hüft- oder Fußgelenk arbeitest, z.B. wie in Bild 4 oder wie beim bekannten Wadenheben.

Kommentar von nafetsbln ,

Mit gezieltem Beinstrecker und -beuger trainieren wäre ich wirklich (zumal in offener Kette bei den üblichen Maschinen) zurückhaltend. Du hast da immer enorme Scherkräfte auf dem Gelenk, was nicht gut fürs KB ist. Die Gelenkpositionen entsprechen auch den Tests (vordere und hintere Schublade), wo man voll in die Instabilität reinprüft.

Bei gelenkstabilisierender geschlossener Kette wie bei Kniebeugen trainiert man sowohl u.a. Beinstrecker und Beinbeuger gleichzeitig und im Muskelgleichgewicht, so dass geringe Scherkräfte auftreten und der Trainingseffekt für Hypertrophie und Funktionalität ist hoch. Fürs Training der Beinstrecker tendenziell mit höherer LH-Position (highbar-squat) und für Beinbeuger eher mit tieferer Position (lowbar-squat) arbeiten. (Und evtl. noch Wackelbrett 1beinig.)

Kommentar von wiprodo ,

Das Beinmuskel-Krafttraining in „offener kinematischer Kette“ bringt den Vorteil, dass der Anpressdruck auf die Gelenkflächen und somit auch auf die Menisken im Vergleich zu demjenigen bei Kniebeugen mit LH-Zusatzlast verschwindend gering ist. Das kann für jemanden, bei dem ein Haarriss im Hinterhorn des lateralen Mensikus (linkes Knie) diagnostiziert wurde, von eminenter Bedeutung sein.

Bei allen Kniebeugen arbeiten die Kniestrecker als Kinetoren, während die Kniebeuger nur modulatorische Aufgaben übernehmen. Somit erhalten die Kniebeuger im Laufe von Kniebeugen keinen für einen Kraft- oder Querschnittszuwachs erforderlichen Belastungsreiz.

Das am Beinpendel durchgeführte Training der Beinstrecker führt zu einer „Scherkraft“, die den Tibiakopf gegenüber den Obschenkelnkondylen nach vorn schiebt („vordere Schublade“). Dies führt zu einer Entlastung des vorderen Kreuzbandes. Die beim Training der ischiokruralen Muskeln („Beinbeuger“) am Beinpendel zu erwartende „hintere Schublage“ ist durch den Verlauf des Beinbeuger-Kraftvektors  nahe am Drehzentrum äußerst gering und kann durch eine gleichzeitige leichte Kontraktion (zur Stabilisierung) der Kniestrecker aufgefangen werden.

Gezieltes Krafttraining ist zur Stabilisierung des Kniegelenkes bei Kreuzbandläsionen äußerst wertvoll.

Kommentar von wiprodo ,

Korrektur: Leider ist mir  im 3. Abschnitts des Kommentars ein Fehler unterlaufen, den ich hiermit korrigiere. Ich hoffe, dass dies nicht schon zu Missverständnissen geführt hat und bitte um Entschuldigung:

Das am Beinpendel durchgeführte Training der Beinstrecker führt zu einer „Scherkraft“, die den Tibiakopf gegenüber den Oberschenkelnkondylen nach vorn schiebt („vordere Schublade“). Dies führt zu einer verstärkten Spannung des vorderen Kreuzbandes was nur durch eine verstärkte Kontraktion der ischiokruralen Muskeln (Kniebeuger) gemildert werden kann. Das gleiche Phänomen tritt im Übrigen bei allen Formen der Kniebeugen (squats) auf, die aus diesem Grunde bei Läsionen des vorderen Kreuzbandes zu meiden sind. Die beim Training der ischiokruralen Muskeln („Beinbeuger“) am Beinpendel zu erwartende „hintere Schublage“ entlastet dagegen das vordere Kreuzband und kann demnach bei Läsionen des vorderen Kreuzbandes bedenkenlos praktiziert werden.

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