Mir hat geholfen, die Wellenform des Körpers, vom Kopf her beginnend, zunächst isoliert zu üben. Was am Anfang aussah wie eine Apfelspinnerraupe auf einem Ast (Hintern hoch, Hintern runter, keine Vorwärtsbewegung) wandelte sich zu einer wellenförmigen Vorwärtsbewegung, die ich in ihrer Amplitude (große Welle / kleinere Welle) irgendwann gut variieren konnte. Zur Rhythmusschulung (zwei "Beinschläge" auf einen Armzyklus) hat mir gut geholfen Brust-Arme mit Delphin-Beinen zu kombinieren. ABER: nicht normale Gleitzug-Arme, sondern Undulationstechnik, also Schultern eng, hoch hinaus, Hände kamen nahezu über Wasser nach vorne und ich "schlüpfte" meinen Händen hinterher, immer darauf achtend, dass die Stirn ins Wasser taucht, ich also sozusagen in einem Bogen den Händen hinterher schlüpfe... Dadurch steuert der Kopf die Abwärtsbewegung der Wirbelsäule, die Hüfte kommt hoch. Zum Ende der Zugphase der Arme, steuert der Kopf wieder nach oben, die Hüfte kommt automatisch runter und zieht die Beine zum zweiten "Kick" nach.

Gern genommen wird, wenn der Rhythmus und die Welle sitzt, als Übung auch einarmiger Delphin. D. h. Du schwingst nur einen Arm aus dem Wasser und nicht beide Arme. Hier gibt es zwei Varianten... den Kraul-Arm und den Delphin-Arm. Da auch hier der Kopf mit steuert und ich bei einarmigem Delphin seitlich atme, mach ich immer gerne drei rechts drei links im Wechsel.

Flossen sind im Anfängerbereich meines Erachtens nicht optimal - AUSSER zu dem Zeitpunkt, zu dem die Welle isoliert geübt wird, denn damit klappt sie meist einfacher. Und hier setze ich sie dann auch nur deshalb ein, um dem Übenden mal zu vermitteln, wie es sich denn anfühlen sollte. Es ist oft ein motivierender Schub, wenn man feststellt, och, mit dieser Bewegung komme ich ja doch tatsächlich nach vorne. Also Flossen einzusetzen, weil da gerne mal der "Knoten platzt" und auch, weil es vor allem Kindern, großen Spaß macht, ist in kleinen Dosierungen sicher in Ordnung.

Meine Meinung also ist: erst mal den Rhythmus draufschaffen. Dann beschäftige ich mich mit der Armtechnik, es ist nicht so einfach für Beginner, die Arme über Wasser nach vorne zu bringen. Oftmals kommen diese mit dem Oberkörper viel zu weit raus aus dem Wasser, weil die Schulterbeweglichkeit noch fehlt, d. h. die Bewegungsdynamik geht eher nach oben als nach vorne. Und das ist doof, weil die Hüfte dann absinkt und der ganze Bewegungsfluss gestört wird.

Delphin lernen die wenigsten in wenigen Tagen. Die meisten benötigen wirklich Wochen oder auch Monate, je nach Trainingshäufigkeit. Wirklich wichtig fände ich, wenn jemand dabei ist, der es kann und der Dich wirklich immer wieder korrigiert. Denn Fehler rauszufummeln, die sich über die ganze Zeit eingeschliffen haben, ist echt mühsam....

viel Erfolg.

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Beim Kraulen kommt der Hauptantrieb aus den Armen. Profischwimmer und Sprinter setzen die Beine zwar verstärkt ein, aber für den Freizeitgebrauch muss man sich mit den Beinen nicht überschlagen. Sie dienen hauptsächlich der Stabilisierung und auch ein bisschen dem Antrieb. Ich behaupte mal unwissenschaftlich so 30/70 wobei 70 Prozent die Arme leisten.

Ich würde auch nicht den Beinschlag zählen, das ist nicht nötig. Es gibt übrigens Langstreckenschwimmer, die nur mit zweier-Beinschlag schwimmen und damit super zurecht kommen.

Wasserlage ist in der Tat der Schlüssel. Körperspannung ohne zu verkrampfen, Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule Blick nach vorne/unten. Atmung nicht nach vorne oben sondern durch seitliche Drehung des Kopfes, Kinn etwa Richtung Schulter. Entweder jeden zweiten Armzug, dann atmest Du immer nur zu einer Seite, oder nach jedem dritten Armzug, dann wechselst Du die Atemseite. Dabei rotiert der Oberkörper mit, heißt, auf der Seite, auf der Du atmest, kommt die Schulter deutlich raus aus dem Wasser.

Streckung ist ein zweiter Schlüssel. Nachdem die Hand mit den Fingerspitzen (manche nehmen auch Daumen und Zeigefinger als ersten Eintauchpunkt) rel. weit vor dem Kopf (aber auch hier gibt es eine Komfortzone, man muss nicht drei Meter vorm Kopf eintauchen, wenn sich das nicht gut anfühlt) eintaucht ist, schiebst Du den Arm weit nach vorne, streckst Dich, d. h. den Körper, dem Arm hinterher. Also nicht nur der Arm streckt sich alleine, sondern Du fühlst eine Streckung auf über die Körperseite hinweg. Das wirkt sich positiv aufs Gleiten aus. Und das wollen wir: effektive Gleitlage, um nicht zu tief im Wasser zu liegen, somit den Widerstand in Schwimmrichtung zu minimieren und mit möglichst geringer Kraft schnell zu sein.

Dann kommt das Wasserfassen, d.h. Du "verankerst Deine Hand" im Wasser und "ziehst Dich am Wasser" nach vorne. Nutze den Wasserwiderstand, halte Dich am Wasser sozusagen fest und ziehe die Hand zur Körpermitte (nicht darüber hinaus). Vor der Schulter ist die Zugphase. Hier ist der Zug abaer nicht beendet, sondern Du schiebst mit der Hand das Wasser weiter nach hinten weg, mit viel Abdruck bis zum Oberschenkel. Darum Druckphase. Wenn ich mir Mühe gebe merke ich, wie das Wasser meiner Hand ausweicht durch eine Welle am Oberschenkel.

In der Zwischenzeit dürfen die Beine ruhig und gleichmäßig vor sich hinpaddeln, aber viel Kraft würde ich in der Übungszeit nicht reinlegen..

Die Arme müssen also malochen, heißt, sie müssen sich auch ausruhen dürfen. Das passiert in der "Rückholphase".

Wenn Deine Hand damit fertig ist, das Wasser am Oberschenkel Richtung Füße zu drücken, verlässt sie das Wasser und folgte dem ELLENBOGEN, der immer der höchste Punkt sein sollte, wenn der Arm wieder nach vorne schwingt. ich habe früher immer gesagt, der Ellenbogen verlässt als erstes das Wasser, aber das stimmt nicht bei jedem Schwimmer. Tatsächlich verlässt bei mir die Hand zuerst das Wasser, dicht verfolgt vom Ellenbogen, der dann hoch kommt, damit der Unterarm und mit ihm die Hand, locker hängen darf. Hier liegt die Entspannung der Arme und Hände: Ellenbogen hoch, Hand darf locker (!!!!) nach vorne schwingen.

Rhythmus. Manchen hilft es, im Kopf mitzuzählen und zwar nicht zu schnell. Klar kannst Du "eins, zwei" runterrasseln wie ein Schnellsprecher, aber die richtige Ruhe kriegst Du mit einem "eeiiinnnss, zweeeiiii, eeiiinnnss, zweeeiii...."

Die meisten Anfänger werden rausgebracht, wenn sie die Atmung einbauen. Schwimm erst mal ohne Atmung. Das ist aus mehreren Gründen nicht ganz optimal, soll aber ja kein Dauerzustand sein. Wenn Du nicht atmest, rotierst Du weniger, kannst das also nicht üben. Außerdem biste ja kein Fisch. Aber um erst mal ein Gefühl für das Armzugmuster zu kriegen, versuchs mal ein paar Züge (immer wieder) ohne Atmen.

WENN dann die Atmung dazu kommt achte vor allem drauf, dass Du wirklich ordentlich AUSATMEST. Einatmen ist nur die halbe Miete. Du hast bei der kurzen Drehung des Kopfes/Schultern nicht genug Zeit, um ein UND auszuatmen, darum mach das dann, wenn es gemacht werden soll: wenn das Gesicht im Wasser liegt. Und da liegt es beim Kraulen außer zum Atmen, immer. Und selbst beim Atmen liegen Ohr, Schläfe, Teil der Wange auch immer noch im Wasser.

Um nochmal abschließend auf Deine schweren Beine zu kommen: Das Problem haben meist Männer, deren Schwerpunkt ist ein anderer als bei Frauen, die haben es da nicht so kompfortabel. Also sieh zu, dass Du die Gleitbootlage, oder die Surfbrettlage über die Zug/Druckkraft - bzw. -Technik der Arme hinkriegst.

So, ich hoffe, ich hab nicht zu viel Scheiß erzählt, die letzte Weisheit ist das sicher hier auch nicht, vielleicht kommt die eine oder andere Korrektur, die Dir dann auch weiterhilft. Viel Spaß im Wasser

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Kinder motivierst Du am besten immer über Spaß. Ich mache mit meinen jüngeren in der Gruppe gerne Spiele. So habe ich zum Beispiel Schwimmkarten vorbereitet. DAs heißt, pro Karte eine Aufgabe, z. B. "schwimme 100 m Rücken" oder "mache 5 Startsprünge vom Startblock und schwimme dann Kraul mit Tempo bis zum Bahnenende" oder auch mal "gehe 3 Minuten duschen" (Als Auflockerung). Diese Karten habe ich mit einer bunten Rückseite versehen und einlaminiert. Man braucht schon mindestens 20 Karten. Die werden dann von den Kindern immer nacheinander gezogen. KOmischerweise schwimmen sie diese Aufgaben ohne Meckern und Murren... anders, als bekämen sie die Anweisung nur von mir gesagt. Sehr beliebt ist ein andere Spiel, bei dem ich eine ganze "Aufgabenschlange" entworfen habe auf einem DINA3 Blatt - mit einzelnen Feldern. AUch das muss einlaminiert werden oder vor Wasser geschützt verpackt werden. Dann wird gewürfelt und mit Spielfiguren auf das jeweilige Feld gezogen. Da steht dann meinetwegen "50 meter Brust nur Beinschlag mit Pull-Buoy" oder "schwimme 100 M kleine Lagen" oder " schwimme mit einem Ball 50 m Kraul" oder was auch immer. Die schwimmen wie die Wilden und merken kaum, dass sie wirklich nicht nur rumplätschern, sondern stramm trainieren. Der Kreativität im Spieleausdenken sind keine Grenzen gesetzt. Natürlich müssen Schwimmstile so gefordert werden, dass man auch die TEchnik üben kann und als Trainer auch beobachten kann, wo der Stil noch nicht ganz sauber ist. Also immer auch Strecken einbauen. Hoffe, das war ein bissel hilfreich.

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Hallo, ich gebe auch einen Nichtschwimmerkurs und besonders beliebt ist bei den Kindern eine Atemübung, bei der sie gelbe Schwimmenten von der einen Beckenseite zur anderen pusten müssen. Das geht nämlich nur dann gut, wenn sie mit dem Mund im Wasser sind. Manche sind dann so engagiert bei der Sache, dass sie immer tiefer blubbern, weil es so schön ist, die Enten in einen Wellengang zu bringen. Zum übers Wasser s c h i e b e n (mit der Nasenspitze!!) eignen sich auch Tischtennisbälle oder Korken. Dabei ist i. d. R. der Mund im Wasser. Das kann man später abwandeln, indem man die Kinder die Gegenstände mit der Stirn schieben lässt. (zwischendurch natürlich einatmen lassen)

Auch gibt es im Fachhandel extra so kleine Plastik-Ufos (ich weiß nicht, wie die heißen). Die liegen auf dem Wasser und können per Pusten gewendet werden. Aber eben nur, wenn man tief genug im Wasser pustet. Der Übergang zu Unterwasser ausatmen kommt dann relativ leicht.

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