Beim Kraulen kommt der Hauptantrieb aus den Armen. Profischwimmer und Sprinter setzen die Beine zwar verstärkt ein, aber für den Freizeitgebrauch muss man sich mit den Beinen nicht überschlagen. Sie dienen hauptsächlich der Stabilisierung und auch ein bisschen dem Antrieb. Ich behaupte mal unwissenschaftlich so 30/70 wobei 70 Prozent die Arme leisten.

Ich würde auch nicht den Beinschlag zählen, das ist nicht nötig. Es gibt übrigens Langstreckenschwimmer, die nur mit zweier-Beinschlag schwimmen und damit super zurecht kommen.

Wasserlage ist in der Tat der Schlüssel. Körperspannung ohne zu verkrampfen, Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule Blick nach vorne/unten. Atmung nicht nach vorne oben sondern durch seitliche Drehung des Kopfes, Kinn etwa Richtung Schulter. Entweder jeden zweiten Armzug, dann atmest Du immer nur zu einer Seite, oder nach jedem dritten Armzug, dann wechselst Du die Atemseite. Dabei rotiert der Oberkörper mit, heißt, auf der Seite, auf der Du atmest, kommt die Schulter deutlich raus aus dem Wasser.

Streckung ist ein zweiter Schlüssel. Nachdem die Hand mit den Fingerspitzen (manche nehmen auch Daumen und Zeigefinger als ersten Eintauchpunkt) rel. weit vor dem Kopf (aber auch hier gibt es eine Komfortzone, man muss nicht drei Meter vorm Kopf eintauchen, wenn sich das nicht gut anfühlt) eintaucht ist, schiebst Du den Arm weit nach vorne, streckst Dich, d. h. den Körper, dem Arm hinterher. Also nicht nur der Arm streckt sich alleine, sondern Du fühlst eine Streckung auf über die Körperseite hinweg. Das wirkt sich positiv aufs Gleiten aus. Und das wollen wir: effektive Gleitlage, um nicht zu tief im Wasser zu liegen, somit den Widerstand in Schwimmrichtung zu minimieren und mit möglichst geringer Kraft schnell zu sein.

Dann kommt das Wasserfassen, d.h. Du "verankerst Deine Hand" im Wasser und "ziehst Dich am Wasser" nach vorne. Nutze den Wasserwiderstand, halte Dich am Wasser sozusagen fest und ziehe die Hand zur Körpermitte (nicht darüber hinaus). Vor der Schulter ist die Zugphase. Hier ist der Zug abaer nicht beendet, sondern Du schiebst mit der Hand das Wasser weiter nach hinten weg, mit viel Abdruck bis zum Oberschenkel. Darum Druckphase. Wenn ich mir Mühe gebe merke ich, wie das Wasser meiner Hand ausweicht durch eine Welle am Oberschenkel.

In der Zwischenzeit dürfen die Beine ruhig und gleichmäßig vor sich hinpaddeln, aber viel Kraft würde ich in der Übungszeit nicht reinlegen..

Die Arme müssen also malochen, heißt, sie müssen sich auch ausruhen dürfen. Das passiert in der "Rückholphase".

Wenn Deine Hand damit fertig ist, das Wasser am Oberschenkel Richtung Füße zu drücken, verlässt sie das Wasser und folgte dem ELLENBOGEN, der immer der höchste Punkt sein sollte, wenn der Arm wieder nach vorne schwingt. ich habe früher immer gesagt, der Ellenbogen verlässt als erstes das Wasser, aber das stimmt nicht bei jedem Schwimmer. Tatsächlich verlässt bei mir die Hand zuerst das Wasser, dicht verfolgt vom Ellenbogen, der dann hoch kommt, damit der Unterarm und mit ihm die Hand, locker hängen darf. Hier liegt die Entspannung der Arme und Hände: Ellenbogen hoch, Hand darf locker (!!!!) nach vorne schwingen.

Rhythmus. Manchen hilft es, im Kopf mitzuzählen und zwar nicht zu schnell. Klar kannst Du "eins, zwei" runterrasseln wie ein Schnellsprecher, aber die richtige Ruhe kriegst Du mit einem "eeiiinnnss, zweeeiiii, eeiiinnnss, zweeeiii...."

Die meisten Anfänger werden rausgebracht, wenn sie die Atmung einbauen. Schwimm erst mal ohne Atmung. Das ist aus mehreren Gründen nicht ganz optimal, soll aber ja kein Dauerzustand sein. Wenn Du nicht atmest, rotierst Du weniger, kannst das also nicht üben. Außerdem biste ja kein Fisch. Aber um erst mal ein Gefühl für das Armzugmuster zu kriegen, versuchs mal ein paar Züge (immer wieder) ohne Atmen.

WENN dann die Atmung dazu kommt achte vor allem drauf, dass Du wirklich ordentlich AUSATMEST. Einatmen ist nur die halbe Miete. Du hast bei der kurzen Drehung des Kopfes/Schultern nicht genug Zeit, um ein UND auszuatmen, darum mach das dann, wenn es gemacht werden soll: wenn das Gesicht im Wasser liegt. Und da liegt es beim Kraulen außer zum Atmen, immer. Und selbst beim Atmen liegen Ohr, Schläfe, Teil der Wange auch immer noch im Wasser.

Um nochmal abschließend auf Deine schweren Beine zu kommen: Das Problem haben meist Männer, deren Schwerpunkt ist ein anderer als bei Frauen, die haben es da nicht so kompfortabel. Also sieh zu, dass Du die Gleitbootlage, oder die Surfbrettlage über die Zug/Druckkraft - bzw. -Technik der Arme hinkriegst.

So, ich hoffe, ich hab nicht zu viel Scheiß erzählt, die letzte Weisheit ist das sicher hier auch nicht, vielleicht kommt die eine oder andere Korrektur, die Dir dann auch weiterhilft. Viel Spaß im Wasser

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Kinder motivierst Du am besten immer über Spaß. Ich mache mit meinen jüngeren in der Gruppe gerne Spiele. So habe ich zum Beispiel Schwimmkarten vorbereitet. DAs heißt, pro Karte eine Aufgabe, z. B. "schwimme 100 m Rücken" oder "mache 5 Startsprünge vom Startblock und schwimme dann Kraul mit Tempo bis zum Bahnenende" oder auch mal "gehe 3 Minuten duschen" (Als Auflockerung). Diese Karten habe ich mit einer bunten Rückseite versehen und einlaminiert. Man braucht schon mindestens 20 Karten. Die werden dann von den Kindern immer nacheinander gezogen. KOmischerweise schwimmen sie diese Aufgaben ohne Meckern und Murren... anders, als bekämen sie die Anweisung nur von mir gesagt. Sehr beliebt ist ein andere Spiel, bei dem ich eine ganze "Aufgabenschlange" entworfen habe auf einem DINA3 Blatt - mit einzelnen Feldern. AUch das muss einlaminiert werden oder vor Wasser geschützt verpackt werden. Dann wird gewürfelt und mit Spielfiguren auf das jeweilige Feld gezogen. Da steht dann meinetwegen "50 meter Brust nur Beinschlag mit Pull-Buoy" oder "schwimme 100 M kleine Lagen" oder " schwimme mit einem Ball 50 m Kraul" oder was auch immer. Die schwimmen wie die Wilden und merken kaum, dass sie wirklich nicht nur rumplätschern, sondern stramm trainieren. Der Kreativität im Spieleausdenken sind keine Grenzen gesetzt. Natürlich müssen Schwimmstile so gefordert werden, dass man auch die TEchnik üben kann und als Trainer auch beobachten kann, wo der Stil noch nicht ganz sauber ist. Also immer auch Strecken einbauen. Hoffe, das war ein bissel hilfreich.

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