Worin unterscheidet sich aerobe und anaerobe Ausdauer?

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Der aeroben und der anaeroben Ausdauer liegt die aerobe und anaerobe Energiegewinnung zugrunde.
(1) Im Ruhezustand und bei niedriger bis mittelschwerer körperlicher Arbeit gewinnt der Körper die benötigte Energie, indem er Glucose mit Hilfe von Sauerstoff (also auf aerobem Wege) zu Kohlendioxyd und Wasser verbrennt. Die dazu benötigten chemischen Prozesse (Zitronensäurezyklus und Atmungskette) haben den Vorteil, dass sie aus dem vorhandenen Brennmaterial (Glucose) viel Energie gewinnen können. Aber sie benötigen dazu sehr viel Zeit.
(2) Gelegentlich ist es notwendig, dass der Körper in kürzester Zeit mehr Energie benötigt, als er auf aerobem Wege beschaffen kann (wie z.B. beim Sprint). Diese Energie kann er dadurch gewinnen, dass er ohne Verbrauch von Sauerstoff (also anaerob) die Glucose zu Lactat abbaut. Das schafft zwar schnell Energie, aber aus dem vorhandenen Brennmaterial (Glucose) wird nur 1/18 so viel Energie gewonnen als bei aerober Energiegewinnung. Deshalb kann sie nicht lange aufrechterhalten werden, zumal sich in den Muskeln Lactat, das Endprodukt der anaeroben Energiegewinnung) anhäuft und den Muskel übersäuert.
(3) Beide Prozesse (aerobe und anaerobe Energiegewinnung) stehen nicht im Gegensatz oder Widerstreit zu einander, sondern ergänzen sich.
(4) Durch Training lässt sich die Fähigkeit zur Energiegewinnung pro Zeit verbessern. Verbessert man die Fähigkeit, auf aerobem Wege Energie zu erzeugen, spricht man von aerober Ausdauer. Verbessert man die Fähigkeit, auf anaerobem Wege Energie zu gewinnen, spricht man von anaerober Ausdauer.

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