Worin liegt der Unterschied zwischen statischen und dynamischen Dehnübungen

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Der Beitrag von DaSu81 (sorry!) ist einer Seite von wikipedia entnommen. Und zwangsläufig sind die dort erschienenen Fehler und Unstimmigkeiten mit übernommen worden. Um Missdeutungen vorzubeugen, müssen sie im Folgenden korrigiert werden:

Zu: dynamisches Dehnen:

  • „...Verspannungen, zu lösen, sämtliche bewegte Muskeln inklusive deren Leitungsbahnen zu aktivieren und die intermuskuläre Koordination zu schulen...“ Hier werden Effekte angesprochen, die man sich rein hypothetisch erdacht hat, aber in keiner Weise erwiesen sind.

  • „...Die eigentliche dehnende Komponente wird hierbei begrenzt durch die Kraft der Muskeln...“ Beim dynamischen Dehnen kann die dehnende Kraft durchaus größer sein, als die Kontraktionskraft der Gegenspieler der zu dehnenden Muskeln, indem beispielsweise die Schwungkraft oder sogar die Unterstützung eines Helfers ausgenutzt wird.

  • „...da starke Dehnung Kraft und Spannbarkeit der Muskeln verringert, die Leistungsfähigkeit herabgesetzt wird...“ Es ist bis jetzt nicht nachgewiesen, dass starke dynamische Dehnverfahren die Kraft der Muskeln herabsetzen. Der Begriff „Spannbarkeit“ ist im Zusammenhang mit muskulären Funktionen nicht üblich und nicht definiert, d.h. man kann nicht wissen, was das sein soll.

Zu: Statisches Dehnen

  • „...Besonders bei den aktiven Varianten werden zusätzlich mittels Muskelanspannung hemmende Neurone aktiviert und so die Spannbereitschaft des gedehnten Muskels eine zeitlang verringert...“. Diese Aussage verdreht die Verursachungen in unzulässiger Weise, was zu Missdeutungen führen kann. Eine „Spannbereitschaft des...Muskels“ ist in der Biologie/Physiologie nicht definiert.

  • „...bei den seltenen echten muskulären Verkürzungen werden gemäßigte statische Dehnübungen auch zum vorsichtigen Nachdehnen am Ende einer Trainingseinheit, nach langsamem, lockerndem Laufen empfohlen, um zu entspannen, den erhöhten Muskeltonus herunterzubringen und sportspezifische Haltungs- und Beugehaltungsadaptationen zu vermeiden...“ Was sind „echte muskuläre Verkürzungen“? Gibt es auch unechte? Dehnen führt nicht zur nachhaltigen Reduktion des Muskeltonus, höchsten zu einer psychischen Entspannung. „Sportspezifische Haltungs- und Beugehaltungsadaptationen“ sind diffuse Schreckgespenster, die allenfalls psychische Ursachen haben könnten und deshalb auch dort und nicht im Muskel bekämpft werden müssten!

  • ...Die folgenden Muskeln neigen zur funktionellen Verkürzung und benötigen deshalb nach jeder sportlichen Tätigkeit Dehnung: 1. Oberschenkelmuskulatur hinten, 2. Oberschenkelmuskulatur vorne, 3. Oberschenkelmuskulatur innen, 4. Brustmuskulatur vorne, 5. Halsmuskulatur hinten und seitlich...“ Diese Aussage suggeriert, als ob die aufgezählten Muskeln eine angeborene, ja durch die Evolution vorgesehene Tendenz besäßen, zu Verkürzungen zu neigen. Das ist falsch! Es muss allenfalls heißen: Der Mensch im technisierten Zeitalter neigt dazu, sich in der Alltagsmotorik so zu verhalten, dass bestimmten Muskeln nichts anderes übrig bleibt, als sich zu verkürzen. Sportliche Tätigkeiten erzeugen keinesfalls „funktionelle Verkürzungen“. Anschießendes Dehnen könnte solches nicht verhindern. Erwiesenermaßen kann Dehntraining nicht zu einer Muskelverlängerung führen.

Danke an euch Beide. Insbesondere dir für die Korrektur!

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