Worin liegt der Unterschied zwischen Risiko- und Extremsportarten?

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2 Antworten

Unter Extremsport versteht man das herangehen an sportliche Grenzen. Extremsport bedeutet für den Sportler eine besondere technische, logistische und körperlich-psychische Herausforderung und ist oft mit hohem Risiko verbunden. Extremsport wird einzeln oder in kleinen Gruppen, manchmal fernab der Öffentlichkeit, manchmal mit großer Medienpräsenz durchgeführt und ist in einigen Formen auch illegal.

Die Motivation für Extremsportler!

Ziel der meisten Extremsportler ist es, ihre persönliche physische und/oder psychische Leistungsgrenze zu erleben oder etwas zu tun, was so noch niemand getan hat. In der Regel sind Extremsportler keine waghalsigen Draufgänger, sondern Spitzensportler, die ihre Grenzen ausloten. Sie grenzen das Risiko ihrer Projekte und Expeditionen durch gute Vorbereitung ein (Ausrüstung, Team, Ernährung, Sportmedizin, Wetter, Gelände, Navigation, Notfallmanagement, Rettungsgeräte u.a.). Problematisch kann in diesen Grenzbereichen die eigene Überschätzung sein. Die Ausschüttung von Endorphinen kann Glücksempfindungen hervorrufen, aber auch zu Mißachtung von Warnsignalen führen, die Unfälle verursachen können. Endorphine können auch im pathologischen Sinne süchtig machen.

Einordnung von Extremsportarten Die Beurteilung eines Sportes als „Extremsport“ ist vielfach subjektiv bzw. der Übergang ist diffus. So können viele gängige Sportarten exzessiv oder mit erhöhtem Risiko als „Extremsport“ betrieben werden, z.B. Mountainbike, Skilaufen, Klettern oder Langstreckenlauf. Andere Sportarten wirken nur auf Außenstehende extrem, wie z.B. Bungee-Jumping, wo es kaum ein wirkliches Risiko, Höchstanforderungen oder Schwierigkeiten gibt, sondern nur einen durch die Umstände bedingten Nervenkitzel. Die meisten Extremsportler betrachten ihren Sport nicht als extrem, viele bezeichnen ihn sogar als „Familiensport“. Extremsport kann auch Spitzensport sein der eine technisch-logistisch herausforderung beinhaltet, wo nicht nur der Körper sondern auch der menschliche Geist extrem gefordert wird.

Der kleine Unterschied ist vor allem für Versicherungen wichtig. So sind bei vielen Leute, die Riskosportarten ausüben, grundsätzlich ausgeschlossen, also nicht versicherungsfähig.

Risikosportarten sind sportliche Tätigkeiten, die beispielsweise durch durch nicht kontrollierbare Naturgewalten eine generelle Verletzungs- und Todesfallgefahr beinhalten. Welche das sind, wird vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV festgelegt. Dazu gehören zum Beispiel Bergsteigen und Canyoning.

Die offizielle Definition für "Risikosportart" lautet wie folgt:

  1. Außerordentliche körperliche Strapazen und Konfrontation mit widrigen Naturkräften

  2. Ungewohnte Körperlagen und -zustände (zum Beispiel freier Fall, hohe Geschwindigkeiten und Beschleunigungskräfte, Rotationsbewegungen, extreme Seitenlagen, die völlig neue Körperorientierungen verlangen.

  3. Ungewisser Handlungsausgang; das bedeutet, wenn der Erfolg und Mißerfolg einer Tätigkeit bzw. Handlung gleichwahrscheinlich sind

  4. Unvorhersehbare Situationsbedingungen

  5. Lebensgefährliche Aktionen

Extremsportarten hingegen sind nicht mit Risikosportarten gleichzusetzen, wenn auch die Grenzen schwammig sind. So gilt die Verknüpfung mehrerer "normaler" Sportarten miteinander als Extremsportart, zum Beispiel Triathlon. Extremsportarten haben ein geringeres Risiko, zu verünglücken als Risikosportarten bzw. sind die Auswirkungen nach einem Unfall geringer.

Vielen Dank pooky für Deine kompetente Antwort, Daumen hoch!

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