Womit reinige ich die Kette am besten?

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Tatsächlich sind alle Mittel, die die Kette entfetten, also Kaltreiniger, so genannte "Kettenreiniger" oder durchaus auch Spüli alles andere als gut für die Kette.

Gerade erst genannte Mittel spülen das Fett auch aus den Inneren der einzelnen Glieder und dorthin kommt auch bei gründlicher Nachfettung kein Schmiermittel mehr hin. Folge: Metallglied reibt auf Metallglied. Schon aus diesem Grund werden im Werk die Einzelteile von Fahrradketten schon im gefetteten Zustand montiert.

Die beste Lösung ist daher, die Kette mit einem Mittel zu reinigen, das gleichzeitig auch fettet, nämlich Kettenfett!

So sollte sie sollte nach jeder Tour, auf jeden Fall nach jeder Regenfahrt durch einen mit Kettenfett versehenen Lappen durchgezogen werden, spätestens aber nach 150 Kilometern.

Wenn Du das regelmäßig und frühzeitig machst, verhinderst Du, dass das verdreckte Fett hart wird und sich nur schwer wieder lösen lässt.

Bei der Fahrradkette ist es übrigens wichtig, druckfestes Fett zu nehmen, also kein Öl. Bezogen auf die winzige Fläche, die die einzelnen Gliedern der Kette verbindet, ist der Druck, der beim Antrieb kommt, extrem hoch (Man kann sich das vorstellen, indem man mal Fingerhakeln ausprobiert).

Ein einfaches dünnes Öl hat eine zu geringe Druckfestigkeit und würde der Belastung nicht stand halten. Dadurch kann der sehr dünne Fettfilm reißen, dann reibt Metall auf Metall, was die Kette vorzeitig verschleißen lässt.

Silikon, Kriech- und einfaches Öl erfüllen diese Anforderungen nicht. Grundsätzlich gilt: Je dünnflüssiger, desto ungeeigneter das Öl(Ausnahme sind speziell präparierte Öle, etwa Mittel mit winzigen festen Teflonpartikeln).

Daher sollte stets normales Kettenfett verwendet werden. Es ist druckstabil und kann daher die Belastung, die auf die winzigen Kettenglieder vergleichsweise wirkt, bewältigen.

Darüber hinaus sollten die Ritzel regelmäßig zerlegt und gesäubert werden.

Ansonsten ist die Kette fällig und muss ausgetauscht werden, wenn sie eine Längung von einem Millimeter aufweist, was in der Regel nach 2.000 bis 2.500 Kilometern der Fall ist.

Um die Längung zu ermitteln nimmt einen Messschieber und legt sie auf die Kette. Neue Ketten haben meist ein Maß von 119,5 mm bei 11 Rollen. Wenn die Längung ein Millimeter beträgt, also der Messschieber 120,5 mm bei 11 Rollen beträgt, dann ist die Kette fällig.

Da Ritzel weicher sind als die Kette, kann eine zu spät gewechselte Kette die Ritzel vorzeitig schrottreif machen, was dann teurer wird als der bloße Kettentausch.

Ketten können auch abgenommen werden, bei normalen Modellen ist aber zum Wiederschließen ein neuer Bolzen und ein Kettennieter erforderlich. Damit ist es auch kein Problem.

Es gibt auch Ketten, die ohne Werkzeug geöffnet und wieder verschlossen werden können. Ich fahre zum Beispiel seit Jahren (das Modell, nicht dieselbe Kette) die Connex-Kette von Wippermann und zwar die 10sX in Edelstahl. Der so genannte "Connex-Link" kann einfach per Hand geöffnet und geschlossen werden. Das ist ideal, wenn man sie richtig reinigen möchte.

Aus langjähriger Efahrung kann ich einen guten Tip zu einem Allzweckmittel geben. Ich benutze wirklich ausschließlich diese Mittel! Meine Kette wird damit nach jeder Ausfahrt, sei es Rennen oder Training behandelt und dankt es mir mit langlebigkeit u blitzen und blinken ;-) Es heißt Brunox und es gibt es in "Grün" und "Rot", wobei ihr das rote nehmen solltet. Gibts in gut sortierten Radläden mit gutem 2Radmechaniker dabei oder auch in dem ein od anderen großen Versandhaus. Einfach mal ausprobieren

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