Wirkt Adrenalin gegen Schmerz??

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die Schmerzwahrnehmung wird durch Gefühle beeinflusst. Darüber hinaus können auch kulturelle Einflüsse oder persönliche Haltungen den Schmerz beeinflussen. An Tagen an denen du dich schlecht fühlst werden Schmerzen stärker wahr genommen. Im Gegenzug können Glückszustände (verliebtsein..) die Schmerzen verringern. Und darüberhinaus auch, wie du beschrieben hast, Schockzustände diese Schmerzahrnehmung im Gehirn unterdrücken. Denke auch, dass dafür die Endorphine zuständig sind. Dazu folgendes: Endorphine regeln Empfindungen wie Schmerz (Analgesie) und Hunger. Sie stehen in Verbindung mit der Produktion von Sexualhormonen und werden mitverantwortlich gemacht für die Entstehung von Euphorie. Das Endorphinsystem wird unter anderem in Notfallsituationen aktiviert. Bisher wurde angenommen, dass die Endorphinausschüttung der Grund sei, warum manche schwer verletzte Menschen zunächst keine Schmerzen verspüren.

Hallo Franzis,das Nervensystem ist mit einem natürlichen Schutzschild gegen Schmerzen gewappnet: dem Schmerzhemmsystem. Entlang der beschriebenen Schmerzbahn wirkt es im Bereich des Großhirns, des Hirnstamms, des Rückenmarks und der Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) der Haut, der Knochen und der inneren Organe. Eine wichtige Rolle in diesem System spielen die Endorphine. Die Nervenbotenstoffe sind vom Körper selbst hergestellte „Schmerzkiller“. Diese Opioide wirken ähnlich wie Opium, aus dem das stärkste bekannte natürliche Schmerzmittel gewonnen wird: Morphin. Der biochemischen Ähnlichkeit mit dieser Substanz verdanken auch die Endorphine ihren Namen: endogene Morphine, also körpereigene Morphine. So werden auch z.B. beim "Verliebt sein" Schmerzen erträglicher: Auch andere freudige Ereignisse – vom sportlichen Erfolg bis zur Geburt eines Kindes – führen zur Ausschüttung von Endorphinen oder „Glückshormonen“, wie sie im Volksmund heißen. Die Bezeichnung Glückshormon ist jedoch irreführend, denn auch in einer lebensbedrohlichen Situation kann der Körper Endorphine ausschütten. Die Botenstoffe sind vermutlich für das Phänomen der Schmerzhemmung in extremen Lebenslagen verantwortlich, der stressinduzierten Hyperalgesie. (Als Hyperalgesie wird in der Medizin eine übermäßige Schmerzempfindlichkeit und Reaktion auf einen üblicherweise schmerzhaften Reiz hin bezeichnet.) Überlebenswichtig wird diese vorübergehende Schmerzunterdrückung, wenn sich verletzte Menschen in Sicherheit bringen müssen. So können sich Unfallopfer beispielsweise trotz gebrochener Hüfte noch bis zur nächsten Notrufsäule schleppen, um Hilfe zu holen. "Lebensgefahr (und dieses Empfinden hatte zum Unfallzeitpunkt Dein Körper) macht also stellenweise schmerzfrei!" Du hattest also wegen der Endorphine nichts gespürt und nicht wegen dem Adrenalin.

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