Windschattenfahren im Profiradsport?

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4 Antworten

Das kommt ganz auf den Rennverlauf an. Bei Strasseneinzelrennen formatieren sich vorne meist die Mannschaften die die besten Sprinter haben und die sie am Ziel dann in die beste Sprintposition bringen möchten. Das ganze geht dann an sich recht entspannt ab und die einzelnen Fahrer wechseln sich hier dann in der Führungsarbeit ab. Hat sich eine Ausreissergruppe gebildet so wird irgendwann natürlich Jagd auf die Gruppe gemacht. Hier wird dann in kürzeren Führungswechselintervalle ( ca. 400-600 Meter ) richtig Gas gegeben. Je nach Windlage wird dann entweder auf der rechten oder linken Seite abgewechselt. Der führend schert dann zur Seite aus und reiht sich hinten wieder ein. Bei Mannschaftszeitfahren kann man dies gut praktizieren, da der jeweils erste ganz ans Ende fährt,sich dort einreiht und durch das Rotationsverfahren dann irgendwann wieder die Führung übernimmt.

Es funktioniert nicht auf Fairplay-Basis, denn jeder will ja gewinnen. Das Geheimnis dieser Fahrweise (Fahrer aus versch. Teams mit gegensätzlichen Interessen arbeiten als Team zusammen) liegt in dem Prinzip "Zweckgemeinschaft". Weil die Fahrer in einer solchen Gruppe im wesentlichen die gleichen Interessen (aber nur für eine bestimmte Zeit, 1 min., 5 min., 1/2 Std....) haben, arbeiten sie zusammen und teilen sich die Arbeit "gerecht". Natürlich gibt es Ausnahmen: z.B. wird "lutschen" (mitfahren ohne zu führen) geduldet, wenn ein Fahrer noch einen Mannschaftskameraden in einer davor oder dahinter liegenden Gruppe hat oder wenn er zu zweit von seinem Team in einer Gruppe vertreten ist.

Aber das wären Feinheiten.

Gruß

Alf.

Bei normalen Strassenrennen ist Windschattenfahren erlaubt, nicht aber in Einzelzeitfahren. Das gleiche gilt auch bei Triathlons auf der Radstrecke. Diese gelten als Einzelprüfung und Windschattenfahren ist untersagt.

Wie es funktioniert: Der Fahrer sucht hinter dem Vordermann die beste Position, entweder direkt hinter dem Vordermann, wenn der Wind frontal von vorne kommt oder leicht seitlich versetzt, je nach Windrichtung. Der Vordermann versucht dann so zu fahren, dass der Hintermann den Windschatten schlecht ausnutzen kann. Also wenn der Wind von vorne links kommt, fährt möglichst am rechten Strassenrand. Der Hintermann wird versuchen nach rechts versetzt im optimalen Windschatten zu fahren, was dann nur noch bedingt möglich ist.

Viele Grüsse LLLFuchs

Wenn eine Ausreissergruppe unterwegs ist, dann wechseln die Fahrer sich relativ regelmässig ab - Belgische Reihe heisst das- weil sie dadurch letzten Endes allesamt schneller und müheloser vom Fleck kommen.

Da sprintet dann immer der jeweils letzte auf der Leeseite der Gruppe nach vorn und setzt sich an die Spitze.

Durch den Geschwindigkeitsüberschuss zieht er den Rest der Gruppe immer wieder auf ein etwas höheres Tempo.

Da sprintet dann immer der jeweils letzte auf der Leeseite der Gruppe nach vorn und setzt sich an die Spitze.

Also diese Variante ist mir ganz neu. Das wäre extrem Kraftaufwendig und auch uneffektiv. Bei der belgischen Reihe läßt sich der jeweils erste nach einer Zeit der Führung nach hinten fallen, der zweite übernimmt die Führung und dann geht dies in dieser Rotation so weiter.

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@Juergen63

Ich kann Jürgen63 nur zustimmen, wobei er das sehr, sehr (m.E. zu) höflich formuliert hat.

Zum belgischen Kreisel: Nicht jede Art, sich in der Führung abzuwechseln, ist ein belgischer Kreisel. Hier handelt es sich darum, daß der gerade abgelöste Fahrer sich nicht einfach einzeln zurückfallen läßt, sondern daß Hinterrad des nächsten abgelösten Fahrers nimmt, der wiederum das des nächsten usw. So entsteht eine vorwärts und eine rückwärts laufenden geschlossene Reihe. Das ganze funktioniert am besten mit gleich starken Fahrern, weil jeder Fahrer die gleich Geschwindigkeit und gleiche führungslänge fahren muß.

Gruß

Alf

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