Wieviel Ziehen beim Treten auf dem Rad?

3 Antworten

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Hallo Shanti,

die Beiträge von titan und Lippe sind schon richtig und viel hilfreicher als die der Vorredner.

Biomechanisch betrachtet gibt es beim "Pedalieren" im Sitzen drei Gelenkbewegungen: die der Hüfte, des Knies und des oberen Sprunggelenks. In der Abwärtsbewegung strecken die Gesäßmuskeln das Hüftgelenk, der quadrizeps streckt das Knie und die Wadenmuskeln das obere Sprunggelenk.

Bei einer aktiven Aufwärtsbewegung müssen also auch drei Muskelgruppen die entgegengesetzten Gelenkbewegungen ausführen, nämlich der Schienbeinmuskel (tibialis) als Beuger des Sprunggelenks, die Kniebeuger auf der Oberschenkelrückseite (zu denen der bizeps als einer von drei wesentlichen Muskeln gehört) und der Hüftbeuger (iliopsoas).

Aus statischen und laufmechanischen Gründen sind die Gesäßmuskeln deutlich kräftiger als die Hüftbeuger und die Wadenmuskeln deutlich stärker als der tibialis, nur quadrizeps und Beugegruppe sind annähernd gleich stark.

Daraus ergibt sich, dass die Kraft in der abwärtsgerichteten Pedalbewegung immer deutlich höher sein wird, als sie in der Aufwärtsbewegung sein kann. Selbst bei steiler Bergfahrt wirst Du durch das Ziehen am Pedal über 35% der Vortriebsleistung kaum hinauskommen. Zudem handelt man sich vom muskelökonomischen Standpunkt aus den gravierenden Nachteil ein, die Muskelentspannung und damit die Durchflussmöglichkeiten des Blutes in den Kapillaren entscheidend zu behindern und so der lokalen Übersäuerung Vorschub zu leisten.

Bei gleichmäßiger Geschwindigkeit in der Ebene empfehle ich sogar, das in der Aufwärtsbewegung befindliche Bein nur so stark anzuheben, dass die Schuhplatte das Pedal gerade um "ein Gramm" anhebt, um dem anderen Bein keinen Widerstand entgegenzusetzen.

Also liegt der Anteil des "ziehenden" Beins zwischen 0 und 35%, mit Zunahme der absoluten Leistung ansteigend.

Text und Erklärung 1 A!

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Hallo shanti... Treten ist schon mal der falsche Ausdruck. Es heißt pedalieren.

Man sollte grundsätzlich nicht "treten" sondern eine runde Antriebsbewegung erzeugen. Also die Kraft im Kreis wirken lassen. Das ist das Ziel beim "runden Tritt". Wirklich Theoretisch gesehen müssten die Kräfte in allen Richtungen gleich sein. Das ist aber physiologisch leider unmöglich da dabei unterschiedliche Muskelgruppen unterschiedlich beansprucht werden.

Wenn Du in der Suchmaschine "runder tritt" eingibst wirst Du einige Abhandlungen zu dem Thema finden.

In der Regel überwiegt die Druckbewegung. Du hast in den Oberschenkeln wesentlich mehr Kraft als im Beinbizeps, der bei einer Zugbewegung mit ins Spiel kommt. Am Berg wenn du aus dem Sattel gehst dann fließt die Zugbewegung mit ein. Ansonsten ist die Druckbewegung die effektivere Variante.

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