Wieviel Belastung halten Sanduhren beim Klettern aus?

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Wichitg zu erwähnen ist, das man SU niemals am Steg abbinden darf (z.B. mit Ankerstich!), da an dieser Stelle die Ausbruchgefahr am größten ist. Das man niemals einen Karabiner einklinkt (Hebelwirkung!) klingt jetzt vielleicht logisch, habe ich aber auch schon gesehen. Die Schlinge, vorzugsweise Bandschlingen wegen der größeren Auflagefläche --> Druckverteilung, sollte auf der größt möglichen Fläche an der Basis der SU gelegt werden. Insofern ist es überhaupt nicht wichtig wie dick die SU am Steg ist! Ich bin z.B. im Sandstein schon in SU gestürzt deren Steg weniger als 5 cm hatte, aber die breite Basis der SU hat gehalten. Kritisch beurteilen sollte man auch Standplätze und Abseilen im alpinen Gelände an SU. Man kann weder das Alter der Schlingen, noch deren Vorgeschichte beurteilen. Im Zweifelsfall immer noch eine dazulegen (kann ja am SP wieder ausgebaut werden). Wichig ist auch noch, das man den Vorsteiger nicht direkt von SU am Standplatz sichert, sondern nur über Körpersicherung und die SU als Zwiwschensicherung nutzt. Ansonsten wirkt hier der größtmögliche Sturzfaktor und der hat großen Einfluss auf den Fangstoß und damit auf die Eneregieeinwirkung auf den Sicherungspunkt!

Wie meine Vorschreiber schon sehr deutlich ausgeführt haben, kann man das nicht pauschalieren, weil einfach zu viele Faktoren reinspielen. Ich hab einmal einen 5 m - Sturz in eine Sanduhr als Sicherer gehalten (nachdem ich selber an der Stelle umgedreht habe und meinem weniger ängstlichen Seilpartner den Vorstieg überlassen habe), die war etwa so dick wie mein Daumen, aber auch nur sehr eng, so dass nur eine 5mm-Kevlarschlinge durchgepasst hat.

Dazu kommt noch, dass es sein kann, dass schon einige über eine Sanduhr abgeseilt haben können, ohne eine Schlinge zu legen und die vielleicht schon durch häufiges Seilabziehen ausgeschliffen sein kann... Ich glaub, der Sicherheitskreis hat dazu mal ne Untersuchung gemacht - aber ich find den Artikel nicht mehr. Auch die Richtung des Steges spielt bei der Belastbarkeit eine Rolle - querverlaufende Sanduhren halten auch weniger als senkrechte, die die Energie an der Basis aufnehmen... Aber eine halbwegs gute Zwischensicherung ist immernoch besser als keine - man sollte schon zusehen, möglichst bald was solides legen zu können.

Was eine Sanduhr aushält wird man so auch nie sagen können - es sei denn, man belastet sie bis zum Ausbrechen XD

Während man mit einiger Erfahrung im jeweiligen Klettergebiet Sandstein- Sanduhren noch einschätzen kann, sind die Teile im Kalk besonders heimtückisch. Von Sanduhren, deren Steg 10 mal so lang wie dick war und einen Faktor 1,5- Sturz gehalten haben bis hin zu oberschenkeldicken und -langen Sanduhren, die schon bei der Fortbewegung ausbrachen, ist alles schon mal berichtet worden. Da hilft nur eins: Genügend SU fädeln, so dass Du auch dann überlebst, wenn erst die dritte SU hält.

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