Wieso schmerzt ein eigentlich gesundes Knie?

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2 Antworten

das Problem zeigt sich auch in der Fragestellung. Ein gesundes Knie schmerzt nicht. Bei der Patellaluxation wirst du dir eine Verletzung zugezogen haben, die bisher nicht diagnostiziert wurde oder werden konnte. Das wird hier im Internet erst recht nicht funktionieren.

Zuerst würde ich dir ein MRT empfehlen und falls schon eins gemacht wurde, noch eines mit sog. "T2 mapping". Darauf kann der Zustand der Knorpel (hier am wichtigsten der retropatellare) sehr gut beurteilt werden. Auch falls der Knorpel noch keine Läsionen aufweist, kann damit eine eventuelle Veränderung der inneren Knorpelstruktur festgestellt werden, die auf eine im normalen MRT (oder Röntgen) erst später sichtbare Problematik hinweist.

Die von dir beschriebene Symptomatik finde ich typisch für eine Chondropathie/-malazie. Wenn das zuträfe, wäre die undifferenzierte Empfehlung zu "mehr Sport" völlig unangebracht. Im Gegenteil, das Gelenk sollte von über die Alltagsanforderungen hinaus gehenden größeren sportlichen Belastungen geschont werden. Bestimmte Physio-Übungen im schmerzfreien Bereich können durchgeführt werden. Treppen steigen ist ungünstig! Wichtig ist es, die Ursache für die gewesene Patellaluxation zu finden, insbesondere wenn dies durch eine "Abweichung" begünstigt wurde: z.B. Beinachsenfehlstellung (X oder O), Muskeldysbalance (schwacher Vastus Medialis), kontrakte Oberschenkelmuskeln (Vastus lateralis), Patellahochstand (Patella alta), ungünstige Formung des Gleitlagers (Trochlea) oder anatomisch zu flach geformte Patellarückseite. Nur dann kann man konkret an der Verbesserung der Situation arbeiten. Bei zu lockerer Kniescheibe, wie von dir beschrieben, sind die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt. Zuerst fallen mir hier Bandagen ein. Eine laxe Kniescheibe kann die Kräfte nicht physiologisch weiterleiten. Auch hier wäre eine Chondropathie eine mögliche Folge.

Natürlich kann es auch eine durch die Luxation angewöhnte Schutzhaltung sein, die den Spannungsaufbau der zusammen spielenden Kniemuskeln verändert. Das führt in Folge zu überlasteten Sehnen, Bändern und kann Schmerzen verursachen.

Im Falle einer Chondropathie solltest du sofort intensiv an einer Verbesserung arbeiten. Im ungünstigen Fall kann dies sonst zu einer Arthrose führen. Also Tipp: MRT mit T2-mapping zur Diagnose.

Hey Maxi,

ich stimme @nafetsbln zu. Es klingt nach einer Chondropathie bzw. ich kenne es auch unter patellofemorales Schmerzsyndrom (PFSS). Eine aus dem Kniegelenk herausgesprungene Kniescheibe verursacht häufig ausgeprägtere Verletzungen. Es könnte zum Beispiel auch sein, dass deine Kniescheibe seitdem unnatürliche Bewegungen (Maltracking) ausübt welche dazu führen, dass die Kniescheibe nicht richtig über die medialen und lateralen Kondylen des Oberschenkelknochens gleitet. Dies kann wie unten schon genannt, zu einem erhöhten Gelenkverschleiß (im schlimmsten Fall Arthrose) führen.

Ruhephasen sind im Fall von Chondropathie oft schmerzlindernd und helfen der Heilung. Ich empfehle auch eine stützende Bandage die speziell für PFSS hergestellt ist, meist sind sie so konzipiert wie auch die Osgood-Schlatter Bandagen, um den schmerzenden Bereich zu unterstützen und entlasten.

Ich wünsche dir gute Besserung!

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