Wie wird man beim Alpinklettern schneller?

5 Antworten

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Drei Faktoren bestimmen im wesentlichen die Zeit, die man in einer Route braucht und die können jeweils getrennt voneinander trainiert/geübt werden:

-Seil- und Standplatzhandling

Das Sichern muss mindestens so schnell gehen wie der Kletterer klettert. Wenn der jedesmal warten muss, bis er Seil bekommt oder bis im Nachstieg das Schlappseil eingezogen ist kostet das unnötig Zeit. Am Stand sollte man sich ebenfalls Gedanken machen, wie man Zeit spart. Bei gebohrten Ständen, ist das Standbauen eine Sache von wenigen Sekunden. In Alpinen Routen dauerts je nach Möglichkeiten deutlich länger, mit Übung und Erfahrung kann man das aber auch beschleunigen. Auch das Restseil-Einziehen sollte so schnell wie möglich erfolgen (versuch mal 25 m Seil in 10 Sekunden einzuziehen, du wirst sehen, das geht). Während dem Nachsichern kann man sich auch schon Gedanken über darüber machen, welches Material man dem Vorsteiger übergibt oder man vom Nachsteiger einsammeln muss, sobald er eintrifft.

-Klettertempo

Hängt natürlich stark von der Schwierigkeit und deinem Kletterlevel ab. Versuch mal im Nachstieg auf die Uhr zu schauen, wie lange du für eine Seillänge brauchst und versuche diese Zeit zu unterbieten. Wenn du das kontinuierlich machst, wirst Du vermutlich automatisch schneller. Beim Nachstieg von dicht abgesicherten Sportkletterrouten bringt einen das lästige Express-Aushängen immer ziemlich aus dem Rhythmus. Hänge einfach nur die Express aus dem Haken und lass sie am Seil vor dir, dann bleibt der Kletterfluss gewahrt. Am Stand angekommen kann man dann alles aufräumen. Beim Vorstieg steht natürlich Sicherheit an erster Stelle. Sich auf die wesentlichen Sicherungen beschränken und immer wieder das Legen von Zwischensicherungen (vielleicht auch mal im Klettergarten) üben beschleunigt die Sache ungemein. Dann natürlich nicht lange rumstehen, sondern klettern, vor allem im leichten Gelände bewusst "Gas geben".

-Wegfindung

Vor allem bei weniger routinierten Seilschaften kostet die Wegfindung oft die meiste Zeit - da wird oft nach jedem zweiten Schritt innegehalten und Ausschau nach dem Weiterweg gehalten. Bereits beim Nachsichern am Stand kann man sich einen Überblick über die nächste Seillänge verschaffen - in Sportkletter/Plaisirrouten sieht man in der Regel schon die nächsten Bohrhaken, in alpinen Routen kann man sich aber ebenfalls schon mal das Gelände ansehen und dann überlegen wo es weitergeht. Bei Unklarheit nochmal ein Blick ins Topo - ein Verhauer kostet mehr Zeit als 5x ins Topo schauen. (Das Topos sollte jedoch griffbereit und nicht irgendwo im Rucksack vergraben sein).

Hallo Markus, super Antwort. Danke, da gibt's viel zu tun.

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@kletterfuzzi

was noch vergessen wurde: beide müssen in der lage sein, vorstieg zu klettern. es macht einen unterschied, ob du jeden stand oder nur jeden zweiten stand umbauen musst.

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Was helfen kann, ist wirklich nur das allernötigste mitzunehmen. Eine Seilschaft die zuviel Gepäck und Ausrüstung durch eine Route schleppt, wird auch länger unterwegs sein, als diejenigen, die genau das dabei haben was sie brauchen. Wer in einem 3er 14 Expressen dabei hat und einen kompletten Satz Friends braucht sich nicht wundern, wenn er vor lauter Gefummel und geschleppe nicht voran kommt.

Lampi hat soweit recht. Allerdings kann man schon schneller werden, z.B. durch weniger Zwischensicherungen (weil man schwerer klettern kann und sich auch so sicher fühlt), effizienteres Sicherungslegen (sofort intuitiv den richtigen Keil erwischen und nicht erst 3x den falschen rausfummeln), effizientere Seilkommandos, etc.

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