wie wird die watt/kg leistung gemessen?

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9 Antworten

Hallo Linkstar bislang hat dir keiner die richtige Antwort gegeben.

Die von dir angesprochenen 6W/kg ist die Schwellenleistung des Sportlers.

Die Schwellenleistung ist die Leistung in der der Laktat auf und Laktat abbau gleich sind. Dies ist etwa bei 3mmol/l der Fall

Laktat ist das Salz der Milchsäure das sich unter Körperlicher Anstrengung bildet.

Bei schwacher Anstrengung sinkt der Laktat wert sogar gegenüber dem Ausgangswert und steigt dann mit zunehmender Leistung flach an.

Ab einem Punkt steigt die Laktatkurfe steil an. Dies ist die Schwelle von der Aerobenleistungsfähigkeit zur Anerobenleistungsfähigkeit.

Und genau bei diesem Punkt erreicht der Sportler deine 6w/kg.

Was bedeutet dies für den Sportler:

Seine Sauerstoffversorgung ist noch so gut das er keine Sauerstoffschuld eingeht die Energiebereitstellung läuft gerade noch über den Fettstoffwechsel. Fährt der Fahrer schneller kommt er in die Sauerstoffschuld und die Energiebereitstellung aus dem Fettstoffwechsel reicht nicht mehr aus (für die Fettverbrennung braucht der Körper Sauerstoff) und es werden vermehrt die Glykosespeicher in der Muskulatur angegriffen. Auch gerät der Sportler ausser Atem durch die vermehrte Glykoseverbrennung im Anerobenstoffwechsel steigt der Laktatspiegel schnell und Rapide (3-5 Min von 3mmol/l auf ca 12-18mmol/l ) an -> Leistungsabruch.

wiprodo 14.03.2010, 09:40

Trotz der vielen Tippschwächen, die das Lesen erschweren, für den fachlichen Teil: Daumen hoch!

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linkstarr 14.03.2010, 10:47

genau das war es, was ich wissen wollte. danke für die hilfreiche antwort!

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Alf280709 14.03.2010, 11:38

Nur kurz eine Richtigstellung: 1. Die Anaerobe Schwelle (um die es in der Frage garnicht ging) liegt nicht bei 3mmol/L und auch nicht bei 4mmol/L (wie vor ca. 25 Jahren von Prof. Mader angenommen), sondern variiert von Sportler zu Sportler. Im Schnitt liegt sie bei ca. 4mmol/L. 2. Für die Bestimmung der iANS (= individuelle anaerobe Schwelle) gibt es verschiedene Modelle. Der Individualität des Sportlers am besten kommt das sog. Winkelmodell von Keul entgegen, dort wird davon ausgegangen, daß die Schwelle dort liegt, wo der Winkel der Laktat/Leistungskurve (bei Radsportlern) 45° Steigung hat. 3. Dieser Satz ist komplett falsch: "Bei schwacher Anstrengung sinkt der Laktat wert sogar gegenüber dem Ausgangswert und steigt dann mit zunehmender Leistung flach an." Richtig ist: es gibt sehr unterschiedliche Verläufe der Kurve, aber die Steigung steigt fast immer zunehmend an, es ist also eine "Linkskurve" 4. Es handelt sich bei der Schwelle auch nicht um den Übergang von der aeroben zur anaeroben Leistungsfähigkeit. Bei jeder Leistung werden mehr oder weniger große Mengen von Laktat produziert. Das Laktat enthält eine große Menge an Energie und wird deshalb von der übrigen Muskulatur (Oxidative Fasern, Herz) und Organen (Leber) weiter abgebaut (Oxidation). Erst, wenn Abbau und Aufbau aus dem Gleichgewicht kommen, wird die Anaerobe Schwelle erreicht. 5. Die Sauerstoffschuld hat mit all dem garnichts zu tun. 6. Es heißt nicht "Glykose" sondern "Glucose". 7. Ein Anstieg auf über 12mmol/L ist ziemlich selten - da muß man schon einiges für anstellen, z.B. einen 400m-Lauf unter Wettkampfbedingungen laufen. Es erfordert aber vor allem Willensstärke, sich dabei so "auszukotzen".

Gruß

Alf

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Cyclomaster 14.03.2010, 11:56
@Alf280709

Ich habe schon einige Leistungstests absolviert und 12mmol/l sind kein sonderlich hoher Wert Sprinter (Radsportler) erreichen meist so zwischen 16 und 18mmol/l. Natürlich sind die 3mmol/l kein Gesetz deshalb habe ich auch geschrieben etwa bei 3mmol/l.

Auch hatte ich bis zu einem Puls von ETWA 150-165 einen niedrigeren Laktatwert als mein Ausgangswert und dies ist nicht sonderlich, sondern der Effekt war bei fasst allen Mitgliedern meines Teams zu sehen. OK bei mir war er sehr ausgeprägt aber er war eher die Regel.

"Erst, wenn Abbau und Aufbau aus dem Gleichgewicht kommen, wird die Anaerobe Schwelle erreicht. "

Die Schwellenleistung ist die Leistung in der der Laktat auf und Laktat abbau gleich sind. Ok hier war ich zu schlampig könnte man genauer beschreiben.

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Cyclomaster 14.03.2010, 12:01
@Alf280709

Auch Hottenrott beschreibt ein abfallen des Laktatwertes bei niedriger sportlicher Belastung.

Habe ich jetzt aber nur aus dem Kopf.

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hollo43 14.03.2010, 20:37

Ist schon erstaunlich, wie detailliert man sich über das Leistungsgewicht auslassen kann, ohne zu erklären, was ein Watt ist ;-( Und die Erklärungen hier zeigen auch - was zu erwarten war - dass die physiologischen Prozesse sehr kompliziert sind, und auch noch im Ergebnis sich individuell stark unterscheiden. Der Fragesteller linksstarr hat mit Distanz vermutlich nicht die Strecke gemeint, sonder ein Zeitmaß. Na ja, er ist ja jetzt zufrieden, ich möchte aber bezweifeln, dass er auch nur eine vernünftige Nutzanwendung in Bezug auf seinen eigenen Körper ziehen kann. Damit müssen wir uns wohl abfinden. Ich habe jedoch wieder mal eine Menge gelernt und danke insbesonder Gast, Professor und Alf. Ohne die unscharfe Fragestellung wäre aber vermutlich nicht so viel herausgekommen, insofern danke ich auch linkstarr für seine, wenn auch anders gemeinte Frage.

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Schade! Nachdem Cyclomaster anderen hier die Antworten abqualifiziert hat und dafür sogar als "bester Antworter" ausgezeichnet wurde, muß ich nun seine Antwort richtigstellen.

Die Antwort auf die Frage ist ganz einfach: Man kann die Leistung für verschiedene Situationen angeben, Maximalleistung, höchste durchschnittliche Dauerleistung, Leistung bei einem bestimmten Streckenabschnitt (sehr beliebt: Marco Pantani an Alpe d'Huez) usw.

Der Knackpunkt: Sage ich Pantani ist 420 Watt gefahren (im Schnitt oder maximal oder...) und Armstrong ist 480 Watt gefahren, dann ist das nicht vergleichbar. Deshalb bezieht man bei der sog. "Gewichtsbezogenen Leistung" (s. auch http://de.wikipedia.org/wiki/Gewichtsbezogene_Leistung ) die Leistung auf das Körpergewicht. Wenn also Pantani (ohne Fahrrad!) 70 kg gewogen hätte (hat er nicht), entsprächen 420 Watt einer gewichtsbezogenen Leistung von 6 Watt/kg. Hätte Armstrong 80 kg gewogen, hätte er also "trotz mehr Watt" exakt die gleiche Gewichtsbezogene Leistung erbracht.

Cyclomaster hat komplett das Thema verfehlt.

Gruß

Alf

Hi gemessen wird die Leistung auf speziell ausgerüsteten Fahrradergometern, bei denen man nicht nur die Trittfrequenz messen kann, sondern auch die Kraft, die der Sportler aufs Pedal bringt. Aus beiden Werten, Kraft und Trittfrequenz, kann man die Leistung berechnen.
Dabei sollte klar sein, daß man kurzfristig eine wesentlich höhere Leistung bringen kann als Langfristig. Sprinter bringen beim Schlussspurt eine wesentlich höhere Wattzahl als die genannten 6 Watt/Kg Körpergewicht auf die Pedale, aber sie sind dabei relativ schnell platt.
Gruß, Daniel

1 Kilowatt: 1000 kg Masse 367 m hoch heben, ziehen, pumpen, sonstwie befördern

420 Watt: Energie, die nötig ist, 6 Personen mit je 70 kg auf eine Höhe von 367 Metern zu bekommen

Du schaffst also für dich bei 70 kg und 420 W eine Leistung, die erforderlich ist, um dein Körpergewicht auf 6 x 367 Meter (ca. 2,2 Kilometer Höhe) zu bringen - in einer Stunde. Oder pro Minute ca. 36 Meter, Sekunde 60 Zentimeter (fast 3 Treppenstufen/Sekunde - eine Stunde lang...).

Stelle dir einen Turm von 36 Metern vor (mehr als 3 10-Meter- Türme im Schwimmbad übereinander - ca. 12-14 Stockwerke - du hast nur eine Minute Zeit, dort oben hin zu kommen...

Zum Vergleich:

8 Minuten, 70 Stockwerke, 1600 Stufen in ca. 8 Minuten:

The 4th Vertical Sprint took place Sunday, January 24, with a first heat up the Pirelli building, 31 floors, 710 steps, followed by another heat - 39 floors and 866 steps on the Lombardy Region’s spectacular new headquarters, inaugurated today. One-hundred-and-eighty athletes from ten countries took the city by storm in this extraordinary, original skyscraper race, the world’s only double tower race.

Dold completed the two heats in 7 minutes 45 seconds 07, followed by Italian Fabio Ruga (8’02”88), Spaniard Agustì Roc (8’13”58), Slovakian Tomas Celko (8’15”00) and Briton Ricky Lightfoot (8’16”17).

http://www.skyrunning.com/index.php?option=com_content&task=view&id=125&Itemid=59

linkstarr 13.03.2010, 15:10

ich rede hier vom radfahren und nicht vom treppensteigen... also denkst du, dass so eine leistung nicht möglich ist?

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lieber Linkstarr, wenn Du eine solche Frage stellts, solltest Du Dir aber auch vielleicht etwas mehr Mühe machen, die ausführliche Antwort und Beschreibung nachzuvollziehen. Den Vorwurf kann ich Dir nicht ganz ersparen ;-) Die direkteste Übertragung der physikalischen Leistung auf menschliche Leistung ist vermutlich das Treppensteigen, weil der Luftwiderstand dabei die geringste Rolle spielt. Anders, als beim Radfahren.

Wenn Du einen Höhenunterschied überwindest ist es zuerst mal Arbeit (Kraft mal Weg). Wenn Du diese Arbeit auf eine Zeit beziehst, ist es Leistung (Watt).

Wenn Du diese Leistung auf das Gewicht des Leistungserbringers beziehst, ist es das Leistungsgewicht. Beim KFZ resultiert aus dem Leistungsgewicht z.B. die Beschleunigung.

Ein Radfahrer mit hoher Leistung pro Körpergewicht kann einen Berg schnell rauffahren. In der Ebene ist das Leistungsgewicht nicht so erheblich. Deshalb gibt es bei den Radfahrer auch die Bergspezialisten, Sprinter usw.

Die Leistung des Radfahrers wird am Fahrradergometer gemessen, bei dem der Tretwiderstand eingestellt wird und aus der dann erreichten Drehzahl kann man die Leistung errechnen.

Die Leistung kann kurzfristig abgegeben werden, also eine Spitzenleistung sein, oder dauerhaft, dann messen wir einen Durchschnittswert über längere Zeit.

Wenn das bei den Angaben nicht dabei steht, sind sie halt unvollständig und Du musst nach neuen Quellen suchen. Fehlende Angaben kann man im Nachhinein nicht durch theoretische Überlegungen ergänzen.

Wenn Du Deine eigene Leistung abschätzen willst, musst Du einen Dir bekannten Höhenunterschied überwinden. (STeigung ist egal, durch Deine Schaltung bringst Du Deine Tretgeschwingigkeit auf Dein individuelles Optimum. Länge ist also auch egal).

Du misst die Zeit und über Dreisatz oder Proportionalrechnung gewinnst Du aus den Angaben von Gast Deine Leistung oder Dein Leistungsgewicht, wenn Du Dein Gewicht plus Rad kennst. Wenn Du auch noch die Zwischenwerte misst, kannst Du Spitzen- Dauer- oder Durchschnittsleistungen feststellen. Viel Spaß

Bei so einer Umrechnungsart musst du die Durchschnittswatt durch die Körperkilos Dividieren. Beispiel: 200 Watt bei 80 Kilo= 2,5 Watt pro Kilo. Ich persönlich habe als ausdauerwert ca. zwischen 200-300 Watt bei 75 Kilo Körpergewicht (Ohne Rad). Das ergibt ca. 3,33 Watt pro Kilo. Beim Sprint komme ich nicht selten an die 60 Km/h auf der Ebene, und trete somit ca. 800-1000 Watt. Das ergibt ca. 10 Watt pro Kilo. Ich hoffe ich konnte helfen. Gruß Paul.

Als Hobbyradler solltest Du 1Watt pro Kilogramm Körpergewicht treten können.Das wäre der Durchnitt bezüglich einer Stunde Dauertreten. Maximaltests sind was anderes und die kann man nicht so ohne weiteres runterrechnen. .....stelle die Frage genauer...so richtig weiß man nicht was Du wirklich wissen willst..!

Ich hoffe, ich habe die Fage richtig verstanden... Es geht generell um eine Dauerleistung, die über ein Fahrradergometer ermittelt werden kann.

Der Tretwiderstand wird auf die entsprechende Wattzahl eingestellt, dann muss mit einer Frequenz von ca. 60 Umdrehungen/Minute getreten werden.

Bei 420 Watt fällst du sicher vom Rad, es sei denn du bist absolut perfekt durchtrainiert. 420 Watt: einen Berg raufsprinten, der eine Steigung von ca. 20 Metern auf 100 Meter hat - und das zwei Kilometer lang...

linkstarr 13.03.2010, 14:22

ne das meine ich nicht... ich habe gelesen, dass lance armstrong im vorfeld der tour z.B einen 1km langen berg mit durchschnittlich 9 % steigung hinauffährt und dabei um die 6-7 watt pro kg tritt. Ich habe aber auch gelesen, dass diese leistung dauerhaft sein muss, d.h über 1 stunde getreten werden muss.

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also man berechnet im radsport watt genauso wie beim lafen die formen ist wie lang man gelaufen ist / in km geteilt durch die zeit und gewicht in newton 1kg=10N

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