Wie viel Prozent aller Kampfsportler haben in den verschiedenen Kampfsportarten einen Dan?

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1 Antwort

Zahlen habe ich natürlich keine. Ich denke auch nicht, dass die irgendwer hat, weil es viele verschiedene Verbände und freie Schulen im Kampfsport oder der Kampfkunst gibt.

 Und überall kann man seinen Dan/ schwarzen Gürtel oder Lehrergrad machen, nach jeweils unterschiedlichen Kriterien, selbst innerhalb des selben Stiles.

Ein schwarzer Gürtel / Dan/ Lehrergrad entspricht nicht dem Großmeister-, auch noch nicht dem Meistergrad. 

Es haben sehr viele Leute einen schwarzen Gürtel/ DAN oder Lehrergrad. Das bedeutet lediglich, dass man nun die Grundlagen seines Stiles beherscht; also nicht mehr in den "Schülergraden/ Kyu" ist.

Ich selbst habe auch den "1.Lehrergrad des Kampfkunststiles Wing Tsun des Kampfkunstverbandes EWTO" gehabt und ich war keine Ausnahme in unserem Verband. In der EWTO ist man ab 5.Lehrergrad "Meister" und ab 8.Lehrergrad "Großmeister".

Wenn man richtig fleißig trainiert und einigermaßen Talent hat, kann man nach ca 4-6 Jahren seinen 1.Lehrergrad oder 1.DAN = schwarzen Gürtel machen. Das ist schon etwas - da kann man Stolz drauf sein, denn ist es anders als Mr Myagi bei Karate Kid.

"Großmeistertitel" und "farbige Gürtel/ Kyu/ Schülergrade" sind eine Erfindung der Neuzeit in der der Meister nicht mehr alle seine Schüler persönlich kennt. Wer Meister unterrichtet, möchte sich halt abheben und nennt sich daher "Großmeister". 

Wer einen neuen Verband gründet, nennt sich auch oft "Großmeister". Er muß vorher noch nicht einmal eine Prüfung gemacht haben. Einfach Urkunde ausdrucken - fertig. 

Deshalb: Laß das Vergleichen, es führt zu nichts. Freu Dich an deiner eigenen Steigerung. Freu Dich über Siege und lerne aus Niederlagen.

Aber Schach mit Kampfsport zu vergleichen, wie soll das gehen? Dann kannst Du dich auch mit einem Meisterkoch oder einem anderem Handwerksmeister (KFZ, Schmied...) vergleichen.

Es sind sich ja noch nicht einmal Vertreter desselben Kampfkunststiles über die Kriterien einig.

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Kommentar von Kyra72
09.08.2016, 09:35

sollte heißen "..., DOCH es ist etwas anderes als Mr Myagi bei Karate Kid."

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Kommentar von Pantau
09.08.2016, 11:54

Hallo http://www.sportlerfrage.net/nutzer/Kyra72">Kyra72,

vielen Dank für die interessanten Informationen! So wie ich Deine Ausführungen verstehe, entspräche damit der „schwarze Gürtel“ etwa einer Spielstärke von grob1800 DWZ oder 1900 Elo.  

Aber diesen Einwand:

„Aber Schach mit Kampfsport zu vergleichen, wie solldas gehen? Dann kannst Du dich auch mit einem Meisterkoch oder einem anderemHandwerksmeister (KFZ, Schmied...) vergleichen.“

kann ich nicht nachvollziehen. Es kommt doch immer auf den jeweiligen Aspekt dessen an, was ich vergleichen will. Ich vergleiche ja nicht den Kalorienverbrauchoder die Effektivität in einer Selbstverteidigungssituation, sondern das, wasein Titel bzw. Grad in Bezug auf die jeweilige Wettkampfart aussagt. Im „chinesischenSchach“ z.B. gibt es sowohl das Elo-System, welches im Schach üblich ist unddie Kyo- bzw. Dangrade aus den Kampfsportarten (bzw. ursprünglich aus dem Go).

Das Elosystem z.B., welches für das Schach vom gleichnamigen Professor erdachtwurde, wird mittlerweile auch auf andere Zweikampfsportarten (und sogar aufFußball) übertragen, weil es allgemeiner Natur und zudem sehr aussagefähig ist.Und wenn man wie Du diese Titel bzw. Grade offenbar für unwichtig hält, istdieses Elosystem (bzw. „DWZ“-System in Deutschland) sogar sinnvoller, da zweiWettkämpfer über ihre Elodifferenz direkt ihre jeweilige Erfolgswahrscheinlichkeitbei einem Duell ausrechnen können. Diese Elozahl ist sozusagen die „Spielstärke“im Schach, und nach dieser werden z.B. bei den deutschen Amateurmeisterschaftendie Wettkampfklassen gebildet.

Im Schach haben von den fast 90.000 Vereinsspielern in Deutschland nur ca. 60den Großmeistertitel.  Wenn man sich zweiSpieler vorstellt, von denen Spieler A ein 9:1-Favorit gegen Spieler Bdarstellt, der wiederum ein 9:1-Favorit gegen den durchschnittlichen Vereinsspielerdarstellt, dann hätte dieser Spieler A gegen einen Großmeister lediglich eineErfolgschance von 25%.  Eine Aussage in dieser Art ließe sich doch zur Bewertung eines bestimmten Grades in einer Kampfsportart theoretisch auchmachen, oder?

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Kommentar von Pantau
09.08.2016, 16:01

Ich habe übrigens noch ein Zitat gefunden zur Frage

"Aber Schach mit Kampfsport zu vergleichen, wie soll das gehen? Dann kannst Du dich auch mit einem Meisterkoch oder einem anderem Handwerksmeister (KFZ, Schmied...) vergleichen."

Zitat:

"Karate ist am ehesten mit Schach vergleichbar. Ein Karateka muss mögliche Züge des Gegners voraussehen, um blitzschnell zu reagieren."   Klaus Bitsch, Bundestrainer und Vizepräsident des Thüringer Karate-Verbandes

;-)

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