Wie verändert sich der Hämatokritwert bei Ausdauerbelastungen?

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2 Antworten

um die viskosität nicht zu erhöhen, steigt das blutvolumen mehr als der anteil der zellen. der hk-wert meint den prozentualen anteil der blutzellen. folglich sinkt dieser mit steigendem trainingszustand. grenzewerte von 50 im radsport bzw 52 bei den nordischen sportarten sind also ebenso willkürlich wie irrsinnig, da ungedopte sportler niemals mit über 45% an den start gehen. den grenzwert gibt es, weil die viskosität ab etwa 50% so hoch ist, dass ein gefäßverschluss droht.

Durch regelmäpßiges Training steigt naturgemäß der Hamatokritwert, weil die Zahl der Erythrozyten, also der roten Blutkörperchen zunimmt. Wie hoch der Anteil ist, hängt individuell ab, bei Männern bewegt er sich Schnitt etwa zwischen 40 und 55, bei Frauen zwischen 35 und 50. Sportler im Höhentraining haben sogar Werte bis 70 Prozent, da der Körper in der dünnen Luft mehr Erythrozyten produziert und den geringeren Sauerstoffgehalt durch ein höheres Minutenvolumen auszugleichen.

Anders als man aufgrund der Anti-Doping-Vorgaben zunächst vermutet, ist ein Hämatokritwert von mehr als 50 nicht gleich gefährlich, der Körper in der Lage ist, die Fließfähigkeit des Blutes durch ein gerinnungshemmendes Enzym auf einem gesunden Niveau zu halten.

Gefährlich wird es allerdings, wenn dieses natürliche System durch externe Zufuhr von Blut mit hoher Zahl von roten Blutkörperchen aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Deshalb gilt Blutdoping auch als gefährlich für den Sportler, erst recht, wenn nicht Eigen-, sondern auch noch Fremdblut verwendet wird.

Trotzdem halten viele Experten den in den Anti-Doping-Regularien verankerten Hämatokritwert von 50 als willkürlich, da schon auf natürlichem Wege (siehe oben) dieser Wert erreicht werden kann.

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