Wie lange sollte der Anlauf beim Weitsprung sein?

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1 Antwort

Also, im Schulsportbereich bzw. für Anfänger sind 15 - 20 Anlaufschritte eine sinnvolle Ausgangsgröße, die individuell variiert werden kann. Die Länge entspricht der Beschleunigungsphase im Sprint: ca. 20 - 30 m je nach physischen Voraussetzungen. Vor allem bei jüngeren Schülern ist ein kürzerer Anlauf in der Regel sinnvoll.

Bei Spitzenleuten verhält es sich so (Quelle: www.nils-winter.de):

Ziel des Anlaufs ist es, eine möglichst große Geschwindigkeit zum Zeitpunkt des Absprungs zu erreichen. Diese liegt bei einem 8m-Springer bei mindestens 10 m/s. Außerdem sollte ein Anlauf gut reproduzierbar sein, um eine ausreichende Anlaufgenauigkeit zu gewährleisten. Die optimale Länge des Anlaufs hängt stark von der erreichbaren Maximalgeschwindigkeit des Athleten ab. Für einen 8m-Springer beträgt die Anlauflänge typischer Weise zwischen 45 und 50 Meter. Einige Springer starten ihren Anlauf aus dem Stand aus der Schrittstellung, andere bevorzugen einen Beginn mit kurzen Auftaktschritten, bevor der Hauptteil des Anlaufs folgt. Beide Varianten haben Vor- bzw. Nachteile. Bei einem Anlauf aus dem Stand ist die Anlaufgenauigkeit zumeist besser, während bei einem Anlauf mit Auftakt der Springer mit einer größeren Lockerheit in die Beschleunigungsphase kommt. Unabhängig von der Gestaltung des Beginns kann man den Weitsprunganlauf in drei Phasen unterteilen.

  1. Beschleunigungsphase über druckvolle Schritte mit großer Schrittlänge und Oberkörpervorlage
  2. freies Laufen bis zum Erreichen der Maximalgeschwindigkeit
  3. Absprungvorbereitung mit frequenten Schritten bei möglichst geringem Schrittlängenverlust

oder kurz: Druck - freier Sprint - Frequenz

Viele Springer haben in ihren Anlauf Zwischenmarken eingebaut, um die Anlaufgenauigkeit überprüfen zu können. Ich habe auch eine Zwischenmarke, auf die ich allerdings im Anlauf nicht achte, sondern nur mein Trainer. Sie liegt in etwa 9 Meter vor dem Balken. Von dort sind es noch 4 Schritte bis zum Balken. Hier beginnt der geübte Springer intuitiv seinen Anlauf zu korrigieren, um das Brett optimal zu treffen, d.h., dass ein genaues Treffen des Balkens noch lange nicht bedeutet, dass die Anlauflänge stimmt, weil die letzten Schritte möglicherweise zu lang oder zu kurz waren. Ein genaues Treffen der Zwischenmarke hat hier eine weitaus größere Bedeutung.

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