Wie geht man einen Radmarathon an?

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3 Antworten

Auch wenn es komisch klingt: Du musst im Grundlagenbereich fahren. Wenn Du am ersten Berg in den Entwicklungsbereich gehst, wirst Du vermutlich keine 7-8 Stunden durchhalten.

Natuerlich wirst Du nicht lockere GA1 fahren koennen, sondern eher GA2. An Steilstuecken oder aus taktischen Gruenden (Gruppenanschluss im Flachen) kannst Du auch kurz EB fahren, aber das ist gefaehrlich.

Lass Dich keinesfalls dazu verleiten am Anfang zu schnell zu fahren. Gerade wenn Du wenig Erfahrung hast ist die Gefahr gross, dass Du dann die ganze Zeit ein zu hohes Tempo drueckst und Dir am letzten Berg die Koerner fehlen.

Deinen ersten Marathon solltest Du auch aus diesem Grund nicht als Wettkampf sehen. Das Teilnehmerfeld ist vermutlich sehr gross und Du wirst ohnehin nicht um Platzierungen kaempfen koennen. Sieh es als eine lange RTF, die faehrst Du ja auch nicht mit Vollgas auf Sieg. Klar, bei einer RTF wird im Gegensatz zu den grossen Marathons keine Zeit gemessen, aber im Grunde aehnelt ein Marathon mehr einer RTF als einem Rennen, jedenfalls wenn man keine Platzierung unter den ersten 10% anstrebt.

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stableserin 23.04.2009, 11:19

GL2 ist schon ok., da komme ich tempomäßig gut hin. Nachdem bei den Frauen das Teilnehmerfeld nicht so groß ist wie bei den Männern und ich vor zwei Jahren eine etwas kürzere Strecke als siebte in meiner Klasse "gefinished" habe, würde ich es schon gerne als Wettkampf sehen. Sonst kann ich ja gleich ohne Startgeld die Strecke allein oder mit ein paar anderen Radlern einfach so abfahren. Diesmal dauert es aber länger und da werde ich nicht so Vollgas geben können wie vor zwei Jahren, als ich mit relativ wenig Training spontan mitgemacht habe. Danke für Deine Tipps!

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TomSelleck 23.04.2009, 11:51
@stableserin

Na, das ist ja eine Ansage! Unter die ersten Zehn!

Dann kannst Du ja anfangs sogar die Konkurrenz im Auge behalten. In solch einer Situation war ich bei Langstreckenereignissen noch nicht, ich wuerde aber denken, dass es dann besonders schwierig ist, zu erkennen, ob die Koerner reichen um Attacken mitzugehen. Andererseits wird es ja keine echten Attacken geben, weil ich vermutlich im Herrenfeld mitrollt und Taktik deswegen ganz anders funktioniert.

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stableserin 23.04.2009, 12:25
@TomSelleck

Nachdem ich eine niedrige Startnummer habe, darf ich sogar im ersten Startblock starten. Weiß nur noch nicht, ob das ein Vorteil sein wird. Die Männer werden mir ja doch davonfahren, wenn ich mir die Kraft einteile.

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Ich würde die ersten Stunden erst mal etwas verhaltener fahren und mit die Kräfte gut einteilen. Denn immerhin kommt es auch auf die Tagesform an. Dann suchst du dir eine gleichwertige Gruppe in der du dich "verstecken" kannst und auf jeden Fall mithalten kannst. Nimm dir einfach erst mal nicht zu viel vor, und schau dass den Marathon schaffst. Ein wichtiger Punkt ist natürlich auch, dass du dir auch etwas das Streckenprofil anschaust, denn davon hängt es auch ab, wie man sich die Kräfte einteilen sollte.

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TomSelleck hat recht. Der überwiegende Teil, auch im Wettkampf, wird im oberen Grundlagenausdauerbereich gefahren. Wenn es erforderlich ist, dann auch höher, aber dann ist es wichtig, wieder in den Grundlagenbereich zu gehen.

Wenn Du zu früh und lange in höhere Bereiche gehst, dann kannst Du nicht nur eine gute Zeit vergessen, sondern eventuell sogar auch eine Zielankunft, weil Du einfach die lange Distanz, das sind immerhin mehr als 200 Kilometer, nicht durchhältst.

Deshalb ist es wichtig, die Herzfrequenz im Auge zu behalten, denn oft täuscht einem auch anfangs das Körpergefühl. Man fühlt sich leistungsfähig und ist motiviert. Aber da der Marathon über viele Stunden geht, kann die Quittung später kommen.

Erfahrungsgemäß sind solche Veranstaltungen vergleichsweise groß, so dass ich Dir empfehle, auf flacher Strecke ein Feld zu suchen, um Dich ein wenig darin zu verstecken (Windschatten). Am Berg solltest Du Dich nicht von anderen anstecken lassen und am Anschlag sein, sondern versuche Dein eigenes Tempo zu finden, damit fährst Du im wahrsten Wortsinne besser.

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stableserin 23.04.2009, 11:26

Danke für Deine Antwort. Es sind keine 200 km, das wären sie vielleicht bei Deinem Durchschnittstempo. Es sind so um die 170km, aber ich setze meine Zeit vorsichtshalber etwas höher an, damit ich nicht enttäuscht bin. Vor allem am Berg ist es wichtig, nicht zu übertreiben, da hast Du recht. Ich frage mich nur, warum dann beim Training diese Intervalle im höheren Pulsbereich? Ginge es auch ganz ohne das oder bleibt man dann eine "lahme Ente"?

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pooky 23.04.2009, 11:27
@stableserin

Dann ist es aber kein offizieller Radmarathon, denn als solche werden laut BDR-Reglement nur Veranstaltungen bezeichnet, die über mehr als 200 Kilometer gehen.

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TomSelleck 23.04.2009, 11:48
@stableserin

Ohne Intervalle bleibt man eine lahme Ente. Nur vom Zahnbuerste heben wird man ja auch kein Bodybuilder (Achtung, hinkender Vergleich).

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stableserin 23.04.2009, 12:27
@pooky

Weiß auch nicht, warum der Tourismusverband das als Radmarathon bezeichnet. Aber es findet ja nicht in Deutschland statt, und BDR heißt wohl "Bund Deutscher Radfahrer"? Ist in Österreich, da ist ja bekanntlich alles ein bißchen anders.

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