Wie errechnet man den Kalorienverbrauch bei einer Stunde Aerobic?

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1 Antwort

Ein Kalorienverbrauch nicht so einfach zu ermitteln und in Zahlen ausdrücken. Im Grunde genommen musst Du hier auf Deine Erfahrung setzen, als Dich vielmehr mit Zahlen auseinandersetzen.

Denn beim Kalorienverbrauch gibt es auch Werte, die man nicht ohne Weiteres in Zahlen fassen kann, so müsste man die gesamte Zeit die Leistung jedes Bereiches Deines Körpers messen, was nicht möglich ist.

Folglich ist eine Berechnung sehr kompliziert, siehe "Harris-Benedict-Formel", die ich unten einfach zur Information anhänge, dann wird man sehen, dass selbst mit einer Formel die Berechnung nicht exakt (wegen der PAL-Angabe) möglich ist.

Ich würde Dir empfehlen, zu versuchen, eine Annäherung zu erreichen, mit der unten genannten Formel, wenn Du Spaß daran hast oder einfacher mit einer der vielen Kalorienrechner im Internet, etwa diesem hier:

www.getwellness.ch/kalorienrechner-18/


Harris-Benedict-Formel

Da der Leistungsumsatz rechnerisch auf dem Grundumsatz basiert, musst Du erst diesen ermitteln.

Für Frauen gilt hier die genannte Formel:

655,1 + (9,6 * Gewicht) + (1,8 * Größe in Zentimetern) − (4,7 * Alter)

Interessanterweise sieht die "Harris-Benedict-Formel" für Männer etwas anders aus. Dadurch wird die üblicherweise stärkere Körperstatur und die davon abhängige Muskelmasse stärker berücksichtigt.

Die Formel lautet hier:

66,47 + (13,7 * Gewicht) + (5 * Größe in Zentimetern) − (6,8 * Alter)

Nehmen wir mal eine 25-jährige Frau mit einem Körpergewicht von 55 Kilogramm bei einer Größe von 165 cm an.

Dann lautet die Berechnung:

655,1 + (9,6 * 55) + (1,8 * 165) - (4,7 * 25)

Danach beträgt der Grundumsatz 1362,6 kcal pro Tag.

Um nun daraus den Leistungsumsatz zu ermitteln, nimmt man den so genannten "Physical Activity Level", kurz PAL. In Deinem Fall nimmt man den höchsten Wertbereich, nämlich 2,0 bis 2,4, der für Menschen mit körperlich anstrengenden Tätigkeiten, darunter auch Sportler ansetzt. Der höchste Wert hier, ist eher dem Hochleistungssportler zuzuschreiben, so dass wir einem mittleren Fall eher 2,0 oder 2,1 ansetzen.

Dieser PAL-Wert wird auf die Stunde bezogen bestimmt. Das heißt, Du multiplizierst diesen Wert auf den auf eine Stunde heruntergerechneten Grundumsatz.

Das heißt also bei einer Stunde Sport musst Du die oben errechneten 1362,6 kcal durch 24 teilen. Das ergibt dann 56,775 kcal Grundumsatz.

Als PAL-Wert für den Sport setzen wird mal den niedrigeren Wert von 2,0 an. Das heißt, Du hast in dieser Stunde mit 56,775 * 2,0 = 113,55 kcal als Gesamtumsatz den doppelten Grundumsatz, der Leistungsumsatz ist in diesem Fall gleich hoch wie der Grundumsatz.

Bei stärkeren sportlichen Aktivitäten nimmt man einen Wert von 2,1 oder 2,2, hier sieht die Rechnung schon etwas anders aus. Bei 2,1 beträgt der Gesamtumsatz schon 119,228 kcal, hier beträgt der Leistungsumsatz also 62,453 kcal, ist also etwa höher als der Grundumsatz, bei einem PAL-Wert von 2,2 sind es 124,905 kcal, Leistungsumsatz hier also 68,13.

Das alles auf die Stunde bezogen. Machst Du zwei Stunden Sport, musst Du das Ergebnis natürlich mal zwei nehmen. Hast Du unterschiedliche Intensitäten, kannst Du dann auch verschiedene PAL-Werte für jede Stunde nehmen und sie einzeln ausrechnen, anschließend addieren.

Natürlich ist das sehr kompliziert und es können nur Näherungswerte sein. Aber mit ein wenig rechnerische Experimentierfreude, bekommt man ein kleines Gefühl davon, was man durch den Sport zusätzlich verbraucht. Das Problem ist aber sicher die Einschätzung des richtigen PAL-Wertes, so dass es eben wie schon geschrieben, nur eine Annäherung sein kann.

Murmel7 19.09.2009, 14:13

Woah! Klasse pooky, das echt mal ne interessante Antwort! Hab gleich mal für mich nachgerechnet... Hab jetzt aber noch ne Frage: Der gute Harris bzw. Benedict arbeitet mit zwei Nachkommastellen. Ist das nicht totaler Schwachsinn ? Ich mein das Ergebnis hängt doch noch von vielen anderen Faktoren ab, sodass man sicher mit +-100kcal rechnen kann, oder lieg ich da falsch ?

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pooky 19.09.2009, 18:25
@Murmel7

Die beiden Forscher sind eben Wissenschaftler und dort ist der Grundsatz, dass die Werte, die man tatsächlich erfassen kann, so genau wie möglich in die Berechnung einfließt.

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