Welches Werkzeug für alte Rennräder?

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1 Antwort

Um auch die Kassette und das Tretlager abzunehmen, benötigst Du auf jeden Fall einen Ritzelabnehmer, einen Tretlagerschlüssel sowie einen Kurbelabnehmer. Diese sind von Hersteller zu Hersteller verschieden, so brauchst Du bei einer Shimano-Gruppe andere Werkzeuge also bei Campagnologo.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Hersteller ihre Systeme mehrmals geändert haben, so dass Du für bestimmte Baujahre auch entsprechende Werkzeuge brauchst. Gerade beim Tretlager und bei der Kurbel gibt es unterschiedliche Systeme mit unterschiedlichen Werkzeugen, vom klassischen Vierkant über das Shimano-Octalink-System bis zum "Hollowtech II".

Eine Kettenlehre brauchst Du nur, um den Verschleiß der Kette zu bestimmen. Da Du sehr wahrscheinlich die Kette samt Kassette wechseln musst, brauchst Du sie in diesem Fall nicht unbedingt.

Was Du aber auf jeden Fall brauchst, ist eine Kettenpeitsche, um die Kassette beim Öffnen des Verschlussrings mit dem oben genannten speziellen Öffner festzuhalten.

Ansonsten ist eine Kombizange das schlechteste Werkzeug, das Du für ein Rennrad haben kannst. Du kannst viel mehr Schaden anrichten, als wenn Du das entsprechende Werkzeug hast. somit ist eine Kombizange keineswegs "gängig", zumindest bei einem Rennrad.

Für den Steuersatz benötigst spezielle Konussschlüssel, wenn es sich noch um ein klassisches System handelt. Das sind sehr flache Maulschlüssel mit größer Öffnung. Des Weiteren könnte, muss aber nicht, je nach Zustand spezielles Einpresswerkzeug für das Steuersatzlager erforderlich sein.

Bei integrierten Steuersätzen brauchst diese Konusschlüssel nicht, sondern hier reichen die Inbus- (nicht Imbus-), bzw. korrekt bezeichnet, Innensechskantschlüssel, um über den Vorbau und die Innenspreizung die Gabel zu befestigen. Diese brauchst Du in verschiedenen Größen auch in anderen Bereichen, etwa bei der Befestigung der Bremsen, des Umwerfers, der Sattelklemme usw.

Auch für die Laufräder solltest Du flache Konusschlüssel parat haben, um ein eventuelles Spiel einzustellen, was bei älteren Modellen schon häufig vorkommt. Auch hier kommst Du mit breiteren Werkzeugen aus dem Klempner-Kasten nicht weit, weil hier bei den meisten Nabenmodellen zwei flache Muttern übereinander liegen.

Dann brauchst Du hier und da noch spezielle Schlüssel, etwa einen langen 15er-Maulschlüssel, um die Pedale zu montieren. Da normale Maulschlüssel in der Regel zu kurz sind und daher nicht genug Hebel bieten, gibt es spezielle lange Pedalschlüssel.

Unter dem Strich musst Du überlegen, ob Du das alles selbst machen möchtest oder ob Du das Rad einem Händler gibst. Denn die Mindestausstattung, die Du für die eigene Montage und Wartung eines Rennrades benötigst, kostet mindestens 70 bis 100 Euro, nach oben ist die Skala offen, vor allem, wenn Du auf richtig gutes Markenwerkzeug, etwa von Park Tool oder der Komponentenhersteller Shimano und Campagnolo zurückgreifst.

Zumindest aufgrund des von Dir beschriebenen Alters des Rades gehe ich mal davon aus, dass keine Carbonteile vorhanden sind, so dass Dir der Kauf eines Drehmomentschlüssels für rund 100 Euro erspart bleibt.

Eine günstigere, wenn auch nicht billige Alternative sind die Werkzeuge von Cyclus.

Es gibt in den Fahrradläden auch komplette Koffer mit einem Basissortiment für etwa 100 Euro, allerdings musst Du hier noch die oben genannten herstellerspezifischen Werkzeuge dazurechnen, außerdem ist die Qualität solcher Sets eher fragwürdig.

Außerdem solltest Du grundsätzlich wissen, wie die Montage eines Rennrades erfolgt, wie ein Laufrad zentriert wird. Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber wenn ich lese, dass Du mit einer Kombizange rangehen willst, dann habe ich gewisse Zweifel.

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