Welches Material für Jacke zum Skitourengehen- Windstopper, Goretex, Softshell...?

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3 Antworten

Ich muss nun Pooky deutlich wiedersprechen. Er hat zwar viele Sachen gut gemeint, aber falsch erklärt oder verwechselt.

Bei Wetterschutz unterscheidet man zwischen Membrantechnologie (am bekanntesten Goretex) und Softshells (ohne Membrane)

Bei den Sofshells werden in der Regel die Stoffe durch Fluorcarbonausrüstungen Wasser abweisend ausgerüstet. Die Wasserdichtigkeit wird hauptsächlich durch die Gewebekonstruktion erreicht. Für die Skitour ist eine Softshell als second oder third layer gut, solange es nicht sehr nass ist oder sehr kalt und windig.

Eine Membrane kann von Windabweisend bis Wasserdicht alles sein. Unabhängig davon gibt es bei all diesen Typen die nicht elastische, die querelastische und die bielastische Variante. Ausserdem unterscheiden sich die Membranen in der Zusammensetzung. Gore schwört auf PFTE , andere auf PU. Membranen der neuesten Generation verändern die Porengrösse je nach körperlicher Aktivität (Körperwärme) bekannteste Membrane hier die c-change Membrane. Sobald ich schwitze, öffnen sich die Poren, der Schweiss wird leichter abtransportiert. Sobald ich ruhe, schliessen sich die Poren wieder, die Wärme bleibt am Körper.

Bei den Angaben der Wasserdichtigkeit und der Atmungsaktivität muss man sehr aufpassen, da hier viele Hersteller durch geschickte Auswahl von Prüfverfahren oder Prüfergebnissen die Werte zu Schönen versuchen. So wird bei der Atmungsaktivität oftmals der Wert der Membrane genommen und die Tatsache, dass diese innen und aussen mit einem Textil verklebt wird, welches die Atmungsaktivität natürlich weit herunter setzt, einfach vergessen. Oder bei der Wassersäule wird der beste Wert der Prüfungen verwendet, nicht kritische Punkte wie Nähte oder ähnliches. etc.... Leider gibt es bei den Prüfnormen noch zu viele Variationen und keine einheitliche Regelung, was angegeben werden muss.

Genug der Theorie, du wolltest wissen, was für eine Art Jacke als Geschenk. Da hat Hirtzley sehr gut das Zwiebelschalenprinzip genannt. Funktionswäsche auf der Haut darüber falls es sehr kalt ist einen Fleece darüber eine Softshell darüber eine Membranjacke mit mind. 10.000mm Wassersäule Goretex Proshell oder c-change.

Viel Spass beim Schenken!

Bislang waren wasser- und/oder winddichte Membranen, zum Beispiel die bisherigen "Gore-Tex"-Modelle mechanisch starr und somit wenig flexibel. Durch neue Technologien sind diese nun dehnbar. Textilien mit solchen flexiblen Membranen werden als "Softshell" bezeichnet.

Die entsprechenden Membranen sind vom Namen her angepasst, in diesem Fall etwa "Gore-Tex Soft Shell".

Die Vorteile liegen auf der Hand: die Kleidungsstücke können enger geschnitten werden. Dadurch weil sie sich anpassen können, sind sie enger und dennoch komfortabel geschnitten. Durch den dadurch auch möglichen geringeren Materialeinsatz, erreichen sie auch unter Umständen ein geringeres Packmaß und Gewicht.

Die Einsatzbereiche sind dieselben wie bei den bisherigen atmungsaktiven Membranen: sie dienen dem Wind- und Wasserschutz bei sportlichen Aktivitäten.

Allerdings haben Softshell-Materialien im direkten Vergleich zu herkömmlichen Membranen eine geringere Wassersäule (siehe Link im Kommentar), sind also weniger wasserdicht als die herkömmlichen, nicht flexiblen Varianten, auch wenn die Grundbedingung der Wasserdichtheit, also mindestens 1.500 Millimeter, auch von als "wasserdicht" gekennzeichneten Softshell-Materialien erfüllt wird.

Das ist auch ein Grund dafür, weshalb Softshells bisherige Materialen nur ergänzen und nicht ersetzen sollen.

Mehr zur "Wassersäule" und dem Zusammenhang zur Wasserdichtheit habe ich in der anderen Antwort geschrieben:

http://www.sportlerfrage.net/frage/sind-eigentlich-softshell-jacken-wirklich-wasserdicht

Welche der Materialien nun in diesem Fall konkret infrage kommen, hängt von den Bedürfnissen ab. Wasserdichte Materialien sind zwar günstig, wenn es feucht wird. Das muss nicht nur Regen sein, sondern auch geschmolzener Schnee, aber sie sind in der Regel auch weniger atmungsaktiv in Bezug auf den MVTR-Wert (siehe Link im Kommentar).

Windstopper-Jacken sind zwar winddicht, halten aber weniger Feuchtigkeit ab, schließlich sind sie nun einmal nicht wasserdicht.

Meiner Meinung nach stellen die recht neuen Softshell-Jacken einen guten Kompromiss dar. Sie sind flexibel und je nach Variante wasserdicht, aber wegen der geringeren Wassersäule häufig atmungsaktiver und gegen einfachere Wassereinwirkung wie Nieselregen schützen sie mehr als eine rein winddichte Jacke.

Ich halte mich hierbei an das Zwiebelprinzip, solange es nicht regnet, oder ich vom Scheefall nass werde, ziehe ich nur den Windstopper Softshell an, wegen der höheren Atmungsaktivität. Beginnt es zu regnen, ziehe ich eine reine wasserdicht Gore Tex Jacke drüber oder tausche sie mit dem Windstopper. Komme damit gut zurecht. Nun ist es Eure Qual zu entscheiden, was Ihr kauft.

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