Welcher Kampfsport ist für Kinder geeignet?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Erstmal ist wichtig, wie alt Dein Neffe ist. Bei kleineren Kindern (ca bis 10/ 11 Jahren) würde ich keinen Kampfsport oder Kampfkunst wählen, die auf Tritten und Schlägen basiert. Mir wäre das Risiko zu groß, dass das Kind seine Künste auf dem Schulhof "nur so zum Spaß" ausprobiert und damit jemanden versehentlich verletzt. Bei älteren Kindern kann man mehr Verantwortungsgefühl voraussetzen. Generell kennen die Eltern ihr Kind am Besten und können beurteilen, wie ihr Kind normalerweise reagiert - ob es in der Beziehung genügend Verantwortungsgefühl besitzt.

Für diese jüngeren Kinder würde auch ich Judo empfehlen. Es gibt bei diversen Kampfkünsten Kindergruppen, die erstmal nur auf die echte Kampfkunst spielerisch vorbereiet werden und sich sehr gut an den Bedürfnissen der Kinder orientieren. Da kommt es sehr auf den Trainer an, wie das Training tatsächlich aussieht. Deshalb sind auch manche Kindergruppen von Karate o.ä. und die Gruppen vom Kids-WingTsun empfehlenswert.

In vielen Kindergruppen werden Spiele gemacht, um bestimmt Eigenschaften zu fördern (Balance, Körperbeherschung, Reaktion...)

Im Training sind die Kinder unter Aufsicht und meistens herrscht dabei so ein Klima, dass die diszipliniert trainieren und (bis auf evtl. blaue Flecken oder mal eine Schramme) sich kaum verletzen - auf keinen Fall mehr als wie beim Fußball. Wilde unkontrollierte Prügelleien gibt es da nicht.

Ältere verantwortungsvolle Kinder/ Jugendliche können fast alle Kampfsportarten mitmachen. Die Eltern sollten beim Probetraining auf jeden Fall dabeisein und hinterher mit dem Kind zusammen entscheiden, welcher Sport und welche Gruppe es denn sein soll. Der Trainer und das Klima in der Gruppe ist noch wichtiger, als die angebotene Kampfkunst/ Kampfsportart.

Generell fördert das Kampfkunsttraining die Körperkoordination, die Konzentration,die Disziplin, die Rücksichtnahme aufeinander (denn man bracht ja kooperative Partner zum erlernen) und hat selbstverständlich auch alle sozialen Komponenten, die jeder andere Sport auch hat.

danke für die schöne Antwort.

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ich würde auch sagen; judo - nicht nur kampf wird hier gefördert, sondern disziplin und technik. vorallem die fall-technik! dass ist dann ein plus für alle anderen sportarten die es gibt, weil stürze gibt es überall und wer fallen gelernt hat, verletzt sich weniger.

Deine Frage ist in der Tat etwas schwierig zu beantworten. Zunächst mal muss man sich klar werden was man will und unterscheiden zwischen Kampfsport und Kampfkunst. Soll das Kind sich effektiv auf der Strasse verteidigen können, auch gegen Erwachsene oder eine Sportart betreiben und/ oder nur gegen Gegner seiner Sportart. Bsp. Wenn so ein Assi Brutalo ohne Hirn einfach nur mal jemand auf die Fresse haun will, dann nutzt dir Judo gar nix. Wobei ich nix gegen Judo sagen will, das war nur ein Beispiel. Es gibt kein besseres oder schlechteres Kampfsystem, die Frage ist, was man damit machen will. Das zweite ist die Qualität. Leider sind Begriffe wie Shaolin, Kung fu usw nicht geschützt. Das heisst jeder der ne asiatische Nudelsuppe gegessen hat darf ne Schule aufmachen. In Deutschland gibt es sehr viele dieser angeblichen KK Schulen, auch weil es für den Laien nur schwer zu erkennen ist und weil die Eltern es auch gar nicht wissen wollen. Es reicht ja auch wenn der Junge am Sonntag für Tante Emmi ein paar tolle Sprünge macht. Also, wenn du weisst was du willst oder wenn du noch mehr Fragen hast, nur zu.

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